Presseeinladung: 16. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES vom 23. – 30. November 2016

Beim Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES sind Ende November nicht nur cineastische Entdeckungen zu machen. Die 35 Spiel- und Dokumentarfilme aus aller Welt bieten auch eindrucksvolle Einblicke in andere Lebenswelten. Neben dem Fokus „Arbeiterinnen“ werden „Flucht und Migration“ sowie „Sexualisierte Gewalt“ in verschiedenen Filmen beleuchtet.

Filmhighlights und Gäste

Hana darf Raki trinken, Waffen tragen, rauchen und fluchen und muss sich nicht in eine arrangierte Ehe fügen. Denn sie hat in den abgeschiedenen Bergen Albaniens den traditionellen Schwur abgelegt, als Mann zu leben und ewig Jungfrau zu bleiben, doch nun hadert sie mit ihrer Entscheidung. „Vergine Giurata – Sworn Virgin“ ist das für den Goldenen Bären nominierte Spielfilmdebüt der italienischen Regisseurin Laura Bispuri. Sie wird den Film in Tübingen vorstellen. 

Als Eröffnungsfilm kommt der zweifache Venedig-Preisträger „Tanna“ zu den Tübinger FrauenWelten. „Tanna“ führt uns auf eine kleine Vulkaninsel im Südpazifik wo ein Liebespaar die traditionelle arrangierte Ehe in Frage stellt. Die wahre Geschichte wird von den UreinwohnerInnen atemberaubend gespielt.

Mirjana Karanović hat sich als Schauspielerin u.a. im Goldenen Bär-Gewinner „Esmas Geheimnis“ einen Namen gemacht. Jetzt kommt sie mit ihrem Regie-Debüt „A Good Wife“, in dem sie auch die weibliche Hauptrolle spielt, zu den FrauenWelten. Karanović mimt eine an Brustkrebs erkrankte Ehefrau, die bei einem Aufräumanfall entdeckt, dass ihr Mann an Kriegsverbrechen im Jugoslawienkrieg beteiligt war. Der Film gewann gleich mehrere Filmpreise und war für den Grand Jury Preis bei Sundance nominiert.

Themen im Fokus

Im Fokus Arbeiterinnen wird in verschiedenen Filmen die prekäre Situation kämpferischer Arbeiterinnen in den Blick genommen: Von den streikenden „Frauen der Solidarność“ in Polen über unterbezahlte Hausmädchen in Mali bis zu Näherinnen in Bangladesch im Dokumentarfilm „The True Cost“. Er hinterfragt unsere Verantwortung als KonsumentInnen. Besonders betroffen macht der Film „Urmila – für die Freiheit“. In ihm wird das wenig bekannte Schicksal der Sklavenarbeiterinnen des indigenen Volkes der Tharu in Nepal thematisiert. Urmila wurde nach zwölf Jahren befreit und kämpft nun gegen diese Sklaverei. Schon 13.000 Tharu-Mädchen konnten sie und ihre Mitstreiterinnen retten. Hauptdarstellerin Urmila kommt selbst zu den FrauenWelten.

Flucht und Migration sind nicht nur Thema in dem mitreißenden Hip-Hop-Dokumentarfilm „Martha & Niki“ aus Schweden. In „Café Waldluft“ stoßen bayrische Postkarten-Idylle und Kriegsgeschichten aufeinander seit in dem Ausflugshotel Asylsuchende leben.

Im Film „No Le Digas a Nadie“ wird die Situation von MigrantInnen in den USA thematisiert, die Jahrzehnte lang ohne Papiere in einem quasi rechtlosen Status aufwachsen.

Das Thema Sexualisierte Gewalt zieht sich durch viele Filme des diesjährigen Programms. Ein eindrücklicher Beitrag ist der Oscar-Preisträger 2016 „A Girl in the River“, in dem es um Zwangsverheiratung und Ehrenmord in Pakistan geht. Wie wichtig dabei Schutzeinrichtungen für Frauen und Mädchen sind, wird anhand der Geschichte von „Driving With Selvi“ über die erste Taxifahrerin Südindiens deutlich. Sie floh aus einer gewalttätigen Ehe, fand Unterstützung in einer Einrichtung und gestaltet nun erfolgreich und selbstbestimmt ihr Leben.

Rahmenprogramm

In der Gesprächsrunde Patriarchatskritische Aktivistinnen aus islamischen Gesellschaften: Was tun? tauschen sich engagierte, kritische Migrantinnen aus der Türkei, Algerien, Tunesien und Albanien/Moldawien über die Möglichkeiten aus, frauenfeindliche Traditionen zu bekämpfen und zu einer toleranten, aufgeklärten islamischen Religion, Kultur und Gesellschaft beizutragen. Passend zum Fokus Arbeiterinnen zeigt die Ausstellung world.wide.work – Bekommen wir, was wir verdienen? verschiedene Arbeitsbedingungen von Frauen mit und ohne Behinderung weltweit, von der gehörlosen Lehrerin in Pakistan bis zu Marktverkäuferinnen in Ecuador.

Pressekonferenz zum Filmfest in der Festivallobby (Hintere Grabenstr. 20, 72070 Tübingen) mit anschließender Pressevorführung des Eröffnungsfilms „Tanna“ (nur mit verbindlicher Voranmeldung):
Montag, 21. November 2016, um 11:00 Uhr.

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung.
Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES-Filmfest, Kathrin Frenz/Pola Hahn,
Tel: 07071/9698807 (ab 14.11. unter 07071/569657 in der Festivallobby) oder per Mail an filmfest@frauenrechte.de.

 

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