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Virtueller Projektstart des neuen EU-Projekts CHAIN

© TERRE DES FEMMES© TERRE DES FEMMESAm 1. und 2. Oktober 2020 fand das Kick-off Meeting des zweijährigen EU-Projekts CHAIN auf eine etwas andere Art und Weise statt: nämlich online! Durch die Auswirkungen der Covid-19 Pandemie war die Koordination des Projekts, TERRE DES FEMMES, gezwungen, die vier europäischen Partnerorganisationen – Action Aid International Italia Onlus (Mailand), Equilibres et Populations (Paris), Save a Girl, Save a Generation (Madrid) und End FGM EU (Brüssel) - statt in Berlin - online zu empfangen. Trotz der räumlich distanzierten Umstände kam es zu regem Austausch und das Konsortium gab den Auftakt für eine enge Zusammenarbeit im Kampf gegen FGM (Female Genital Mutilation) und EFM (Early and Forced Marriage)!

Der neue Ansatz: Den Zusammenhang von FGM und EFM mitdenken

Gemeinsam widmen sich die ProjektpartnerInnen der Präventions- und Interventionsarbeit zu weiblicher Genitalverstümmelung (FGM) und Früh- und Zwangsverheiratung (EFM); zwei Formen von geschlechtsspezifischer Gewalt, die häufig ineinander verschränkt sind. Hierbei werden von FGM und EFM betroffene Communitys durch Trainings, Capacity-Buildung und Sensibilisierung gestärkt.

Die Partnerorganisationen in Berlin, Madrid, Mailand und Paris bilden zunächst Community TrainerInnen aus, die einerseits Community Leader, beispielsweise religiöse Autoritätspersonen, wie Imame oder Pastoren, zu den Themen EFM und FGM sensibilisieren und schulen. Mit dieser Zielgruppe wird die Reichweite in den Communitys verstärkt. Andererseits bieten die Community TrainerInnen Fortbildungen für Fachkräfte aus dem sozialen, medizinischen und pädagogischen Bereich an.

Der zweite Schwerpunkt von CHAIN bewegt sich auf institutioneller Ebene: Hier entwickeln politische und zivilgesellschaftliche Stakeholder Interventionsketten, die Handlungsleitfäden in Fällen von drohender oder bereits erfolgter Genitalverstümmelung und/oder Früh-/Zwangsverheiratung in Berlin, Mailand, Paris und Madrid festlegen. Grundsätzlich sollen dadurch insbesondere betroffene und von FGM/EFM gefährdete Mädchen und Frauen gestärkt und geschützt werden.

Während des zweitägigen Meetings wurden die verschiedenen Projektinhalte besprochen und nächste Schritte zur Umsetzung diskutiert. So ist das Recruitment der Community TrainerInnen bereits im vollen Gange und die PartnerInnen tauschten Erfahrungen und Ideen zu einem Community-Kick-Off aus. Auch die Folgen der COVID-19-Pandemie für die ersten Monate des CHAIN-Projekts standen im Fokus. Obwohl diese wohl zunächst Einschränkungen mit sich bringen, bleiben ProjektpartnerInnen optimistisch und zuversichtlich, dass Aktivitäten in den Communitys mit Verzögerung offline stattfinden können.

Die CHAIN-Projektkoordination bedankt sich ganz herzlich für das großartige Kick-off. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und die Umsetzung dieses wichtigen Projekts!

 

Stand: 10/2020