„Hier bin ich und es geht mir gut“- News aus dem Schutzhaus in Sierra Leone

Safia im Foyer des Schutzhauses. Foto: © Veronika Kirschner. Safia im Foyer des Schutzhauses. Foto: © Veronika Kirschner. Sierra Leone gilt heute als eines der ärmsten Länder der Welt. Bürgerkrieg und Epidemien haben das Land bis zuletzt erschüttert und auch wenn es sich seit dem Jahr 2000 im Wiederaufbau befindet, werden schädliche traditionelle Praktiken wie die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) weiterhin fortgesetzt.  

Seit 2009 unterstützt TDF die Frauenrechtsorganisation Amazonian Initiative Movement (AIM), die sich gegen jegliche Form von Gewalt an Frauen und Mädchen und insbesondere gegen FGM einsetzt. Mit dem Bau eines Schutzhauses für von FGM bedrohte Mädchen in Lunsar, ca. 80 km von der Hauptstadt Freetown entfernt, erfüllte sich AIM 2012 einen Herzenswunsch.

Viel hat sich seitdem zum Guten gewendet: wie im letzten Quartalsbericht von AIM beschrieben, konnten sich 20 Mädchen und junge Frauen im Alter zwischen 9-21 Jahren im Schutzhaus in den Monaten zwischen April bis Juni 2018 ein neues Leben frei von Gewalt aufbauen. Die 18 Jährige Safia* berichtet: „ Nach dem Tod meiner Eltern war ich auf mich selbst gestellt. Ich musste harte Arbeit verrichten und hatte immer wieder mit häuslicher Gewalt zu kämpfen. Aber hier bin ich und es geht mir gut.“

Safias Geschichte ist kein Einzelfall. Alle zwanzig Mädchen berichten von ähnlichen Schicksalen. Ins Schutzhaus flüchteten sie vor einer drohenden Genitalverstümmelung, Zwangsverheiratung, Kinderarbeit, häuslicher Gewalt und sexuellem Missbrauch. Nicht selten mussten sie sich vor Aufnahme in das Schutzhaus auf der Straße durchschlagen- gerade als Mädchen ein großes Risiko mit Blick auf geschlechtsspezifische Gewalt. Manche kommen nach dem Tod ihrer Eltern bei Verwandten unter, doch dort werden sie selten wie eigene Kinder behandelt und müssen immer wieder für harte Haus- und Feldarbeit herhalten.

Das Schutzhaus bietet den Mädchen eine Chance auf ein normales Leben. Ein Leben in Sicherheit mit einem geregelten Tagesablauf, einem Dach über dem Kopf, täglichen Mahlzeiten und dem Zugang zu Bildung.

Mit großer Freude erreichte uns im Juni die Nachricht, dass alle Mädchen und jungen Frauen im Schutzhaus das Schuljahr erfolgreich abgeschlossen haben und in die nächst höhere Klasse versetzt wurden. Auch pflanzen die Mädchen auf dem Land rund um das Schutzhauses mittlerweile Reis und Gemüse an, die sie nun ernten konnten und für ihre eigene Versorgung und einen bescheidenen Verkauf auf dem Markt nutzen. Tolle Erfolge für die Mädchen.

Auch Safia freut sich: „Meine Eltern sind gestorben, aber TDF ist lebendig. Für mich und für die anderen Mädchen. TDF ist wie die strahlende Sonne, die unsere verkümmerte Hoffnung und Fröhlichkeit wiederaufblühen lässt.“

Bitte unterstützen auch Sie die Arbeit des Schutzhauses. Spenden Sie jetzt, damit Mädchen wie Safia weiterhin vor FGM geschützt bleiben und ein selbstbestimmtes Leben führen können.

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* Alle Namen wurden verändert.

 

Stand: 08/2018

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