Archiv: Meldungen zur internationalen Zusammenarbeit

Deutliches „Nein“ zu Zwangsheirat, aber Unstimmigkeit bei Frühehen. Schülerinnen und Schüler diskutieren mit TERRE DES FEMMES e.V. über Früh- und Zwangsehe in der Türkei und Deutschland

Über 80 Schülerinnen und Schüler verfolgen gespannt den Vortrag im Diesterweg Gymnasium in Berlin-Wedding. Foto: © TERRE DES FEMMESÜber 80 Schülerinnen und Schüler verfolgen gespannt den Vortrag im Diesterweg-Gymnasium in Berlin-Wedding.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Zum internationalen Frauentag am 8. März 2017 gibt es weltweit Veranstaltungen und Aktionen für Gleichberechtigung und Selbstbestimmung der Frau. Im Rahmen der zweiwöchigen Veranstaltungsreihe von TERRE DES FEMMES zum Thema Früh- und Zwangsehe in der Türkei und Deutschland fand am 10. März 2017 ein Vortrag mit Diskussionsrunde am Diesterweg-Gymnasium in Berlin-Wedding statt.

Dr. Necla Kelek und Şermin Güven von TERRE DES FEMMES e.V. stellten die Partnerorganisation YAKA-KOOP im Osten der Türkei vor und klärten über die Menschenrechtssituation der dort lebenden Mädchen und Frauen auf. Die Tätigkeiten des 2002 gegründeten Vereins konnten sich die Schülerinnen und Schülern in einem Film anschauen. Dass Früh- und Zwangsehe eine weitverbreitete Menschenrechtsverletzung ist, die in der Türkei in der Vergangenheit zu ansteigenden Suizidzahlen führte, verursachte Betroffenheit bei den Schülerinnen und Schülern.

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Nein zu Früh- und Zwangsverheiratung! Zur Frauenrechtslage in der Türkei

Podiumsfrauen Wegener, Serdar, Toprak und Akgün  Referentinnen Rußbült/FES (2.v.l.), Ritte/TDF (3.v.r.),  und Moderatorin Martin/FES (3.v.l.). Foto: © Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro NRWPodiumsfrauen Wegener, Serdar, Toprak und Akgün
Referentinnen Rußbült/FES (2.v.l.), Ritte/TDF (3.v.r.) und Moderatorin Martin/FES (3.v.l.).
Foto: © Friedrich-Ebert-Stiftung, Landesbüro NRW
„An der Sexualität entzündet sich die Emanzipation der Frau“. So das Fazit von Dr. Lale Akgün auf dem Podium zu Frauenrechtsverletzungen und zur Situation von Mädchen und Frauen in der Türkei bei der Kooperationsveranstaltung von TERRE DES FEMMES und der Friedrich-Ebert-Stiftung am 8. März 2017 in Bonn. Neben Dr. Lale Akgün waren dort Seda Serdar, die Leiterin des türkischen Programms der Deutschen Welle, Cigdem Toprak, Journalistin und Aktivistin, und Maja Wegener, Fachbereichsleiterin von TERRE DES FEMMES, vertreten. Zwei Stunden diskutierten die Expertinnen mit dem Publikum über Früh- und Zwangsverheiratung in der Türkei. Vor allem die Politik der AKP, das anstehende Referendum und die möglichen Auswirkungen eines Präsidialsystems für Mädchen und Frauen in der Türkei standen im Fokus.

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Den Töchtern die Hälfte des Himmels! Landfrauen und ihre Rechte

Foto: © Stiftung "Haus der Bauern".Foto: © Stiftung "Haus der Bauern".Frauen produzieren weltweit den Großteil der Nahrungsmittel - in manchen Gegenden der Erde bis zu 90 %. Und doch sind sie vom Besitz an Land und von der Kontrolle über die landwirtschaftlichen Produkte oft ausgeschlossen.

Godula Kosack, Vorstandsfrau von TERRE DES FEMMES, sprach am 8. März 2017 auf dem Internationalen Kongress zu globalen Bauernrechten über Landfrauen weltweit und speziell in Kamerun.

