Erstes Training der Community TrainerInnen

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Am 08.05.2021 fand das erste Training der Community TrainerInnen im Rahmen des CHAIN-Projekts statt.

Der Schwerpunkt des EU-Projekts „CHAIN“ liegt in der Verbindung der Prävention von weiblicher Genitalverstümmelung (female genital mutilation, FGM) und Früh- und Zwangsverheiratung (early and forced marriage, EFM), zwei Formen geschlechtsspezifischer Gewalt. Dabei liegt der Kern der gesamten Projektarbeit in der engen Zusammenarbeit mit den Communitys, weshalb VertreterInnen der Communitys in alle Prozesse involviert sind und selbst als MultiplikatorInnen innerhalb ihrer Community fungieren. Die Hauptaufgaben der Community TrainerInnen besteht demnach zum einen aus Aufklärungs- und Sensibilisierungsarbeit in der eigenen Community. Zum anderen bieten die Community TrainerInnen Fortbildungen zu den Themen weibliche Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung für Fachpersonal aus dem sozialen, pädagogischen und medizinischen Bereich an.

Bevor die Arbeit innerhalb der Communitys und die Fachkräfteschulungen begonnen werden können, absolvieren alle MultiplikatorInnen ein Ausbildungsprogramm, das sie als Community TrainerInnen qualifiziert. Im Rahmen der Ausbildung werden unterschiedliche Aspekte von weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung thematisiert, wie auch Geschlechterrollen und -stereotype reflektiert. Zudem sollen im Rahmen dieser Ausbildung gemeinsam Interventionsstrategien und Präventionsmaßnahmen entwickelt werden.

Themen wie Selbstfürsorge und Re- und Sekundärtraumatisierung sind ebenfalls Bestandteil der Ausbildung, um die Community TrainerInnen auf die herausfordernde Arbeit vorzubereiten.

Erstes Training der Community TrainerInnen

WhatsApp Image 2021 05 11 at 10.32.40Eine Gruppenarbeit zur Rolle und potenziellen Schwierigkeiten in der Arbeit als Community TrainerIn Foto: © TERRE DES FEMMES

Am 08.05.2021 fand nun das erste inhaltliche Training der Community TrainerInnen in den Räumlichkeiten des Sharehaus Refugio in Berlin-Neukölln statt. Da alle coronabedingten Sicherheitsauflagen eingehalten wurden, konnte das Treffen in Präsenz durchgeführt werden. Der Fokus des Trainings lag vor allem darin, die Rolle als Community TrainerIn innerhalb des CHAIN-Projekts zu reflektieren und Erwartungen und mögliche Schwierigkeiten mit der Gruppe zu teilen. Zudem wurden auf das Konzept Gender als soziales Konstrukt und gesellschaftliche Geschlechterrollen und -stereotypen sowie auf grundlegende Definitionen zu Menschen- und Frauenrechte eingegangen. Im Zuge dessen tauschten sich die Community TrainerInnen zu traditionellen Geschlechterbildern ihrer

verschiedenen Herkunftsländer aus.

Die Behandlung dieser Aspekte und der Austausch der Community TrainerInnen zu diesen Themen ist insofern von besonderer Bedeutung, dass dies den Grundbaustein der Arbeit der Community TrainerInnen darstellt. Besonders im Hinblick auf Formen geschlechtsspezifischer Gewalt ist es wichtig die vorherrschenden patriarchalen Gesellschaftsstrukturen zu hinterfragen und kritisch zu reflektieren.

Ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt des ersten Trainings war eine Vertiefung der rechtlichen Grundlagen bei weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland. Hier wurden einige Fallbeispiele aus der Praxis herangezogen, um unter anderem einen Einblick in die verschiedenen Rechtsprechungen zu erhalten. Neben dem Migrationsrecht im Falle einer drohenden weiblichen Genitalverstümmelung im Herkunftsland, wurde ebenfalls die Rolle des Jugendamtes und der ÄrztInnen näher beleuchtet.

Alles in Allem war das erste Training ein voller Erfolg und die Community TrainerInnen sind sehr motiviert durch ihr Engagement im CHAIN-Projekt einen Beitrag zur Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung und Früh- und Zwangsverheiratung zu leisten.

Wir bedanken uns bei allen TeilnehmerInnen für ihre Zeit und ihr Engagement und freuen uns auf die kommende Zusammenarbeit!

WhatsApp Image 2021 05 08 at 17.16.431Die Community TrainerInnen zusammen mit der Projektmitarbeiterin Janine Hildenbeutel. Foto: © TERRE DES FEMMES

Stand 05/2021


First training for the Community Trainers On 8th of May 2021

On 8th of May 2021 the first training for the Community Trainers within the CHAIN project took place.

The focus of the CHAIN project, co-funded by the EU, is to link the prevention of female genital mutilation (FGM) and early and forced marriage (EFM), two forms of gender-based violence. The core of the project work lies on a close cooperation with the communities, which is why community representatives are involved in all processes and act as multipliers within their communities. Therefore, the main tasks of the Community Trainers consist, on the one hand of sensitization and awareness-raising work in their own community. On the other hand, the Community Trainers offer further trainings on female genital mutilation and early and forced marriage for relevant professionals from the social, educational and medical sectors.

Before the work within the communities and the training of professionals can begin, all multipliers complete a training program that qualifies them as Community Trainers. During the training, different aspects of female genital mutilation and early and forced marriage are discussed, and gender roles and stereotypes are reflected upon. In addition, intervention strategies and prevention measures are to be developed together within the framework of this training.

Topics such as self-care and re- and secondary traumatization are also part of the training in order to prepare the community trainers for the challenging work.

First training of the community trainers

On 8th of May 2021, the first training for the Community Trainers took place in the premises of Sharehaus Refugio in Berlin-Neukölln. Since all corona-related security requirements were met, the meeting could be held in presence. The focus of the training was mainly to reflect on the role as Community Trainer within the CHAIN project and to share expectations and possible challenges with the group. In addition, the concept of gender as a social construct and social gender roles and stereotypes as well as basic definitions of human and women's rights were addressed. In the course of this, the Community Trainers exchanged views on traditional gender images of their different countries of origin.

The treatment of these aspects and the exchange of the Community Trainers on these topics is of particular importance insofar as this represents the basic building block of the work of the Community Trainers. Especially with regard to forms of gender-specific violence, it is important to question and critically reflect on the prevailing patriarchal social structures.

Another focus of the first training was to deepen the legal framework on female genital mutilation in Germany. Here, several case studies from practice were used in order to gain an insight into the various jurisdictions, among other things. In addition to migration law in the event of a threat of female genital mutilation in the country of origin, the role of the Youth Welfare Office and the doctors were also explained in more detail.

All in all, the first training was a great success and the Community Trainers are very motivated to contribute to the fight against female genital mutilation and early and forced marriage through their engagement within the CHAIN project.

We would like to thank all participants for their time and commitment and we are looking forward to our future cooperation!

Status: 04/2021