Cover Flyer NicaraguaausstellungJetzt im Verleih

Ab Januar 2021 kann die TDF-Bilderausstellung „¡Ni una menos! Weg aus der Gewalt“ (PDF-Datei) ausgeliehen werden! 20 Kunstwerke und 11 Informationstafeln widmen sich dem Thema häusliche und sexualisierte Gewalt in Nicaragua und Deutschland.

Fotografien der nicaraguanischen Künstlerin und Aktivistin Itzel Chavarría zeigen mutige Frauen auf ihrem Weg aus der Gewalt und beim Kampf für ihre Rechte und ein selbstbestimmtes Leben. Begleitend wird über die Verbreitung, Hintergründe und Gesetze zu häuslicher und sexualisierter Gewalt und die Arbeit der TDF-Partnerorganisation Asociación Proyecto MIRIAM in Nicaragua informiert.

Gegen eine Verleihgebühr können Sie die Foto- und Infoausstellung bei uns bestellen und bis zu einen Monat öffentlich zeigen. Wir organisieren den Versand und legen Begleitmaterial zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit bei, welches Sie für zur Vorbereitung einer Vernissage nutzen oder Ihren Gästen zur weiteren Lektüre mitgeben können.

Unterstützen auch Sie die wichtige Arbeit der TDF-Partnerorganisation Asociación Proyecto MIRIAM:

Machen Sie sichtbar, dass häusliche und sexualisierte Gewalt keine Privatsache ist, sondern Ausdruck der strukturellen Ungleichheiten zwischen Mann und Frau - weltweit!

Hier finden Sie Antworten auf die wichtigsten Fragen:

 

Schauen Sie sich die Foto- und Infotafeln gerne an:

Fototafeln Hochformat (PDF-Datei)

Nicaausstellung Bildtafel hoch

Fototafeln Querformat (PDF-Datei)

Nicaausstellung Bildtafel quer

Texttafeln Hochformat (PDF-Datei)

Nicaausstellung Texttafel hoch

Texttafeln Querformat (PDF-Datei)

 Nicaausstellung Texttafel quer

Hintergrund und Entstehung der Fotografien

Die Fotografin Itzel Chavarría. Foto: © LuceroDie Fotografin Itzel Chavarría. Foto: © LuceroDie Fotografien sind zwischen 2017 und 2020 in den Städten Managua und Estelí entstanden. Sie bilden in der Mehrzahl Frauen ab, die die Beratungs- und Bildungsangebote der TERRE DES FEMMES-Partnerorganisation Asociación Proyecto MIRIAM in Nicaragua nutzen. Manche Frauen durfte TDF zu Hause besuchen, andere wurden in der Schule und den Büros von MIRIAM mit der Kamera begleitet. Fotografin war die Künstlerin und feministische Aktivistin Itzel Chavarría, auch Lucero (Morgenstern) genannt. Einige Aufnahmen zeigen die frauenrechtlichen Proteste im Zuge der politischen Krise in Nicaragua seit April 2018. Darunter sind auch Bilder des nicaraguanischen Fotografen Jorge Mejía Peralta.

Die Protagonistinnen auf den Fotos werden beim Ausstieg aus gewaltgeprägten Strukturen und Beziehungen begleitet. Sie machen ihre Rechte auf Gewaltfreiheit und Bildung geltend, indem sie den Rechtsweg beschreiten, einen Beruf erlernen, finanzielle Unabhängigkeit anstreben und ihr Leben selbstbestimmt neu ausrichten. Auch die Arbeit in Selbsthilfegruppen ist zu sehen – dort geht es v.a. um die Verarbeitung psychischer Traumata und gegenseitiges Empowerment.

Häusliche und sexualisierte Gewalt sind Menschenrechtsverletzungen, von denen v.a. Mädchen und Frauen jeder sozialen Schicht, Altersgruppe und Religion betroffen sind! Die Weltgesundheitsorganisation bezeichnet häusliche Gewalt als das größte Gesundheitsrisiko für Frauen weltweit und als Hauptursache für vermeidbare Krankheiten, Behinderungen und den Tod von Frauen. 2018 war Deutschland in absoluten Zahlen das EU-Land mit den meisten Frauenmorden. Jede dritte Frau in Deutschland war bereits von körperlicher und/oder sexualisierter Gewalt in ihrer Beziehung oder von sexualisierter Gewalt außerhalb betroffen. 14 der 25 Länder mit der höchsten Femizid-Rate liegen in Lateinamerika. Sexualisierte Gewalt außerhalb von Beziehungen kommt dort weltweit am häufigsten vor. In Nicaragua sind v.a. minderjährige Mädchen davon betroffen.

Partnerorganisation

Das Leitungsteam von MIRIAM. Foto: © TERRE DES FEMMESDas Leitungsteam von MIRIAM. Foto: © TERRE DES FEMMESAsociación Proyecto MIRIAM (MIRIAM) wurde 1989 in Nicaragua gegründet und ist seit 2012 Partnerorganisation von TDF. Von Gewalt betroffene Frauen und Mädchen können sich bei MIRIAM kostenfrei rechtlich und psychologisch beraten und vor Gericht anwaltlich vertreten lassen. Frauen, die keine Schule besucht haben, können ihre Grundbildung nachholen und eine zertifizierte Berufsausbildung machen. MIRIAM unterstützt sie auch bei der Entwicklung eines Businessplans und dem Aufbau eines eigenen Unternehmens. Finanzielle Unabhängigkeit erhöht die Chancen auf einen Ausstieg aus der Gewalt. MIRIAM stärkt Frauen umfassend – auch mit Empowerment und politischen Aktionen.

Projektregion

MIRIAM ist in den Städten Managua, Estelí und Matagalpa im zentralamerikanischen Nicaragua tätig. Nicaragua ist eine Republik mit 6,5 Millionen EinwohnerInnen und das zweitärmste Land Lateinamerikas nach Haiti. Nach dem UN-Index der Geschlechterungleichheit lag es 2018 es auf Platz 105 von 162 Ländern.

Nach einer Studie der Nationalen Universität Managua sind bis zu 67 Prozent der Frauen in Nicaragua von häuslicher Gewalt betroffen. 40 Prozent aller Frauen und Mädchen sind sexualisierter Gewalt ausgesetzt. 8 von 10 Delikten werden an Minderjährigen verübt. Nicaragua ist das Land mit der höchsten Rate an Teenager-Schwangerschaften in ganz Lateinamerika. Es ist auch eines der wenigen Länder weltweit, das per Gesetzgebung Abtreibung unter allen Umständen verbietet, d.h. auch nach einer Vergewaltigung oder bei Gefahr für das Leben der werdenden Mutter. Gerade im Fall von Teenager-Schwangerschaften kann Beides der Fall sein, denn oft ist der Körper noch nicht weit genug entwickelt für eine Schwangerschaft.