Weltweit sind nur etwa 10 bis 20 % des Landbesitzes in der Hand von Frauen. Ihre Parzellen sind in der Regel kleiner als die der Männer und von geringerer Qualität. Diskriminierende soziale Normen, Gesetze und traditionelle Strukturen halten Frauen vom Landbesitz fern. Häufig haben Frauen kein Erbrecht.

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Internationale Frauensolidarität gegen die doppelte Diskriminierung von Frauen in Burkina Faso

Die Heldinnen aus Ouagadougou. ABN Vetreterinnen bei Ihrem Kampf gegen FGM. Foto: © TERRE DES FEMMESDie Heldinnen aus Ouagadougou. ABN Vetreterinnen bei Ihrem Kampf gegen FGM. Foto: ©TERRE DES FEMMESSeit 1998 besteht die Association Bangr Nooma (ABN), eine Frauenrechtsorganisation in Burkina Faso, in der Hauptstadt Ougadougou. Die Gründerin und Leiterin dieser Organisation kämpft seitdem mit ihren MitstreiterInnen gegen das Ende der weiblichen Genitalbeschneidung. Für TERRE DES FEMMES ist die weibliche Genitalverstümmelung (engl. Female Genital Mutilation - FGM) eine der schwersten Menschrechtsverletzungen gegen Mädchen und Frauen. Seit einiger Zeit gibt es in Burkina Faso einen neuen Trend der doppelten Diskriminierung von beschnittenen Frauen.

Der Weg für die Partnerorganisation von TERRE DES FEMMES war beschwerlich. Sind doch politische Instabilität, wirtschaftlicher Rückgang und Umweltkatastrophen an der Tagesordnung in dem kleinen Land an der Westküste Afrikas. Mit fast 19 Mio. EinwohnerInnen gehört Burkina Faso zu den ärmsten Ländern der Welt, in dem es Frauenrechte schwierig haben. 

Warum setzt sich also diese kleine Nichtregierungsorganisation für das Ende der weiblichen Beschneidung ein? Zum einen, weil die Gründerin selbst Betroffene ist und zum anderen, weil FGM ein flächendeckendes Problem von Frauen aller Generationen ist, welches von Frauen ausgeübt wird.

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Veranstaltungsreihe zu Früh- und Zwangsverheiratung und zur Situation von Mädchen und Frauen in der Türkei und Deutschland

Einladung zur Türkeiveranstaltungsreihe 2017In der Türkei liegt das gesetzliche Heiratsalter bei 18 Jahren und doch werden Mädchen oft früher verheiratet. Bloß ein Problem in der Türkei? Nein, denn minderjährige Mädchen werden auch nach Deutschland verheiratet, andere bleiben nach einem vermeintlichen Sommerurlaub in der Türkei als Ehefrauen zurück.

TERRE DES FEMMES lädt rund um den Internationalen Frauentag 2017 zu einer Veranstaltungsreihe zu Früh- und Zwangsverheiratung und zur Situation von Mädchen und Frauen in der Türkei und Deutschland ein.

Bilden Sie sich im Dialog mit Expertinnen selbst eine Meinung und diskutieren Sie mit!

Bildung für Mädchen in Kamerun - das ABC für ein selbstbestimmtes Leben

Die erste Generation stolzer Mafa-Mädchen in Kamerun, die ein Gymnasium besuchen oder eine Berufsausbildung machen. Foto: © Martine MbritchèDie erste Generation stolzer Mafa-Mädchen in Kamerun, die ein Gymnasium besuchen oder eine Berufsausbildung machen.
Foto: © Martine Mbritchè
Trotz Schulpflicht gehört Schulbildung auch heute noch selten zum Leben eines Mafa-Mädchens in den Mandara-Bergen Kameruns. In einigen Dörfern der 400.000 Mafa beträgt die Analphabeten-Quote bei Frauen 100%. Da die Schule Geld kostet und nur die Männer Ziegen oder Hirse verkaufen dürfen, die ihnen Einnahmen verschaffen, kommen fast nur Jungen in den Genuss des Schulbesuchs. Sie sind es, die später das Land erben oder einen Beruf erlernen. Die Abhängigkeit der Frauen von ihren Männern wird immer weiter zementiert.....

