Archiv: Meldungen zur internationalen Zusammenarbeit

Nicaragua: Humanitäre Krise nach 39 Jahren – vor allem für Frauen

Protestmarsch für die Mütter der getöteten Studenten/innen. Foto: © Álvaro Cantillano RoizProtestmarsch für die Mütter der getöteten Studenten/innen. Foto: © Álvaro Cantillano RoizSeit dem Sturz der Somoza-Diktatur und Machtantritt des sandinistischen Revolutionärs Daniel Ortega 1979 galt Nicaragua die meiste Zeit als politisch stabil. Nach dem Contra-Krieg in den 1990er Jahren konnte das Land fast durchgängig wirtschaftliches Wachstum verzeichnen. Sozialreformen trugen zu Frieden und Sicherheit bei. Seit 2010 belegte Nicaragua immer bessere Plätze im Ranking des UN-Index für menschliche Entwicklung. Mit einer Ausnahme: Der Einhaltung und dem Schutz der Menschenrechte von Frauen. 2012 wurde das Gewaltschutzgesetz nach einer Dekade frauenrechtlichen Kampfes maßgeblich erweitert, nur um ein Jahr später wieder beschränkt zu werden. Häusliche Gewalt bis hin zu Feminizid gehört zu den häufigsten Todesursachen von Frauen in Nicaragua. Dazu kommt ganz akut eine humanitäre Krise unabsehbaren Ausmaßes

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„Männer müssen endlich lernen, Verantwortung zu tragen“ - Zwei AnwältInnen aus Van über Gewalt gegen Frauen und gegenwärtige Rechtsprechung

Murat Timur und Hüliya Korkmaz vor der Justitia. Foto: © YAKA-KOOPMurat Timur und Hüliya Korkmaz vor der Justitia. Foto: © YAKA-KOOPAuf 40 Grad im Schatten klettert das Thermometer im südosttürkischen Van im Juli. Wir sind dankbar, der Hitze im klimatisierten Büro der Anwaltskammer für eine Stunde zu entfliehen. Verabredet sind wir – TERRE DES FEMMES und YAKA-KOOP, unsere Partnerorganisation in der Türkei - mit Murat Timur, Anwalt und Vorsitzender der Anwaltskammer von Van (Türkiye Barolar Birligi), und Hülya Korkmaz, Anwältin und Vorstandsmitglied. Die Mitglieder der Anwaltskammer vertreten seit mehreren Jahren gewaltbetroffene Frauen und Mädchen ehrenamtlich vor Gericht.

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Krisenherd Nordkamerun - Einsatz für Mädchenbildung wichtiger denn je

Die Stipendiatinnen freuen sich zur Schule gehen zu dürfen. Foto: © Jürgen KunzeDie Stipendiatinnen freuen sich zur Schule gehen zu dürfen. Foto: © Jürgen KunzeÜber Kamerun liest man in hiesigen Zeitungen wenig. Dabei wird das Land immer wieder von Krisen und Konflikten erschüttert. So werden Zivilisten, häufig Frauen und Kinder, auch in Kamerun von der Terrorgruppe Boko Haram entführt und getötet. Seit sieben Jahren operiert die aus Nigeria stammende Gruppe in Westafrika. Viele ihrer Mitglieder haben sich nahe der Grenze zu Nordkamerun niedergelassen. In der Region sind seitdem 20.000 Menschen gestorben, 2,6 Millionen befinden sich auf der Flucht.

Doch damit nicht genug: Seit mehreren Jahren ist das Verhältnis der englischsprachigen Minderheit Kameruns zur frankophonen Mehrheitsbevölkerung und Regierung angespannt. Dieser Konflikt ist auf die Kolonialzeit zurückzuführen, als Kamerun zwischen England und Frankreich aufgeteilt war.

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Was bedeutet es, Frau zu sein? Drei Frauen aus Nicaragua erzählen...

Wie ist es eine Frau in Nicaragua zu sein? Was bedeutet Benachteiligung für die verschiedenen Frauen und haben sie das Gefühl, in ihrem Land benachteiligt zu sein?

Wo sehen sie ihre Stärken? Und: Gibt es einen Diskurs über das „Frau-Sein“ unter ihnen?

