1.000 Euro für Mädchenbildung in Kamerun...

 

Ein Schüler der Klasse 15-3 übergibt den Spendenscheck an TERRE DES FEMMES. Foto: © Justin LuchtEin Schüler der Klasse 15-3 übergibt den Spendenscheck an TERRE DES FEMMES. Foto: © Justin Lucht....erspielte die BBA – Akademie der Immobilienwirtschaft aus Berlin bei einem Urban Volleyballturnier. Die Spende kommt benachteiligten Mädchen in Nordkamerun zugute, deren Schulbesuch TERRE DES FEMMES gemeinsam mit ihrer Partnerorganisation AAFMHL fördert. Die Klasse 15-3 der BBA setzte sich gemeinsam mit ihrem Lehrer, Herrn Peter Becker, gegen die große Konkurrenz durch. TDF freut sich über so viel sportlichen Ehrgeiz zugunsten der Mädchen!

Warum diese Spende so wichtig ist? Lesen sie selbst...

In der Region Extremer Norden in Kamerun gibt es auch heute noch Dörfer, in denen bis zu 100% der Frauen Analphabetinnen sind. Unvorstellbar, aber wahr! Warum? Eine streng patriarchale traditionelle Gesellschaftsordnung schränkt Frauen in ihrem Recht auf Bildung ein und gesteht ihnen häufig keine zu. Mädchen sollen später die Haus- und Feldarbeit übernehmen und die Kinder erziehen. Schon im Alter von sechs Jahren wird von ihnen Mitarbeit erwartet. Schulbildung für Mädchen gilt in der Regel als verzichtbar. Da die Schule Geld kostet, das die Väter bei der großen Kinderzahl nicht für alle Kinder aufbringen können, wird der Schulbesuch oft nur den Söhnen ermöglicht

Endlich die Schulbank drücken dürfen! Schülerinnen aus Makandai/Kamerun. Foto: © Martine MbritchéEndlich die Schulbank drücken dürfen! Schülerinnen aus Makandai/Kamerun. Foto: © Martine MbritchéDas soll aber nicht so bleiben! Sagt der Verein AAFMHL, die Partnerorganisation von TERRE DES FEMMES in Kamerun. Der Verein fördert Mädchen aus drei abgelegenen Bergdörfern (M’lay, Huva und Ldama), die gerne zur Schule gehen wollen, dafür aber keine Mittel haben.

2016 hat TDF 16 Schülerinnen unterstützt – mit kleinen Stipendien zur Finanzierung der Schulgebühren und Unterrichtsmaterialien. Was das für Mädchen sind? Hier werden vier von ihnen vorgestellt:

Bava Nguizayé kommt aus Huva. Sie ist 13 Jahre alt und aktuell im zweiten Ausbildungsjahr der technischen Fachschule CETIC in Makandai.  Bava ist Halbwaise – sie hat keinen Vater mehr. Mit ihren sechs Geschwistern wächst sie bei ihrer Großmutter auf. Ihre Eltern sind beide nicht zur Schule gegangen und lebten allein vom Ackerbau. Gab es magere Ernten, musste ihr Vater Aushilfsjobs in der Stadt finden, um die Familie über Wasser zu halten. Bava ist sehr fleißig und will auf keinen Fall eine Klasse wiederholen müssen. Ihr großes Vorbild sind andere TDF-Stipendiatinnen, die bereits ihren Schulabschluss geschafft haben.

So wie zum Beispiel Madeleine Kotigai. Sie ist mit neun Geschwistern in M’lay aufgewachsen. Madeleine ist 17 Jahre alt und besucht das Gymnasium in Koza, einer nahe gelegenen Kleinstadt. 2016 hat sie erfolgreich die technische Fachschule CETIC abgeschlossen. Das macht sie sehr stolz. Sie sagt, ihre Zukunft zeichne sich langsam vor ihr ab, jetzt, wo sie einen ersten Schulabschluss in der Tasche habe. In den nächsten Jahren wird sie Alles dafür tun, um ihr Abitur zu bestehen. Denn das braucht sie, um ihren Berufswunsch – Polizistin oder Lehrerin – in die Tat umzusetzen.

Suzane Mbadaha hatte dieses Jahr weniger Glück als Madeleine: die 17-Jährige musste eine Gymnasialklasse wiederholen. Suzane war häufig krank und mehrfach dazu gezwungen, eine Auszeit zu nehmen, um wieder zu genesen. Dazu kommt, dass ihr Vater strikt gegen ihren Schulbesuch ist. Er würde sie am liebsten verheiraten. Keines ihrer vier Geschwister ist zur Schule gegangen. 2016 eskalierte der Streit mit dem Vater: Suzane bat ihre Tante darum, bei ihr wohnen zu dürfen, sollte ihr Vater erneut versuchen, ihr die Schulsachen wegzunehmen. Auch mit der AAFMHL hat Suzane mittlerweile gesprochen. Der Verein wird ihren Vater aufsuchen und ihn von den Vorteilen einer Schulbildung für Mädchen zu überzeugen versuchen. Eins ist jedenfalls sicher: Suzane hat große Ambitionen und wird für ihren Weg kämpfen.

Dass die geförderten Mädchen auch jenseits der Schule große Herausforderungen meistern müssen, zeigt nicht zuletzt die Geschichte der 16-jährigen Catherine Damdam aus M’lay. Sie besucht das Gymnasium in Gouzda, einer Kleinstadt 10 km von ihrem Dorf entfernt. Auch Catherine musste dieses Jahr eine Klasse wiederholen. Vor allem der lange Schulweg, den sie zweimal täglich zu Fuß zurücklegen muss, macht ihr zu schaffen. Aber auch Krankheiten suchen sie immer wieder heim und für die medizinische Versorgung fehlt das Geld. Welche Risiken damit einhergehen, musste Catherine schmerzhaft erfahren: zwei ihrer Geschwister starben jung. Sie geht als Einzige aus ihrer Familie zur Schule. Zu Hause warten nicht nur Schularbeiten auf sie: der Vater kann sich nur auf Krücken fortbewegen, die Mutter ist schwer krank. Trotzdem hat Catherine ihr Ziel fest vor Augen: sie will später Ärztin werden und dafür sorgen, dass weniger Menschen in M’lay sterben.

Unterstützen auch Sie das wichtige TDF-Projekt in Kamerun. Ermöglichen Sie einem weiteren Mädchen den Schulbesuch!

 

Stand: 11/2017