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Trauriger Jahrestag - Vergewaltigung in Delhi

AGedenkveranstaltung in Delhi. Foto: © Rohit GoyalGedenkveranstaltung in Delhi. Foto: © Rohit Goyalm 16. Dezember 2012 entwenden sechs Männer in Indien’s Hauptstadt Delhi einen leeren Bus und nehmen die Physiotherapiestudentin Jyoti Singh und ihren Freund an Bord. Das junge Paar will nach einem abendlichen Kinobesuch nach Hause fahren. Die Männer fallen während der Fahrt über das Paar her und schlagen den Freund von Jyoti Singh zusammen, bevor sie die junge Frau abwechselnd brutal vergewaltigen und mit einer Eisenstange penetrieren. Nach der Tat lassen die Männer die schwer verletzten Opfer am Straßenrand liegen. Der Freund von Jyoti Singh überlebt knapp, die Studentin stirbt am 29. Dezember 2012 an ihren schweren Verletzungen.

Nach Bekanntwerden der Tat geht ein Aufschrei durch die Bevölkerung – vor Regierungsgebäuden in ganz Indien kommt es zu öffentlichen Protesten. In Kalkutta nehmen Tausende an einem Schweigemarsch teil. Entsetzte Bürgerinnen und Bürger fordern einen schnellen Prozess gegen die Vergewaltiger. Die Polizei verhaftet daraufhin sechs mutmaßliche Täter, einer von ihnen ist noch minderjährig. Vor einem Schnellgericht in Delhi beginnt Anfang Februar 2013 der Prozess. Die Angeklagten plädieren auf nicht schuldig. Der mutmaßliche Haupttäter erhängt sich noch vor Urteilsverkündung in seiner Gefängniszelle.

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Das Leid der Frauen im von Krieg und Patriarchat geprägten Afghanistan

Teilnehmerinnen an einem Kurs im Frauenzentrum. Foto: © DAI (Deutsch-Afghanische Initiative)Teilnehmerinnen an einem Kurs im Frauenzentrum.
Foto: © DAI (Deutsch-Afghanische Initiative)
Trotz des anhaltenden Versuchs die Demokratie im Land durchzusetzen und den Terror zu bekämpfen bleibt die politische und soziale Situation in Afghanistan dramatisch. Vor allem die Frauen haben unter gravierenden Menschenrechtsverletzungen zu leiden. In ihrer Verzweiflung sehen immer mehr von ihnen den Selbstmord als einzigen Ausweg! TERRE DES FEMMES unterstützt in Herat, dem Westen des Landes das Frauenzentrum Shahrak.

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Sexuelle Gewalt in Indien – TERRE DES FEMMES-Kooperationspartner BHUMIKA zieht Bilanz

BHUMIKA-Gründerin und Frontfrau Kondaveeti Satyavati. Foto: © ASW BHUMIKA-Gründerin und Frontfrau Kondaveeti Satyavati. Foto: © ASW Indien – ein Land der Extreme. Nach außen modern mit wachsendem Reichtum und Konsum. Nach innen zwei Welten: eine, meist städtisch und gebildet, in der sich Frauen behaupten und am öffentlichen Leben teilnehmen. Die andere, oft ländlich, an Tradition und Kaste orientiert, in der Frauen Besitz des Mannes sind und ihren Platz im Haus haben.

Seit 2012 brechen die Schlagzeilen wegen Vergewaltigung nicht ab. Ein Fall, der weltweit für Aufruhr sorgt, ist der der 23-jährigen Jyoti Singh. Die Studentin wird in einem Bus in der nordindischen Stadt Delhi von sechs Männern missbraucht und stirbt kurz darauf. Zehntausende InderInnen protestieren gegen ein rückständiges Frauenbild und das Wegsehen von Polizei und Justiz bei sexueller Gewalt. Was haben die Proteste bewirkt? TERRE DES FEMMES spricht mit Kondaveeti Satyavati, der Gründerin und Frontfrau ihrer Partnerorganisation BHUMIKA.