Seit 2011 unterstützt TERRE DES FEMMES die nicaraguanische Frauenrechtsorganisation Asociación Proyecto MIRIAM. Mit Beratungs- und Bildungsangeboten ermöglicht MIRIAM betroffenen Mädchen und Frauen den Ausstieg aus der Gewalt. Durch die Berichte von MIRIAM und eigene Reisen nehmen wir die Lage der Frauen in Nicaragua als alarmierend wahr. Doch was denken die Frauen selbst?

Cloribell, Postgraduierte der Rechts-und Umweltwissenschaften, Sandra, Lehrbefugte für Soziologie mit Schwerpunkt Sozialarbeit und Management und Marlin, Buchhalterin, berichten.

(v.l.n.r.) Marlin, Cloribell und Sandra erzählen uns, was es bedeutet eine Frau in Nicaragua zu sein. Foto. © Asociación Proyecto MIRIAM Nicaragua.(v.l.n.r.) Marlin, Cloribell und Sandra erzählen uns, was es bedeutet eine Frau in Nicaragua zu sein.
Foto. © Asociación Proyecto MIRIAM Nicaragua.

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Halbjahresbericht aus der Beratungsstelle für Frauen im indischen Karimnagar

BHUMIKA klärt College-Studentinnen am Internationalen Frauentag über ihre Rechte auf. Foto: © BHUMIKA Women's Collective.BHUMIKA klärt College-Studentinnen am Internationalen Frauentag über ihre Rechte auf. Foto: © BHUMIKA Women's Collective.Mehr als 100 Vergewaltigungen pro Tag - Indien ist für Frauen das gefährlichste Land der Welt. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Thomson Reuters Medienkonzerns. Obwohl 2013 das Indische Sexualstrafrecht verschärft wurde, bleibt die Zahl der Frauen, die von häuslicher und sexualisierter Gewalt betroffen sind, alarmierend hoch.

TERRE DES FEMMES unterstützt deshalb seit 2017 die von ihrer Partnerorganisation BHUMIKA Women's Collective aufgebaute Beratungsstelle für gewaltbetroffene Frauen und Mädchen in einer Polizeistation im zentralindischen Karimnagar.

Physischer und psychischer Missbrauch, Alkoholismus und daraus resultierende Mangelversorgung der Familie, außereheliche Beziehungen des Mannes und Polygamie sind nur einige der Gründe, warum Frauen zwischen 18 und 45 Jahren in die Beratungsstelle kommen. Oft haben sie den Weg zu Familienoberhäuptern oder Dorfältesten bereits hinter sich und sie um Meditation gebeten - ihre Situation hat das nicht verbessert. 

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„Hier bin ich und es geht mir gut“- News aus dem Schutzhaus in Sierra Leone

Safia im Foyer des Schutzhauses. Foto: © Veronika Kirschner. Safia im Foyer des Schutzhauses. Foto: © Veronika Kirschner. Sierra Leone gilt heute als eines der ärmsten Länder der Welt. Bürgerkrieg und Epidemien haben das Land bis zuletzt erschüttert und auch wenn es sich seit dem Jahr 2000 im Wiederaufbau befindet, werden schädliche traditionelle Praktiken wie die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) weiterhin fortgesetzt.  

Seit 2009 unterstützt TDF die Frauenrechtsorganisation Amazonian Initiative Movement (AIM), die sich gegen jegliche Form von Gewalt an Frauen und Mädchen und insbesondere gegen FGM einsetzt. Mit dem Bau eines Schutzhauses für von FGM bedrohte Mädchen in Lunsar, ca. 80 km von der Hauptstadt Freetown entfernt, erfüllte sich AIM 2012 einen Herzenswunsch.

