Erste Verurteilung wegen weiblicher Genitalverstümmlung in Großbritannien: Ein „Meilenstein“ in der britischen Geschichte

In Großbritannien hat ein Londoner Gericht zum ersten Mal eine Frau wegen weiblicher Genitalverstümmelung verurteilt. Die Frau stammt aus Uganda und wurde angeklagt und am 1. Februar 2019 für schuldig erklärt, ihre damalige dreijährige Tochter im Jahr 2017 an ihre Genitalien verstümmelt zu haben. Laut BBC erwartet die 37-Jährige Mutter eine Haftstrafe von bis zu 14 Jahren; das endgültige Strafmaß wird jedoch erst am 8. März verkündet.

Weibliche Genitalverstümmelung ist seit 1985 ein Straftatbestand in Großbritannien, aber keine der bisherigen Anklagen führte zu einer Verurteilung. Sadiq Khan, Londons Bürgermeister, twitterte dazu, dass das Rechtsurteil eine klare Botschaft sende und niemand, der diese furchtbare Praxis ausübe, ungestraft davonkommen dürfe. Weiterhin bezeichnete er das Urteil als Meilenstein im Kampf gegen weibliche Genitalverstümmelung.

Auch in Deutschland leben 15.500 von FGM bedrohte Mädchen. Die effektive Implementierung von Gesetzen zu FGM und Strafverfolgung ist ein wichtiger Teil der Abschaffung von weiblicher Genitalverstümmelung, aber es ist nicht genug. TERRE DES FEMMES sieht vor allem in der Prävention und dem Schutz von Gefährdeten den Schlüssel zur Abschaffung der Praktik. Dazu müssen betroffene Communities gestärkt und aktiv in die Aufklärungsarbeit einbezogen werden. Ein Einstellungs- und Verhaltenswandel dieser Jahrtausende alten Praktik bedarf langfristiger, nachhaltiger Sensibilisierungsarbeit in den Communities.

 

Stand 02/19

Verwendung von Cookies

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu.