Aktuelles zum Thema Internationale Zusammenarbeit

Neues Projekt zur entwicklungspolitischen Bildungsarbeit

john schnobrich 2FPjlAyMQTA unsplashAuch eine Digitalausstellung wird Teil des Projekts sein. Beteiligung und Interaktion spielen bei allen Maßnahmen eine große Rolle. ©john schnobrich, unsplash2023 startet mit einer tollen Neuigkeit: ab Januar wird das Referat für Internationale Zusammenarbeit (IZ) ein Projekt der interaktiven entwicklungspolitischen Bildungsarbeit mit digitalem Schwerpunkt zu den Menschenrechten der Frau auf Bildung und Gewaltfreiheit umsetzen. Finanzielle Unterstützung leistet das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

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„Das, was ich selbst lerne, immer auch an andere weitergeben“

Interviewpartnerin Meylin Sorayda González-Cruz @TDF

Aus der Reihe: Gespräche mit Teilnehmerinnen am Kooperationsprojekt MIRIAM in Nicaragua


Bei der TDF-Partnerorganisation Asociación Proyecto MIRIAM in Nicaragua können sich gewaltbetroffene Frauen nicht nur umfassend beraten lassen, sondern auch ihre Grundschulbildung nachholen, eine von vier zertifizierten Berufsausbildungen absolvieren und sich seit kurzem mit (ebenfalls zertifizierten) Aufbau-Kursen in den Bereichen Computer-Anwendungen, Schneiderei/Modedesign und Unternehmenskultur/unternehmerischer Erfolg noch weiter qualifizieren. Birgitta Hahn vom Referat für Internationale Zusammenarbeit sprach bei ihrem Nicaragua-Besuch im September 2022 mit Meylin Sorayda González-Cruz, 31 Jahre, Teilnehmerin am Aufbau-Kurs Computer-Anwendungen.

 

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Trotz Flucht vor der Gewalt kein Schutz – Bitte um Nothilfe für Frauen in Burkina Faso

  Burkina Faso

 

Odette*, 36 Jahre und alleinerziehend, kam in einer Hütte mit undichtem Dach und ohne Tür unter. Bei Regen muss sie für sich und ihre fünf Kinder um Aufnahme in einer Kirche bitten. Um zu überleben, sammelt Odette Sand und verkauft ihn zu einem Spottpreis. Ihre Kinder können nicht zur Schule gehen, weil das Geld fehlt.  

Awa*, 15 Jahre, bekam einen Hilfsjob in einem Restaurant. Um ihre Familie zu unterstützen, gab sie in ihrer Not den Avancen eines Gastes nach, der ihr versprach, sie zu versorgen. Nachdem er bekommen hatte, was er wollte, verschwand er. Awa blieb krank und schwanger zurück.

Sana*, 11 Jahre, fand Arbeit als Hausangestellte, wurde jedoch vom Sohn der Familie vergewaltigt. Sie wies so schwere Verletzungen auf, dass Sana‘s Eltern Anzeige erstatteten, ohne Erfolg. Infolge der Vergewaltigung erwartet Sana ein Kind.

Odette, Awa und Sana sind Vertriebene im eigenen Land. Sie mussten ihre Dörfer bei Nacht und Nebel verlassen, weil sie dort nicht mehr sicher waren.

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Femizid als Rechtsbegriff im Ländervergleich

Bild 1„Wir wollen uns lebend“ – die feministische Bewegung in Lateinamerika fordert ein Ende der Femizide © Angélica Cruz Aguilar41 Messerstiche verübt durch ihren Ex-Partner, so stirbt die 28-jährige Milena G. Anfang November 2022 in Stadtallendorf (Hessen). Ihr Ex-Partner wollte die Trennung nicht anerkennen, hatte sie sogar gestalkt. Und Milena ist bei weitem kein Einzelfall. Jeden Tag registriert die Polizei in Deutschland einen Tötungsversuch an einer Frau, beinahe jeden dritten Tag wird eine Frau von ihrem (Ex)-Partner getötet. Während die Partnerschaftsgewalt in Deutschland in den letzten fünf Jahren um 3,4 Prozent zugenommen hat, steigt die öffentliche Aufmerksamkeit für Femizide nur langsam an. Deutsche Medien berichten noch immer von Familientragödien oder Beziehungsdramen statt von Femiziden. Belgien möchte dem nun mit einem Gesetzentwurf zu Femiziden entgegenwirken – eine Ausnahme in Europa, wo bisher nur Spanien und Italien entsprechende Gesetze verabschiedet haben. In vielen lateinamerikanischen Ländern ist „Femizid“ dagegen ein Rechtsbegriff und als solcher schon seit Jahren Bestandteil des Strafgesetzbuches.

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Die vergessene Krise in der Sahelzone

Don aux pdi 2Millionen Menschen in der Sahelzone sind auf der Flucht und dringend auf Hilfe angewiesen – die große Mehrheit sind Frauen und Kinder © ABNNach monatelanger Diskussion ist die Entscheidung gefallen: Deutschland beendet den Bundeswehr-Einsatz in Mali, bis Mai 2024 sollen die letzten der aktuell noch knapp 1.200 SoldatInnen aus dem westafrikanischen Land abgezogen werden. Der Beschluss und die ihm vorhergehende politische Debatte werfen ein kurzes mediales Schlaglicht auf eine krisengeschüttelte Region, deren Leid in deutschen und internationalen Massenmedien meist kaum mehr als eine Randnotiz darstellt: die Sahelzone. Dschihadistischer Terror, politisches Chaos, klimawandelbedingte Dürreperioden und Überflutungen – die ohnehin von chronischer Armut geprägte Region steht vor einer Vielzahl immer gravierenderer Probleme. Allein im ersten Halbjahr 2022 sind mehr als 2.200 Menschen in der Sahelzone durch Gewalttaten ums Leben gekommen, Millionen sind auf der Flucht und von Hunger bedroht. Die Ausmaße der Sicherheits- und humanitären Krise sind historisch und stehen in der Berichterstattung dennoch viel zu oft im Schatten anderer globaler Notlagen.