Viel hat sich seitdem zum Guten gewendet: wie im letzten Quartalsbericht von AIM beschrieben, konnten sich 20 Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 9-21 Jahren im Schutzhaus in den Monaten zwischen April bis Juni 2018 ein neues Leben frei von Gewalt aufbauen. Die 18 Jährige Safia* berichtet: „ Nach dem Tod meiner Eltern war ich auf mich selbst gestellt. Ich musste harte Arbeit verrichten und hatte immer wieder mit häuslicher Gewalt zu kämpfen. Aber hier bin ich und es geht mir gut.“

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„Aus einem Schleier machen wir einen Drachen“ - Der Vorsitzende der Vereinigung der FriseurInnen aus Van über die Aktion „STOP Frühehen!“

VVeysel Koç zeigt das Plakat zur Aktion "STOP Frühehen!". Foto: © YAKA-KOOPVeysel Koç zeigt das Plakat zur Aktion "STOP Frühehen!". Foto: © YAeysel Koç fährt sich zufrieden durch das kinnlange, schwarz-graue Haar. Er lehnt sich zurück und erklärt: „Vor der Kooperation mit YAKA-KOOP gab es jährlich 50 bis 100 sogenannte ‚Kinderhochzeiten‘ in Van. Jetzt sind es nur noch 5 bis 10 pro Jahr. Wir sind stolz, dazu einen Beitrag geleistet zu haben“. Der 47-jährige steht der Vereinigung der FriseurInnen im südosttürkischen Van vor, die 700 Mitglieder zählt. Seit 2014 beteiligen sich Veysel und seine KollegInnen an der Kampagne der TDF-Partnerorganisation YAKA-KOOP gegen Frühehen.

Zweifel hatte Veysel keine, als YAKA-KOOP auf ihn zukam und eine Kooperation anregte: „Frühehen sind nicht mehr zeitgemäß. Wir können auch als Dienstleister darauf hinwirken, dass die Gesellschaft ein Bewusstsein für die Bedürfnisse von Mädchen und Frauen entwickelt“. Die Vereinigung organisierte ein großes Seminar, auf dem YAKA-KOOP die Aktion „STOP Frühehen!“ vorstellte und mit den 150 TeilnehmerInnen ins Gespräch kam. Später beteiligten sich Mitglieder auch an Sensibilisierungsbesuchen bei Behörden und in Dörfern.

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„Jedes Mädchen lernte bei uns Lesen und Schreiben, aber wenn sie jemand fragte, studierten sie den Koran“ – Aqelah Nazari-Hossain Dad im Interview und zu Besuch bei TDF

Aqelah Nazari. Foto: © TERRE DES FEMMESAqelah Nazari-Hossain Dad, Vorstandsfrau und Mitgründerin der Neswan Social Association: Foto: © TERRE DES FEMMESAuch heute noch zählt Afghanistan zu den gefährlichsten Ländern für Frauen weltweit. Doch der unermüdliche Ruf der Frauen nach Gleichberechtigung und Freiheit wird immer lauter. Unter ihnen befindet sich Aqelah Nazari-Hossain Dad. Als die Taliban an die Macht kamen war sie 11 Jahre alt und durfte plötzlich nicht mehr zur Schule gehen. Kurzerhand gründete sie zusammen mit ihren Schwestern eine Untergrundschule für Mädchen aus der Nachbarschaft, die nach ein paar Jahren schon von mehr als 80 Mädchen besucht wurde. Heute ist Aqelah Nazari-Hossain Dad Vorstandsfrau und Mitgründerin der Neswan Social Association in Herat, Afghanistan, eine langjährige Partnerschaftsorganisation von TERRE DES FEMMES, die sich für Empowerment von Mädchen und Frauen einsetzt. Vom 03.07.-06.07.2018 besuchte sie die TDF-Geschäftsstelle in Berlin und wird ehrenamtliche Projektkoordinatorin von TERRE DES FEMMES für die Kooperation mit der Neswan Social Association. Im Interview spricht sie über ihren faszinierenden und mutigen Lebensweg, über ihre Arbeit im aufgebauten Frauenzentrum der Neswan Social Association, über Feminismus und die Zukunft der Frauen in Afghanistan.