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Vergewaltigung – immer noch ein Kavaliersdelikt in Indien?

An den Folgen von Gewalt leiden Frauen oft ein Leben lang. Foto: © TERRE DES FEMMESAn den Folgen von Gewalt leiden Frauen oft ein Leben lang.
Foto: © TERRE DES FEMMES
2012 wird die 23-jährige Jyoti Singh in einem Bus in der nordindischen Stadt Delhi brutal vergewaltigt und stirbt kurz darauf. Dies löst weltweit Empörung aus. Wie sicher können sich Frauen in Indien heute fühlen?

Meldungen zu brutalen Vergewaltigungen schüren auch nach 2012 weiter Angst: 2014 werden zwei Cousinen von mehreren Männern vergewaltigt und an einem Baum erhängt. 2016 wird eine Studentin drei Jahre nach einer Gruppenvergewaltigung von den gleichen Männern erneut missbraucht. Als Drohung, damit sie die Anzeige gegen sie fallen lässt. Im Oktober berichtet Aljazeera vom Verkauf nicht inszenierter Vergewaltigungsvideos im Bundesstaat Uttar Pradesh. Ab 20 Rupien (ca. 27 Cent) gehen (Handy)-Videos von tatsächlich erfolgten Vergewaltigungen über die Ladentheke.

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NEIN zu Genitalverstümmelung! Beerdigung der Beschneidungswerkzeuge in der Region Toukin – ein großer Erfolg für die Kooperation TERRE DES FEMMES mit der Association Bangr Nooma in Burkina Faso

Mehr als 1.000 Menschen haben der Zeremonie beigewohnt. Foto: © ABN Mehr als 1.000 Menschen haben der Zeremonie beigewohnt. Foto: © ABN In der Lokalsprache der Mossi bedeutet Bangr Nooma – Es gibt Nichts Besseres als Wissen. Es ist das Leitmotiv unserer Partnerorganisation, die durch Vermittlung von Wissen die Bevölkerung davon überzeugt, dass sie die Praktik der Weiblichen Genitalverstümmelung aufgeben. In der Region Toukin hat am 12. November 2016 eine feierliche Zeremonie dazu stattgefunden: es wurden die Beschneidungswerkzeuge begraben und die Nicht-Beschneidung öffentlich als neue soziale Norm für gültig erklärt. Ein Meilenstein auf dem Weg zur Verbesserung der Frauenrechte in Burkina Faso!

Mehr als 1.000 Menschen haben dieser Zeremonie in Toukin beigewohnt und damit ein öffentliches Zeichen des NEIN zu Genitalverstümmelung gesetzt. Die Dorfkönige und - ältesten, die Führer aller Religionsgruppen, lokale Frauengruppen sowie die ehemaligen Beschneiderinnen selbst, haben im Rahmen der feierlichen Zeremonie öffentlich bekundet, dass die Praktik der Weiblichen Genitalverstümmelung nun endgültig aus ihrer Dorfregion verbannt ist. Mit Musik und Tanz wurde der Festakt untermalt. Unter den zahlreichen Anwesenden befanden sich auch Gäste von TERRE DES FEMMES (TDF): Irma Bergknecht, die ehrenamtliche TDF-Projektkoordinatorin und Susanne Meister von der Städtegruppe Nürnberg haben diesem besonderen Moment beigewohnt. Die burkinische Frauenministerin sowie der König von Toukin haben nach ihrer öffentlichen Bekundung des NEIN zu Genitalverstümmelung gemeinsam mit unsere Projektleiterin Rakieta Poyga die Beerdigungsinstrumente begraben. Die Feierlichkeit fand auf einem Schulgelände statt, wo auch zukünftig mit einem Stein, daran erinnert wird, dass die Region Toukin nun frei von Genitalverstümmelung ist.

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Sponsorenlauf in Hamm ein voller Erfolg!

