Wie Kinder in Burkina Faso zu Schulranzen kamen

Foto: © TDF

Manche Sachen funktionieren wie ein Puzzle, dessen Teile sich per Zufall auf der ganzen Welt finden. Während Kinder in der Schweiz die französische Sprache lernen, fehlt es in Burkina Faso an Schulmaterial. Man kann das eine mit dem anderen verknüpfen, dachte sich die Mitfrau Justyna Grund von TERRE DES FEMMES (TDF) und fand eine Idee zur Zusammenarbeit.

Aber alles der Reihe nach. In Burkina Faso haben die meisten Kinder nicht genug zu essen, geschweige denn Schultaschen, in denen sie ihre Bücher transportieren können, sagte Rakieta Poyga aus Burkina Faso am Telefon. Unsere Projektkoordinatorin für Burkina Faso kam auf die Idee, Schultaschen in ihrem Umfeld zu suchen und den Kindern nach Burkina Faso zu senden. Also fragte sie einen Primarschul-Lehrer in der Region – und der war begeistert von der Idee und brachte alles ins Rollen.  

Die Kinder in seiner Klasse haben Briefe auf Französisch geschrieben und viele Schul- & Spielsachen gesammelt. Kurz vor Weihnachten verschickte unsere Projektkoordinatorin zwei 10 Kilo Pakete direkt nach Burkina Faso, welche kurz nach Neujahr wohlbehalten ankamen. Die Kinder erhielten Schultaschen, Schreibsachen und Spielzeug. Kurz darauf schrieben die Kinder aus Burkina Faso den Kindern in der Schweiz zurück. Diese Kinder haben auch wieder geantwortet.

Nun wäre der Wunsch, dass sich daraus ein paar schöne Brieffreundschaften entwickeln und alle beteiligten Kinder davon profitieren können. Die Kinder in der Schweiz werden, sobald es die Situation zulässt, altersgemäss persönlich über weibliche Genitalverstümmelung aufgeklärt und üben nicht nur die französische Sprache, sondern bekommen auch Aufklärung und werden für dieses Thema sensibilisiert. Die Kinder in Burkina Faso können vielleicht wieder unterstützt werden und erfahren, wie Kinder auf einem anderen Kontinent leben.

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Rakieta Poyga ist Leiterin von Bangr-Nooma. Diese Frauenrechtsorganisation wurde im Jahr 1998 von ihr gegründet mit dem Ziel, weibliche Genitalverstümmelung in Burkina Faso zu beenden (FGM = Female Genital mutilation). In Burkina Faso sind nach Angaben von UNICEF rund 76% aller Mädchen und Frauen im Alter von 15-49 Jahren von FGM betroffen. TDF unterstützt das Projekt gegen weibliche Genitalverstümmelung in Burkina Faso und trägt damit dazu bei, diese Praktik zu beenden. Zudem wird auch ein Gewaltschutzzentrum von TDF unterstützt.

Hier können Sie für das Projekt spenden, mit dem Stichwort «Burkina Faso»

EthikBank
IBAN DE35 8309 4495 0103 1160 00
BIC GENODEF1ETK

UnbenanntFoto: © TDF / Kinder aus Burkina Faso, die den Schülerinnen und Schülern geschrieben haben 
KlasseFoto: © TDF / Die 5. Klasse zeigt die Briefe, die sie aus Burkina Faso erhalten haben