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Frauenrechte in Nicaragua: Auf kurzen Hoffnungsschimmer folgt dramatische Talfahrt

Unter dem Motto "Ni Una Menos" - "Nicht eine weniger" - protestieren Menschen aus Nicaragua landesweit gegen Gewalt an Mädchen und Frauen und rufen zum Hinschauen auf. Foto: © TERRE DES FEMMESUnter dem Motto "Ni Una Menos" - "Nicht eine weniger" - protestieren Menschen aus Nicaragua landesweit gegen Gewalt an Mädchen und Frauen und rufen zum Hinschauen auf. Foto: © TERRE DES FEMMES„Mein Sohn lebt in Nicaragua, meine Töchter in den Vereinigten Staaten“, soll Gioconda Belli, nicaraguanische Autorin[1], zur aktuellen Lage der Geschlechterverhältnisse in ihrer Heimat einst gesagt haben. Trockener Humor oder bittere Realität?

Letzteres, würden BeobachterInnen der Frauenrechtslage in Nicaragua wohl sagen: Fakt ist, dass es sich als Frau dort gefährlich lebt. Gewalt gegen Frauen ist in dem zentralamerikanischen Land weit verbreitet – über alle Schichten hinweg.

Repräsentativen Umfragen zufolge hat jede zweite verheiratete Frau Gewalt in ihrer Ehe erlebterlebt. 2017 wurden 63 Frauen getötet. Jedes vierte minderjährige Mädchen ist bereits Mutter oder schwanger. Dies gilt als direkte Folge mangelnder Aufklärung und einer hohen Missbrauchsrate. Landesweit herrscht ein komplettes Abtreibungsverbot, auch bei Gefahr für Leib und Leben der Frau oder nach einer Vergewaltigung.

 

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Partnerorganisation YAKA-KOOP berichtet: Immer mehr Mädchen und Frauen in der Osttürkei von Gewalt betroffen

Seit mehr als 15 Jahren setzt sich YAKA-KOOP dafür ein, Gewalt gegen Mädchen und Frauen in der Öffentlichkeit zum Thema zu machen. Foto: © YAKA-KOOPSeit mehr als 15 Jahren setzt sich YAKA-KOOP dafür ein, Gewalt gegen Mädchen und Frauen in der Öffentlichkeit zum Thema zu machen. Foto: © YAKA-KOOPDas Jahr 2017 hat erneut gezeigt, wie wichtig die Arbeit von YAKA-KOOP in der osttürkischen Provinz Van für Mädchen und Frauen ist: In der Region sind Früh- und Zwangsverheiratungen immer noch überproportional häufig an der Tagesordnung. Die weitgehend kurdische Gesellschaft ist stark patriarchalisch geprägt. Es herrschen traditionelle Vorstellungen von Familie und Geschlechterrollen vor. Mehr als 40 Prozent der über 15-jährigen Mädchen und Frauen haben bereits Gewalt in der eigenen Familie erlebt. Der erschwerte Zugang zu Bildung und Arbeit sowie die drohende Gefahr einer Früh- oder Zwangsverheiratung stellen große – teils unüberwindbare – Hindernisse für ein freies und selbstbestimmtes Leben dar. 

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Bollywood – Genderklischees am laufenden Band? Veranstaltung der Friedrich-Ebert-Stiftung am 20.06.18

V.l.n.r.: Zarah Udwadia, Nishtha Madaan und Anne Wizorek bei der Gerechtigkeitswoche der Friedrich-Ebert-Stiftung. Foto: © TERRE DES FEMMESV.l.n.r.: Zarah Udwadia, Nishtha Madaan und Anne Wizorek bei der Gerechtigkeitswoche der Friedrich-Ebert-Stiftung. Foto: © TERRE DES FEMMESViel ist bereits über das stark zum Vorteil der Männer ausgerichtete Geschlechterverhältnis in Indien geschrieben und publiziert worden. Auch TERRE DES FEMMES unterstützt seit knapp 20 Jahren Projekte, welche die soziale, politische und wirtschaftliche Position indischer Frauen stärken. Jedoch geht die Entwicklung auf dem Subkontinent nur schleppend voran und macht in mancher Hinsicht sogar Rückschritte. Zur Erklärung werden neben der schieren Größe Indiens, welche die Ausbreitung emanzipatorischer und feministischer Bewegungen besonders auf dem Land erschwert, oft auch kulturelle und religiöse Gründe genannt. So zeigt sich die mangelnde Wertschätzung und Anerkennung, die Teile der indischen Gesellschaft Mädchen und Frauen immer noch entgegen bringen, nicht nur durch schlechtere Bildungs- und Berufschancen, sondern auch durch höhere Abtreibungsraten für weibliche Föten, eine höhere Kindersterblichkeitsrate für Mädchen unter fünf Jahren und die hohe Zahl an Fällen von sexualisierter und häuslicher Gewalt gegenüber Mädchen und Frauen.