Vagina-Muffins mit starker Botschaft. Foto: © Elisabeth-Lüders-Berufskolleg, HammVagina-Muffins mit starker Botschaft.
Foto: © Elisabeth-Lüders-Berufskolleg, Hamm
Weibliche Genitalverstümmelung, ein Verbrechen an der Würde und Unversehrtheit von Mädchen und Frauen – dagegen sind die SchülerInnen des Elisabeth-Lüders-Berufskollegs in Hamm am 8.11.2016 angelaufen. Insgesamt 494 Runden haben sie zurückgelegt und dabei 500 Euro gesammelt. Die Spende kommt dem TERRE DES FEMMES-Projekt gegen weibliche Genitalverstümmelung in Sierra Leone zugute. Wir freuen uns über so viel Engagement und sagen herzlichen Dank!

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TERRE DES FEMMES auf dem "Markt der Kontinente" in Berlin - Kommen Sie vorbei!

TERRE DES FEMMES-Stand auf dem Markt der Kontinente 2015. Foto: © Renate StaudenmeyerTERRE DES FEMMES-Stand auf dem Markt der Kontinente 2015.
Foto: © Renate Staudenmeyer
Die Ethnologischen Museen Dahlem laden auch in diesem Advent zu einer Reise um die Welt ein: vier Kontinente an vier Wochenenden! Auf dem Markt der Kontinente können Sie originelle Weihnachtsgeschenke kaufen und dabei Kunst und Kultur aus Europa, Asien, Amerika oder Afrika live auf der Bühne erleben.

TERRE DES FEMMES präsentiert am Europawochenende vom 19. bis zum 20. November 2016 ihre Internationalen Kooperationen in Israel/Palästina und der Türkei. Wir informieren Sie über die Lage von Mädchen und Frauen in beiden Ländern und berichten von der Zusammenarbeit mit einheimischen Frauenorganisationen weltweit. Am TDF-Stand werden handbestickte Lesezeichen und kleine Taschen von Beduinenfrauen aus der Wüste Negev in Israel angeboten. Die Produkte stammen aus dem Projekt "Desert Embroidery", das TDF zur Stärkung von Beduinenfrauen durch (Aus)bildung und wirtschaftliche Unabhängigkeit seit 2003 unterstützt. Auch Seifen, Schlüsselanhänger und modische Rucksackbeutel aus dem TDF-Shop liegen an unserem Stand für Sie aus.

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Wir trauern um Fatoumata Siré Diakité

Besuch in der TDF-Geschäftsstelle im April 2016. V.l.n.r.: Renate Staudenmeyer, TDF-Internationale Zusammenarbeit, Fatoumata Siré Diakité, Präsidentin APDF, Christa Stolle, Geschäftsführung TDF. Foto © TERRE DES FEMMESBesuch in der TDF-Geschäftsstelle im April 2016. V.l.n.r.: Renate Staudenmeyer, TDF-Internationale Zusammenarbeit, Fatoumata Siré Diakité, Präsidentin APDF, Christa Stolle, Geschäftsführung TDF. Foto © TERRE DES FEMMESFatoumata Siré Diakité, Gründerin und Präsidentin der TERRE DES FEMMES- Partnerorganisation „Association pour le Progrès et la Défense des Droits de Femmes“ sowie frühere Botschafterin Malis in Berlin ist am 14.10.2016 verstorben. Wir trauern um den schweren Verlust einer mutigen feministischen Mitstreiterin. Erst im April 2016 war sie bei uns auf Besuch in der Berliner Geschäftsstelle von TERRE DES FEMMES und hat mit uns Pläne geschmiedet für die weitere gemeinsame Projektarbeit in Mali.

Es gibt kein Wort, das groß genug ist, um zu beschreiben, wie tief unsere Trauer ist und wie groß unser Respekt vor dieser aufrechten Kämpferin für Frauen- und Freiheitsrechte.

Fatoumata Siré Diakite – sie wird auf immer in unseren Herzen bleiben. Ihre energische Tatkraft bleibt uns unvergessen und wird in der guten Erinnerung unsere Projektarbeit für Mali weiterhin prägen.

