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Ereignisse aus dem Jahr 2009

Zum 6. Februar, dem internationalen Tag „Null Toleranz gegen Genitalverstümmelung“ organisiert der von TERRE DES FEMMES unterstützte Runde Tisch gegen Mädchenbeschneidung Nordrhein-Westfalen im Landtag NRW in Düsseldorf eine Veranstaltung. Dort ist die TERRE DES FEMMES Wanderausstellung „Sie versprachen mir ein herrliches Fest..“ zu sehen. Die Anwältin und TERRE DES FEMMES-Frau Regina Kalthegener leitet einen Workshop zum Thema „Genitalverstümmelung und die Rechtslage“, Franziska Gruber hält einen Vortrag.

TERRE DES FEMMES Schweiz eröffnet an diesem Tag in Bern eine neue TERRE DES FEMMES-Wanderausstellung, die ähnlich wie die Ausstellung „Sie versprachen mir ein herrliches Fest...“ aufgebaut ist, aber auf die Situation in der Schweiz eingeht.

Mit Unterstützung der Agentur Heymann Brandt de Gelmini erstellt TERRE DES FEMMES einen Clip, der darauf aufmerksam macht, dass weltweit noch immer alle 11 Sekunden ein Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt wird. Zum 6. Februar wird der Clip von bundesweiten Fernsehsendern kostenlos ausgestrahlt.

Konstanz, © Foto: Erika Korn, TERRE DES FEMMESBüchertisch Marburg, © Foto: Ida Verspohl, TERRE DES FEMMES

In zahlreichen deutschen Städten beteiligen sich zum 6. Februar TERRE DES FEMMES-Städtegruppen und Ehrenamtliche an einer Bücheraktion und machten zusammen mit Buchhandlungen und Stadtbüchereien in Schaufenstern oder mit Büchertischen auf Genitalverstümmelung aufmerksam. Begleitet wurden die Aktionen mit TERRE DES FEMMES-Informationsmaterialien.

Beim Treffen der AG Genitalverstümmelung setzen sich die Teilnehmerinnen intensiv mit dem Beschluss des Amtsgerichts Bad Säckingen vom 20.11.2008 und der Medienberichterstattung zum Fall auseinander und erarbeiten eine TERRE DES FEMMES-Stellungnahme.

Am 6. Februar werden in Sierra Leone vier Journalistinnen, die sich zuvor anlässlich des 6. Februar im Radio zum Thema Genitalverstümmelung geäußert und damit ein gesellschaftliches Tabu gebrochen hatten, von FGM-Befürworterinnen verschleppt. Anfang März startet TERRE DES FEMMES eine Protestaktion, bei der der Präsident sowie der Botschafter Sierra Leones in Protesmails dazu aufgefordert werden, den Vorfall aufzuklären und endlich aktiv gegen Genitalverstümmelung vorzugehen. Innerhalb weniger Tage beteiligen sich über 1.000 Menschen an der Aktion.

TERRE DES FEMMES beantragt im April bei der EU-Kommission im Rahmen des Daphne-Programms gegen Gewalt an Frauen und Kindern erneut Gelder für eine europaweite Datenbank zum Thema Genitalverstümmelung. Ziel ist eine Online-Übersicht über Unterstützungsmöglichkeiten für Betroffene und ExpertInnen und eine bessere euopäische Vernetzung. Der Antrag wird von der Europäischen Kommission abgelehnt.

Ebenfalls im April beschließt die TERRE DES FEMMES-Vollversammlung, das Projekt AIM (Amazonian Initivative Movement) zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung in Sierra Leone in die Projektförderung aufzunehmen. AIM wurde 2003 von Rugiatu Turay gegründet, klärt über die Folgen von FGM auf und ermöglicht Beschneiderinnen durch Bildung eine Einkommensalternative. Da immer mehr Mädchen um die verheerenden Folgen der Genitalverstümmelung wissen und von ihren Rechten erfahren, fliehen sie zu den AIM-MitarbeiterInnen. Mit Hilfe von TERRE DES FEMMES soll nun für diese Mädchen ein Schutzhaus gebaut werden. Projektkoordinatorinnen werden Dörte Rompel und Veronika Kirschner.

Der Bundestag stärkt am 03. Juli die Rechte von Opfern weiblicher Genitalverstümmelung und Kindesmisshandlung. Mit dem Ruhen der Verjährung bis zum Erreichen der Volljährigkeit in Fällen der Misshandlung Schutzbefohlener ist in Zukunft eine Strafverfolgung bis zum 28. Lebensjahr der Betroffenen möglich. Misshandlungen in den ersten acht Lebensjahren eines Kindes waren bisher verjährt, bevor die Opfer volljährig waren – und die TäterInnen somit häufig geschützt. Der Gruppenantrag von 91 ParlamentarierInnen verschiedner Fraktionen, der unter anderem vorsah, weibliche Genitalverstümmelung als schwere Körperverletzung einzustufen und in den Katalog der Auslandsstraftaten aufzunehmen, wird abgelehnt. TERRE DES FEMMES würdigt den Teilerfolg, fordert jedoch weitere Schritte zur Verhinderung weiblicher Genitalverstümmelung und zur Rechtsklarheit.

In einem Mailing an 22.000 Adressen bundesweit ruft TERRE DES FEMMES im September zum Engagement gegen Genitalverstümmelung auf, denn: Jedes Mädchen zählt!

Für TERRE DES FEMMES-Frauen, die Vorträge zum Thema Genitalverstümmelung halten, findet im September in Frankfurt eine von InWent aus Mitteln des BMZ geförderte Fortbildung zur Behandlung des Themas Genitalverstümmelung an Schulen statt. Mit den gleichen Mitteln werden begleitende Materialien für Schulklassen entwickelt, die die TERRE DES FEMMES-Wanderaustellung zum Thema Genitalverstümmelung besuchen wollen. Mitte Oktober wird ein Mailing an 865 Schulen bundesweit versandt, in dem über die Behandlung de Themas Genitalverstümmelung im Unterrricht informiert sowie auf die neu erarbeiteten Unterrichtsmaterialien aufmerksam gemacht wird.

Renate Bernhard, © Foto Franziska Gruber, TERRE DES FEMMESIm Rathaus Schöneberg in Berlin veranstalten TERRE DES FEMMES, das Beratungszentrum Balance und die Integrationsbeauftragte von Tempelhof-Schöneberg ein Fachgespräch zu weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland. Auf dem Podium sind Hadja Kaba, vom Verein „Mama Afrika“, Sybill Schulz vom Familienplanungszentrum Balance, Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TDF und Mechthild Rawert, MdB, SPD. Moderiert wird das Gespräch von der Journalistin und Filmemacherin Renate Bernhard.

Die TERRE DES FEMMES-Wanderausstellung zum Thema weibliche Genitalverstümmelung tourt durch Deutschland und ist unter anderem in Aschaffenburg, Unterschleißheim, Konstanz, Lippe, Göttingen und Gelsenkirchen zu sehen.

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