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Besuch aus Afghanistan in der TERRE DES FEMMES-Geschäftsstelle

Auch über 15 Jahre nach dem Sturz der Taliban ist Afghanistan weltweit eines der gefährlichsten Länder für Frauen. Zwangsheirat, Gewalt, Frühehen, Ehrenmord und Mädchenhandel gehören zum Alltag. Wie viel Mut müssen Frauen in Afghanistan aufbringen, wenn sie ihre Stimmen erheben und ihre Rechte einfordern? Aqelah Nazari-Hossain Dad gehört zu ihnen:

Das Frauenbildungszentrum Shahrak, westlich von Herat/Afghanistan. Foto: © Frauenzentrum ShahrakDas Frauenbildungszentrum Shahrak, westlich von Herat/Afghanistan. Foto: © Frauenzentrum Shahrak

Gemeinsam mit ihren Schwestern hat sie unter den Taliban eine heimlich eingerichtete Mädchenschule und medizinische Hilfen für Frauen in Not aufgebaut. Aus diesen Initiativen sind später die Organisation NESWAN SOCIAL ASSOCIATION und im Jahr 2003 das Frauenzentrum Shahrak entstanden. TERRE DES FEMMES unterstützt das Frauenzentrum Shahrak seit 2004. Wir freuen uns über den Besuch von Aqelah Nazari-Hossain Dad in der TERRE DES FEMMES-Bundesgeschäftsstelle.

Aqelah Nazari-Hossain Dad besucht vom 4. bis 6. Juli 2018 die TERRE DES FEMMES-Geschäftsstelle und wird am Donnerstag, den 5. Juli einen Vortrag über ihre Arbeit in Afghanistan halten.

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Frauenrechte in Indien: wenn Unterdrückung als Tugend verkauft wird

Eine Mitarbeiterin des BHUMIKA Women's Collective berät ein Ehepaar. Foto: © Gina Rumsauer.Eine Mitarbeiterin des BHUMIKA Women's Collective berät ein Ehepaar. Foto: © Gina Rumsauer.Nach der jüngsten Gruppenvergewaltigung einer Achtjährigen in einem Tempel steht Indien erneut Kopf: in vielen Städten gehen empörte BürgerInnen auf die Straße. Premierminister Modi hat ein landesweites Programm zum Schutz von Mädchen gestartet. Ein Blick auf die nationale Gewaltstatistik zeigt, dass das auch bitter nötig ist: die Vergewaltigungen minderjähriger Frauen sind 2017 um 82% gegenüber dem Vorjahr gestiegen. In den meisten Fällen wurden die Taten von Familienmitgliedern oder Verwandten verübt.

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Jetzt auf Betterplace: Projekt „Raus aus der Gewalt“ ─ Empowerment für Mädchen & Frauen in Nicaragua

Mit Bildung in ein selbstbestimmtes Leben starten. Foto: © Itzel Chavarría.Mit Bildung in ein selbstbestimmtes Leben starten. Foto: © Itzel Chavarría.Wir brauchen Ihre Unterstützung!

TERRES DES FEMMES und ihre Partnerorganisation MIRIAM starten eine neue Spendenaktion für gewaltbetroffene Mädchen und Frauen in Nicaragua.

Das Projekt „Raus aus der Gewalt“ kommt 750 Mädchen und Frauen in den Städten Managua und Estelí zugute: sie lernen ihre Rechte einfordern und werden unterstützt, sich aus gewaltvollen Beziehungen zu lösen und ein eigenes Einkommen zu erwirtschaften.

Konkret können sie kostenfreie Rechtsberatung und anwaltliche Vertretung in Anspruch nehmen und eine berufliche Ausbildung machen. Bei der Gründung eines Kleinunternehmens oder einer Kooperative nach Ausbildungsende werden sie begleitet.