Stand: 10/2016

Braut oder Bankerin? Wie Bildung Mafa-Mädchen aus Nordkamerun gegen Zwangsverheiratung schützt

„In der Berufsfachschule Makandai machen nun auch Mädchen ihre Ausbildung“. Foto: © Jürgen KunzeIn der Berufsfachschule Makandai machen nun auch Mädchen ihre Ausbildung. Foto: © Jürgen KunzeEinst wären sie längst verheiratet gewesen und von ihren Ehemännern abhängig. Sie hätten harte körperliche Arbeit geleistet – im Haus und auf dem Acker. Ohne Schulabschluss, ohne alternative Perspektiven. Heute machen sie ihren Grundschulabschluss, Abitur oder eine Ausbildung. Sie wollen einen Beruf erlernen, der zu ihnen passt. Sich eine Zukunft schaffen, die sie selbst bestimmen. TDF zieht Bilanz nach drei Jahren: welche Wirkung zeigt das Projekt „Mädchenbildung stärken“ in Nordkamerun? Die erste Generation Mädchen erzählt….

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„Wir alle sind durch’s Messer gegangen“ - Gespräch mit Rakieta Poyga, Gründerin und Leiterin der Association Bangr Nooma in Burkina Faso, und Irma Bergknecht, ehrenamtliche TDF-Projektkoordinatorin

Rakieta Poyga und Irma Bergknecht kämpfen gemeinsam gegen weibliche Genitalverstümmelung. Foto: © Lucia Engelbrecht/TERRE DES FEMMESRakieta Poyga und Irma Bergknecht kämpfen gemeinsam gegen weibliche Genitalverstümmelung. Foto: © Lucia Engelbrecht/TERRE DES FEMMESAn ihre eigene Beschneidung kann sich Rakieta Poyga, 56, nur noch dunkel erinnern. „Ich wurde mit drei oder vier Jahren beschnitten. Man sagte mir weder, wohin ich gebracht werde, noch, was geschehen wird. Meine Mutter war nicht dabei. Welche Mutter will schon das Weinen der eigenen Tochter hören?“ Während ihrer Pubertät und als junge Erwachsene verdrängte Rakieta Poyga das traumatische Erlebnis. Erst durch die Geburt ihrer Tochter holten sie die Schmerzen „mit voller Wucht ein“. Die schwere Geburt wurde zum Schlüsselerlebnis für ihr Engagement gegen Genitalverstümmelung. „Die Schmerzen der Entbindung sind unbeschreiblich. Die Scheide muss aufgeschnitten werden, damit das Kind geboren werden kann.“

In Burkina Faso, einem der ärmsten Länder der Welt, ist die weibliche Genitalverstümmelung flächendeckend verbreitet: Fast ausnahmslos jede Frau in Rakieta Poygas Generation musste sich dieser lebensgefährlichen Prozedur unterziehen. „Alle Frauen meines Alters, egal ob sie dem Islam, dem Christentum oder einer indigenen Religion angehören, sind beschnitten. Wir alle sind durch’s Messer gegangen.“

Rakieta Poyga hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht, neue Generationen vor diesem Unrecht zu bewahren. „Für mich ist es schon verloren,“ sagt sie, „für meine Tochter aber noch längst nicht.“

So fing die Frauenrechtlerin zu kämpfen an. Was 1998 mit einer kleinen Gruppe von Frauen begann, ist heute eine erfolgreiche Organisation mit über 300 Aktiven. „Bangr Nooma“ bricht Tabus und schafft ein Bewusstsein für die negativen Folgen weiblicher Genitalverstümmelung.