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„Ich will ein anderes Morgen erleben“ –

Interview mit einer Rechtsanwältin aus Nicaragua

DSCF5726Vor allem für gewaltbetroffene Frauen sieht die Zukunft weit weniger strahlend aus, denn immer mehr Frauenrechtsorganisationen werden verboten.© TERRE DES FEMMES Nicaragua durchlebt seit fünf Jahren eine schwere politische Krise. Laut dem Atlas der Zivilgesellschaft von Brot für die Welt und Civicus (2022), der bemisst, welchen Handlungsspielraum zivilgesellschaftliche Organisationen und AktivistInnen weltweit haben, gilt Nicaragua als „geschlossener Kontext“*, in dem (tatsächlich oder vermeintlich) kritische Stimmen gezielt zum Schweigen gebracht werden. Die Repression v.a. von Menschenrechtsorganisationen ist mittlerweile gesetzlich verankert und allgegenwärtig, rund 2.000 NGOs wurde seit April 2018 bereits der Rechtsstatus entzogen und die Zwangsschließung verordnet. 

Anmerkung der Redaktion: Aus Schutzgründen werden im Folgenden weder der Name der Anwältin noch des Arbeitgebers, einer Hilfsorganisation im zentralamerikanischen Nicaragua, genannt. Das Interview führte Birgitta Hahn vom Referat für Internationale Zusammenarbeit.

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„Ich wollte nicht mehr nur Kleidung für mich und meine Kinder nähen, sondern richtig Geld verdienen“

Aus der Reihe: Gespräche mit Teilnehmerinnen am Kooperationsprojekt MIRIAM in Nicaragua

DSCF0617Jungunternehmerinnen Nerlin (links) und Blanca (rechts) in ihrem Schneiderei-Atelier in Estelí © TERRE DES FEMMESIm September 2022 sprach Birgitta Hahn von TDF mit den beiden Jungunternehmerinnen Blanca Enaira Silva Picharra und Nerlin Isabel Anólida Correa. Die Frauen haben eine Berufsausbildung in Modedesign und Schneiderei bei der TDF-Partnerorganisation MIRIAM absolviert und später an verschiedenen Spezialisierungskursen z.B. zur Herstellung von Sport- und Herrenbekleidung teilgenommen. Heute sind sie Geschäftspartnerinnen mit eigenen Modelabels in Estelí, der größten Stadt im Norden Nicaraguas.

MIRIAM bietet seit 2019 neben vier zertifizierten Berufsausbildungen auch Spezialisierungskurse zur Vertiefung und Erweiterung von berufspraktischen Kenntnissen an. Diese wertet MIRIAM systematisch aus und verbessert sie beständig. Anfänglich war die Laufzeit eines Spezialisierungskurses auf drei Monate begrenzt, viele Frauen konnten so nicht ausreichend Übungserfahrung sammeln. Mittlerweile laufen die Kurse länger und zeigen nachhaltig Wirkung. Auch die Themen orientieren sich immer an den Bedarfen der Frauen.

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„Es braucht nicht immer viel Geld, um ein Unternehmen in Gang zu bringen“

Interview mit fünf Mentorinnen für angehende Unternehmerinnen in Nicaragua

DSCF0321Die Unternehmerinnen diskutieren ihre Ideen mit den Mentorinnen. © TERRE DES FEMMES Die TDF-Partnerorganisation Asociación Proyecto MIRIAM hat seit 2020 ein Mentorinnen-Programm für angehende Unternehmerinnen aufgebaut. Allen Frauen, denen das Programm zugutekommt, ist gemein, dass sie ein eigenes Unternehmen gründen wollen oder bereits gegründet haben. Viele der Frauen haben bei MIRIAM Berufsbildungs- und Businessplanungskurse besucht. Doch meist fehlt es an Erfahrungswissen und positiven Vorbildern, die die Frauen unternehmerisch inspirieren, motivieren und ihr Selbstbewusstsein stärken. Hier berichten fünf Mentorinnen, warum sie Mentorinnen geworden sind, was das Programm bereithält und wie sie es bewerten.

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Afghanistan – Neues Kooperationsprojekt seit Oktober 2022

afghanistan g591185378 1920 Die Wiedereröffnung des Frauenbildungszentrums ist ein Lichtblick@Amber Clay auf PixabayIn den deutschen Medien spielt ihre Lage kaum noch eine Rolle und ist für sie selbst doch ein Desaster: Frauen und Mädchen in Afghanistan. Die Hiobsbotschaften rund um die Einschränkung ihrer Menschenrechte reißen nicht ab.

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Flor’s Geschichte

Aus der Reihe: Gespräche mit Teilnehmerinnen am Kooperationsprojekt MIRIAM in Nicaragua

DSCF0898Flor mit einer ihrer Töchter © TERRE DES FEMMES Bei ihrer Besuchsreise nach Nicaragua im September 2022 sprach Birgitta Hahn von TERRE DES FEMMES auch mit Flor (ihr Nachname wird aus Schutzgründen nicht genannt), die bei der TDF-Partnerorganisation MIRIAM rechtliche und psychologische Beratung in Anspruch nimmt. Flor ist 37 Jahre alt und Mutter von vier Kindern.

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