Community Arbeit gegen geschlechtsspezifische Gewalt- Erfahrungen der Multiplikatoren aus Hamburg, Paris und Berlin

Wie spricht man über stark tabuisierte Themen wie weibliche Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung?“ „Welche Herausforderungen sind mit der Präventions- und Aufklärungsarbeit in den betroffenen Communitys verbunden und wie können diese gemeistert werden?“

 

Diese und viele weitere, interessante Fragen wurden beim European Exchange Meeting diskutiert, welches am 26.06.2021 im Rahmen des Projekts „Men Standing Up for Gender Equality“ pandemiebedingt im Onlineformat stattfand. Zu diesem Anlass kamen alle CHANGE Mediatoren sowie die ProjektkoordinatorInnen und MitarbeiterInnen der am Projekt beteiligten Partnerorganisationen LESSAN e.V. (Gesamtkoordination), FEMMES ENTRAIDE ET AUTONOMIE (FEA) und TERRE DES FEMMES (TDF) zusammen, um miteinander über die vergangenen zwei Jahre zu sprechen.

Bild 1 European Exchange MeetingGruppenbild der CHANGE Mediatoren aus Hamburg. ©LESSAN e.V. Bild 2 European Exchange MeetingGruppenbild der CHANGE Mediatoren aus Paris. ©Femmes Entraide et Autonomie Bild 3 European Exchange MeetingGruppenbild der CHANGE Mediatoren aus Berlin. ©TERRE DES FEMMES

Lessons Learned“ im Projekt

Nach einer kurzen Begrüßung und persönlichen Vorstellungsrunde hatten die drei Projektkoordinatorinnen Gwladys Awo (LESSAN), Sokhna Fall Ba (FEA) und Sonja Störmer (TDF) das Wort: neben einem kurzen Rückblick auf alle Erfolge, die gemeinsam im Projekt erzielt werden und Hürden, die gemeistert werden konnten, gab es auch einen Ausblick darauf, was zukünftig noch erreicht werden soll.

In der darauffolgenden Diskussionsrunde berichtete CHANGE Mediator Rafiu Awolola Olayinka (TDF) von der anfänglichen Herausforderung, genügend Männer zu überzeugen, sich mit diesen stark tabuisierten Themen auseinanderzusetzten. Dabei erwies sich das Projekt als gute Möglichkeit, mehr Bewusstsein für FGM und EFM zu schaffen und Brücken innerhalb der Communitys zu bauen. Dies konnte CHANGE Mediator Adannia Touré Aliou Mouhamed (LESSAN) durch seine Aufklärungsarbeit und den engen Kontakt zu Religionsführern und Imamen erfolgreich umsetzten.

Alles in allem waren sich die CHANGE Mediatoren einig: Trotz der Corona Pandemie, der fehlenden technischen Ausstattung und teils festgefahrenen Denkmustern, die ihnen bei ihrer Tätigkeit als Multiplikatoren in betroffenen Communitys begegnet sind, konnten sie selbst durch das Projekt viel Positives im Kampf gegen FGM und EFM bewirken. Deshalb braucht es auch in Zukunft mehr Projekte wie dieses, die die Community Arbeit in den Fokus rücken und Männer als Schlüsselfiguren miteinbeziehen!

Europaweiter Austausch zu geschlechtsspezifischer Gewalt

In drei parallel stattfindenden Workshops hatten die CHANGE Mediatoren bei der Veranstaltung die Möglichkeit, sich zu vernetzen und sich mit einem von drei verschiedenen Themen auseinanderzusetzen:

  1. Transgenerationaler Dialog: Wie spreche ich mit Kindern, Jugendlichen und der älteren Generation über FGM und EFM?

  2. Geschlechtsspezifische Gewalt und Gewalt gegen Kinder in der Corona-Pandemie

  3. Staatliche und gesetzliche Maßnahmen zur Bekämpfung und Prävention geschlechtsspezifischer Gewalt

Durch die internationale Zusammensetzung der Gruppen und die aktive Beteiligung der CHANGE Mediatoren konnte ein lebhafter Diskurs und Erfahrungsaustausch stattfinden, dessen Ergebnisse dann zum Abschluss des Meetings von einigen der Männer präsentiert wurden.

Ein ganz besonderer Dank gilt allen CHANGE Mediatoren, ohne deren Engagement und Einsatz das Projekt niemals so erfolgreich hätte durchgeführt werden können sowie unseren beiden Partnerorganisationen LESSAN e.V. in Hamburg und FEMMES ENTRAIDE ET AUTONOMIE in Paris!

Stand 07/2021