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Kriegsverbrechen gegen Mädchen und Frauen in Nordmali bleiben ungestraft

Gewaltschutzzentrum von APDF in Bamako, Dort fanden zahlreiche Mädchen und Frauen auf der Flucht vor dem dschihadistischen Terror in Nordmali Schutz und Unterkunft. Foto: © TERRE DES FEMMESGewaltschutzzentrum von APDF in Bamako, Dort fanden zahlreiche Mädchen und Frauen auf der Flucht vor dem dschihadistischen Terror in Nordmali Schutz und Unterkunft.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Für Außenstehende ist es oft unvorstellbar, welchen Gräueltaten vor allem Mädchen und Frauen in Kriegs- und Krisengebieten ausgesetzt sind. Unvorstellbar auch deshalb, weil diese Verbrechen einem Tabu unterliegen und häufig straflos bleiben. Morde, Vergewaltigungen, Verstümmelungen, Zwangsverheiratungen - in Zeiten der Willkür und des Terrors werden Mädchen und Frauen zu schutzlosen Objekten des Machtmissbrauchs und zu erniedrigten Beweisen der Allmacht derer, welche die Herrschaft an sich gerissen haben.

Am 22. August 2016 wird vor dem internationalen Strafgerichtshof das Verfahren gegen Ahmad Al-Mahdi wieder aufgenommen. Die Anklage richtet sich ausschließlich gegen seine Beteiligung an der Zerstörung der historischen Mausoleen in Timbuktu. Für all` die unzähligen Frauen, die während der zehn Monate andauernden dschihadistischen Besatzung der Stadt unter den furchtbaren Gewaltverbrechen zu leiden hatten, ist das völlig unverständlich. Warum werden nicht auch die Morde, Vergewaltigungen und Zwangsverheiratungen vor Gericht gebracht? Mme Fatoumata Siré Diakité, die Präsidentin unserer Partnerorganisation in Mali, schreibt uns in einer Nachricht, in der sie den Behörden von Mali wegen ihrer Passivität eine Mitschuld, ja sogar Komplizenschaft zuspricht an den brutalen und massiven Menschenrechtsverletzungen gegen Mädchen und Frauen: "Ich kann euch gar nicht sagen, wie groß meine Wut ist!"

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TERRE DES FEMMES empfängt Frauenrechtlerin Mandisa Monakali aus Südafrika

Am 23. Juni 2016 war Geschäftsführerin und Gründerin Mandisa Monakali der südafrikanischen Frauenrechtsorganisation “Ilitha Labantu“ - zu deutsch “Land des Sonnenstrahls“ - bei TERRE DES FEMMES Geschäftsführerin Christa Stolle zu Gast. Es ergab sich ein anregender Dialog.

Ilitha Labantu hat ihren Sitz in der südafrikanischen Hauptstadt Kapstadt und hat ihre Zentrale im Township Gugulethu. Monakali gründete die Einrichtung 1989 als Reaktion auf die extrem hohe Rate an Vergewaltigungen und anderen Gewaltdelikten gegenüber Frauen und Kindern, denen vor allem die schwarze Bevölkerung in den ärmlichen Townships zum Opfer fällt.

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Spendenaktion - NEIN zu Genitalverstümmelung!

Animatricen/Animateure in Aktion. Foto: © ABNAnimatricen/Animateure in Aktion. Foto: © ABNTERRES DES FEMMES startet eine neue Spendenaktion für ihre Partnerorganisation Bangr Nooma in Burkina Faso. Diese setzt sich für Aufklärungskampagnen ein, um einen Wandel der traditionellen Normen zu bewirken und die Bevölkerung vom NEIN zu Genitalverstümmelung zu überzeugen. Unser Ziel ist es Spenden für die Aufklärungsarbeit von Bangr Nooma in der Region Toukin zu sammeln. Dort haben eine Überschwemmungskatastrophe sowie die massiven politischen Unruhen im Land den erfolgreichen Abschluss der Aufklärungsarbeit verzögert. Mit Hilfe zusätzlicher Spenden soll die Kampagne nun bis November 2016 erfolgreich abgeschlossen werden.

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Benefizkinoabend bringt 5.000 € für das FLORIKA-Projekt

Eine Spende in Höhe von 5.000 € übergaben die beiden Kasseler Soroptimist Clubs Kassel-Bad Wilhelmshöhe und Kassel-Kurhessen Waldeck im Juni 2016 an TERRE DES FEMMES für das FLORIKA-Projekt - gegen Frauenhandel in Bulgarien.

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