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„Frauen müssen am Wandlungsprozess in Israel mitgestalten“ - Delegationstreffen mit den Abraham Fund Initiatives aus Israel

Anton Goodmann von der AFI beim Delegationstreffen mit TERRE DES FEMMES-Vertreterinnen Maja Wegener (links) und Ariane Leeven (rechts). Foto:  © TERRE DES FEMMESAnton Goodmann von der AFI beim Delegationstreffen mit TERRE DES FEMMES-Vertreterinnen Maja Wegener (links) und Ariane Leeven (rechts). Foto: © TERRE DES FEMMESEin gelungenes Treffen, so könnte man sagen! Am 24. April 2018 besuchte uns Anton Goodman, der Entwicklungsdirektor der Abraham Fund Initiatives, in Berlin in der Geschäftsstelle von TERRE DES FEMMES.

Bei diesem Delegationstreffen fand zwischen Herrn Goodman und Maja Wegener, Abteilungsleiterin bei TERRE DES FEMMES, sowie Ariane Leeven in Vertretung für das Referat Internationale Zusammenarbeit ein reger Austausch über die Arbeit der Organisationen statt. Die Stärkung von Frauenrechten ist ein wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Wandels.

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Projekt „Selbstbestimmung durch Bildung“ bei den Mafa in Nordkamerun - Projektreise von Godula Kosack nach Kamerun - Februar/März 2018

TDF-Vorstandsfrau Godula Kosack im Büro der AAFMHL. Foto: © Jürgen Kunze.TDF-Vorstandsfrau Godula Kosack im Büro der AAFMHL.
Foto: © Jürgen Kunze.
TERRE DES FEMMES-Vorstandsfrau Godula Kosack bereiste im Frühjahr den Norden Kameruns, um unsere Partnerorganisation AAFMHL zu besuchen, die dort tätigen Frauen zu unterstützen und sich einen Eindruck von der aktuellen Lage zu verschaffen.

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Wie die Rechte der Mädchen und Frauen verteidigen, wenn man dafür gegen Staat und Gesellschaft ankämpfen muss? Ein Interview mit TERRE DES FEMMES’ nicaraguanischen Partnerinnen

Viele nicaraguanische Mädchen und Frauen kennen ihre Rechte nicht - die zudem auch noch ständig beschnitten werden. MIRIAM bietet rechtliche und psychologische Beratung für betroffene Frauen an. Foto: © Itzel ChavarríaViele nicaraguanische Mädchen und Frauen kennen ihre Rechte nicht - die zudem auch noch ständig beschnitten werden. MIRIAM bietet rechtliche und psychologische Beratung für betroffene Frauen an. Foto: © Itzel Chavarría

Zwei Schritte vor und drei zurück: So kann man den Kampf für die Ausweitung und den Schutz der Frauenrechte in Nicaragua beschreiben. Zwar brachten die letzten Jahre Fortschritte, wie die Einführung des Gesetzes gegen Gewalt an Frauen (Ley Integral contra la Violencia hacia las Mujeres bzw. Ley 779) im Jahr 2012. Verpflichtende Mediation mit dem Täter vor der polizeilichen Erfassung eines Gewaltdelikts wurde verboten, Frauenmord als eigener Straftatbestand aufgenommen und die rechtliche Definition von geschlechtsspezifischer Gewalt um ökonomische und psychologische Gewalt erweitert. Nur ein Jahr später folgte jedoch bereits die Aufweichung des neuen Gesetzes – die Mediation wurde für „minder schwere Fälle“ wieder eingeführt. Außerdem wurde eine Vielzahl der rein weiblich besetzten, an die Polizeistationen angegliederten Frauenkommissariate, welche bereits 1993 eingeführt worden waren, aufgelöst und die übrigen Kommissariate faktisch entmachtet.

Nicaraguanische Frauenrechtsorganisationen, wie beispielsweise die TDF-Partnerorganisation MIRIAM, widmen sich umso verbissener der Sisyphusaufgabe, Mädchen und Frauen in Nicaragua ein sicheres, selbstbestimmtes und gewaltfreies Leben zu ermöglichen. Wie sich die sich zunehmend verschlechternde frauenrechtliche Lage auf ihre Arbeit auswirkt, können Sie im folgenden Interview nachlesen.

