Austausch über Frauenrechte – Sambia-Delegation zu Besuch bei TERRE DES FEMMES

Am 30.10.2013 hatte TERRE DES FEMMES die große Ehre die erste Ministerin für Gender-Angelegenheiten in Sambia, Frau Mutukuwa Wina, zu empfangen. Ziel des Besuches war es, der Auslandsdelegation der Friedrich-Ebert-Stiftung einen Einblick in eine deutsche Frauenrechtsorganisation zu geben. Vor allem die Arbeit zur Stärkung von Frauenrechten und der Kampf gegen Gewalt an Frauen stand im Fokus des gemeinsamen Dialogs.

Begleitet wurde die Ministerin von Frau Ntenga Banda (Parlamentsabgeordnete in Sambia), Herrn Kapilima (Mitarbeiter im Ministerium für Gender-Angelegenheiten) und Herrn Kasale (Leiter der polizeilichen Einheiten „Gewalt gegen Frauen“)

Inhaltlicher Austausch über die Rechte der Frauen in Sambia. Foto: © Lydia GubaInhaltlicher Austausch über die Rechte der Frauen in Sambia.
Foto: © Lydia Guba

Das gemeinsame Treffen mit den Mitarbeiterinnen von TERRE DES FEMMES und der Austausch von Informationen sollten dazu beitragen, die Ministerin in ihrem Engagement für die Stärkung von Frauen in Sambia zu unterstützen.

Während einer kurzen Einführung in die Arbeitsschwerpunkte von TERRE DES FEMMES durch die Bundesgeschäftsführerin Christa Stolle, wurden ebenfalls Methoden, Maßnahmen und Aktionen des Vereins vorgestellt, die das Lobbying von Frauenrechten in Deutschland voranbringen. Daraufhin präsentierte Renate Staudenmeyer das Referat Internationale Entwicklungszusammenarbeit und erläuterte unser Engagement im Ausland zur Beendigung von Gewalt gegen Frauen.


Die Rechte der Frauen in Sambia

Vor allem in Sambia ist die Gender-Ungerechtigkeit im Gegensatz zu anderen Staaten im südlichen Afrika relativ hoch. Frauen sind in vielen Aspekten des Lebens unterrepräsentiert, obwohl Frauen 52 Prozent der 13 Millionen BürgerInnen in Sambia ausmachen. So beläuft sich die Zahl der derzeit weiblichen Abgeordneten der Nationalversammlung auf nur etwa 11 Prozent. Zudem ist Sambia ein stark religiöses Land (mehrheitlich christlich orientiert) und die Regierung ist immer noch sehr traditionell geprägt. Die Traditionen und die Kultur des Landes beeinträchtigen dabei stark die Frauenrechte. Die Mehrheit der Frauen weiß nicht einmal, welche Rechte sie überhaupt haben. Die wenigen Frauen, die ihre Rechte kennen, fordern sie dennoch nicht ein oder können sie aufgrund traditioneller Aspekte nicht wahrnehmen. Viele kulturelle und traditionelle Bräuche schränken die Menschenrechte und die Würde der Frauen in Sambia stark ein. Darüber hinaus nehmen Fälle von Gender-spezifischer Gewalt in Sambia immer mehr zu. Psychischer sowie sexueller Missbrauch, Frauenhandel und Zwangsverheiratung stellen in dem Land eine große Herausforderung dar. Um den Missständen entgegenzuwirken, hat Sambia kürzlich das Ministerium für Gender-Angelegenheiten eingerichtet, welches sich mit Gender-Fragen des Landes beschäftigt und die Situation der Frauen verbessern soll. „Viele kulturelle Praktiken müssen enden! Vor allem solche, die die Rechte und die Würde der Frauen unterdrücken, wie beispielsweise Polygamie oder alte und extrem frauenfeindliche Bräuche,“ so Ministerin Mutukuwa Wina.

Deshalb versucht das neue Gender-Ministerium durch Bildungsarbeit die Bürgerinnen in Sambia über ihre Rechte aufzuklären und Alternativen zu traditionellen Handlungen anzubieten.


Strategie des Ministeriums für Gender-Angelegenheiten

Das Ministerium für Gender-Angelegenheiten kooperiert mit verschiedenen Frauenorganisationen und hat zahlreiche Partner in der Zivilgesellschaft. Auch NGOs werden in ihrem Kampf gegen Gender-bezogene Gewalt integriert. Es werden hierzu Aufklärungs-, Bildungs- und Sensibilisierungsprogramme angeboten. Ziel ist es, die verschiedenen Organisationen zu vernetzen um gemeinsam Frauenrechte zu stärken.

Vor allem religiöse und traditionelle Führer sollen in diese Entwicklungsprozesse einbezogen werden. Das Ministerium arbeitet daher eng mit traditionellen Dorfvorstehern zusammen, um ihre Einstellung hinsichtlich kultureller Praktiken zu ändern. Da sie die Vertreter des Dorfes sind, haben sie großen Einfluss auf die Bevölkerung und verbreiten Wissen und Informationen unter den BürgerInnen. Über die Dorfvorsteher können die Menschen über ihre Rechte aufgeklärt werden. Ziel des Ministeriums ist es, dass die unterschiedlichen Gemeinschaften, Organisationen, der Zivilgesellschaft und traditionelle Führer zusammenarbeiten und durch Bildungs- und Aufklärungsarbeit sowie Lobbying gemeinsam die Situation der Frauen in Sambia verbessern.

Sambia-Delegation bei TERRE DES FEMMES, Ministerin Mutukuwa Wina (3 v.l.). Foto: © Lydia GubaSambia-Delegation bei
TERRE DES FEMMES, Ministerin Mutukuwa Wina (3 v.l.).
Foto: © Lydia Guba

„Frauen müssen empowert werden! Sie müssen bei Fragen und Entscheidungen, die sie selbst betreffen beteiligt werden. Nur so können sie über ihr Leben frei entscheiden,“ Ministerin Mutukuwa Wina.

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