TERRE DES FEMMES befragt die Rechtsberaterinnen ihrer Partnerorganisation MIRIAM zu den Erfahrungen mit den jüngsten Entwicklungen der frauenrechtlichen Lage in Nicaragua: Marjorie Ruíz und Heylim Jirón in Managua sowie Hazel Llanezosa Peralta in Estelí.

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„Wir schaffen das!“ – Die Geschichte von Fatma* aus Van

Ferda und Fatma baten darum, unerkannt zu bleiben. Hier sitzen sie mit YAKA-KOOP vor ihrem Haus. Foto: © Birgitta HahnFerda und Fatma baten darum, unerkannt zu bleiben. Hier sitzen sie mit YAKA-KOOP vor ihrem Haus. Foto: © Birgitta Hahn

Auf unserer Dienstreise in der Türkei sprechen wir auch mit Ferda, 37, einer siebenfachen Mutter aus einem südosttürkischen Dorf in der Nähe von Van. Ihre Tochter Fatma, 8, wurde 2016 von einem Mann aus dem eigenen Dorf vergewaltigt. Die TDF-Partnerorganisation YAKA-KOOP begleitet die Familie seit der Anzeigenerstattung, unterstützt sie mit rechtlicher und psychologischer Beratung und vertrat sie bei ihrem Prozess auch anwaltlich vor Gericht.

Der Prozess und das Leben der Familie heute - TDF-Koordinatorinnen Dilek Okur und Birgitta Hahn im Gespräch mit Ferda

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„Ich will, dass alle Mädchen aus Van etwas lernen und die Welt sehen“ – TDF im Gespräch mit dem Vorsitzenden der Vereinigung der Dorfvorsteher aus Van

TDF-Koordinatorinnen Dilek Okur und Birgitta Hahn im Gespräch mit Ibrahim Koseoglu. Foto: © YAKA-KOOPTDF-Koordinatorinnen Dilek Okur und Birgitta Hahn im Gespräch mit Ibrahim Koseoglu. Foto: © YAKA-KOOP

Ibrahim Köşeoğlu empfängt uns in einem Industriepark am Rande des südosttürkischen Van. Der 57-jährige steht seit zehn Jahren an der Spitze der Vereinigung der DorfvorsteherInnen in der Region Van. Damit spricht er stellvertretend für 679 Dorfvorsteher, eine Dorfvorsteherin und 2.000 DorfbewohnerInnen. Außerdem steht er selbst seinem Heimatdorf Pirgarip Mahalleri vor. Im Büro sei es zu stickig, sagt er, und trägt prompt ein paar Stühle und einen Beistelltisch nach draußen. Wir sind gekommen, um über Frauenrechte mit ihm zu sprechen, und was sie in „seinen“ Dörfern gelten.

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KöchInnen gegen Frühverheiratung - Im Gespräch mit drei Caterern aus Van

Die KöchInnen Ali, Fatoş und Sinan (v.l.n.r.) im Interview mit TDF. Foto: © YAKA-KOOPDie KöchInnen Ali, Fatoş und Sinan (v.l.n.r.) im Interview mit TDF. Foto: © YAKA-KOOP

Lässig schlendern am letzten Tag unserer Dienstreise in die Türkei drei MittdreißigerInnen in das Büro von YAKA-KOOP. Wüssten wir es nicht besser, würden wir sie für Berliner Start-up-GründerInnen halten. Doch Ali Geyik (36), Fatoş Salam (38) und Sinan Polat (37) verbindet etwas Anderes: die Liebe zum Kochen. Die Caterer versorgen die Gäste privater und öffentlicher Feste in Van mit kulinarischen Köstlichkeiten. Und nicht nur das. Seit 2016 unterstützen sie die Aktion „STOP Frühehen!“ der TDF-Partnerorganisation YAKA-KOOP: Sie selbst beliefern keine „Kinderhochzeiten“ mehr und machen das auch publik.

 

 

 

 

 

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