Aktuelles zu häuslicher und sexualisierter Gewalt

Catcalling – wir sagen Belästigung auf der Straße den Kampf an!

Kampagnenpost @calltofight

Catcalling. Hinter diesem vermeintlich harmlosen Begriff, auf Deutsch etwa: „Katzengeschrei“, verbirgt sich eine fast alltägliche, leidvolle Erfahrung für viele Frauen. Catcalling bezeichnet das Phänomen der sexualisierten Belästigung auf der Straße. Durch Pfiffe, anzügliche Bemerkungen, öffentliches Onanieren und ähnliches werden Frauen und Mädchen durch Männer bedrängt. Meistens geschieht dies auf öffentlicher Straße, in öffentlichen Verkehrsmitteln oder auch im Dienstleistungssektor und im Umgang mit Kunden. Catcalling ist Ausdruck männlichen Besitzanspruchs und wird von Frauen und Mädchen oft als erniedrigend wahrgenommen.

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Femizide auch hier: Was Sarah Everards Tod für Deutschland bedeutet

Plakat in London aufgehängt während einer stillen Mahnwache für Sarah Everard

Vor einem Monat wurde Sarah Everard getötet. Die 33-Jährige ist am 3. März auf dem Heimweg von einer Freundin in London mutmaßlich vom 48-jährigen Polizisten Wayne Couzens verschleppt und später ermordet worden. „Großbritannien und die Angst der Frauen“, titelte dazu die Süddeutsche Zeitung, als wäre das Problem die Angst und als wäre nur Großbritannien betroffen. In Großbritannien und Deutschland wird gleichermaßen jeden dritten Tag eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet. Hinzu kommen die Tötungen durch Fremde. Sarah Everards Tod sollte Politik und Gesellschaft auch in Deutschland aufrütteln, gegen Femizide tätig zu werden.

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Türkei-Austritt aus der Istanbul Konvention ist ein Weckruf für uns alle

Der Taksim Platz in Istanbul ist immer wieder Zentrum von Protesten für Frauenrechte.

Am 20. März 2021 ist die Türkei aus der Istanbul Konvention ausgetreten – der weltweit einzigen Konvention gegen Gewalt gegen Frauen, welche von fast allen europäischen Staaten ratifiziert wurde und ein wichtiger Maßstab für Frauenrechte auf der ganzen Welt ist.

Wie kam es zu dem Austritt?

Der Austritt geschah auf einen Erlass des türkischen Präsidenten Erdogans hin ohne vorangehende parlamentarische Diskussion. Damit ist die Türkei das erste Land, das der Konvention beitrat und auch das erste, welches sie wieder verlässt. Für FrauenrechtlerInnen in der Türkei, aber auch in Deutschland und im Rest Europas ist der Austritt ein schwerer Schlag. Doch er kam nicht ohne Ankündigung. Erdogan hat in der Vergangenheit immer wieder mit einem Austritt gedroht. Es war unter anderem seiner Tochter zu verdanken, die eine Frauenrechtsorganisation in der Türkei leitet, dass es zuvor nicht dazu kam. Doch dieses Mal behielten Erdogans autokratische Gesinnungen die Oberhand. Eine konkrete Begründung für den Austritt nannte Erdogan nicht, deutete jedoch an, dass die Konvention „Familienwerte“ in Gefahr brächte.

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Alltägliche Gewalt an Frauen steigt weiter an

Auch die in diesem Jahr veröffentlichen Zahlen des Bundeskriminalamtes zeigen einen erneuten Anstieg von versuchten und vollendeten Delikten der Partnerschaftsgewalt. Im Jahr 2019 wurden 141.792 Taten erfasst, vorherrschend Körperverletzung. An Frauen gerichtet waren 114.903 dieser Gewalttaten und umfasst somit 81% sämtlicher Delikte von Partnerschaftsgewalt (Vorjahr: 81,3%). In den Deliktskategorien sexueller Übergriff, sexuelle Nötigung, Vergewaltigung sowie Zuhälterei und Zwangsprostitution sind laut Statistik fast ausschließlich Frauen betroffen. Partnerschaftsgewalt hat viele Erscheinungsformen, darunter fallen auch Stalking und Freiheitsberaubung, bis hin zu Mord und Totschlag. Beinah jeden dritten Tag stirbt eine Frau durch einen Gewaltakt ihres (Ex-)Partners.

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„Mitmach-Aktion“ von TDF gegen häusliche Gewalt

Abreisszettel Häusliche GewaltHäusliche Gewalt ist ein globales und strukturelles Problem, welches uns alle etwas angeht. Deshalb ist es jetzt besonders wichtig, dass wir alle hinsehen und uns gegenseitig unterstützen, denn vor allem die Nachbarschaft ist gefragt. Viele Frauen wissen nicht, an wen sie sich wenden können. Das wollen wir ändern und bitten Sie sich an unserer „Mitmach-Aktion“ zu beteiligen.

Drucken Sie unseren Abreißzettel (PDF-Datei) aus und hängen Sie ihn dort auf, wo er am meisten gesehen wird. Ob an einem schwarzen Bett in Ihren Hausfluren oder an anderen geeigneten Stellen, ist Ihnen überlassen.

Für diejenigen von Ihnen, die auf Instagram aktiv sind: Posten Sie doch ein Bild von dem aufgehängten Zettel mit dem Hashtag #jedeVierte und verlinkt @terre.des.femmes.

Je mehr Menschen mitmachen, desto mehr können wir erreichen.

Corona-Pandemie – mehr als ein Gesundheitsrisiko: Das Thema häusliche Gewalt ist für TERRE DES FEMMES mehr denn je aktuell

© TERRE DES FEMMES

Die Corona-Pandemie werde bestehende Differenzen in der Geschlechtergleichstellung vergrößern und die Gefahr geschlechtsspezifischer Gewalt erhöhen, warnte der Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen in einer mehrseitigen Mitteilung am 23. März 2020. Es sind überwiegend Frauen, die – nicht nur in Deutschland – in schlechtbezahlten Stellen, wie im Einzelhandel, in Krankenhäusern, in der Erziehung, in der Pflege an die Grenzen ihrer Belastung gehen und sich dabei einer erhöhten Ansteckungsgefahr aussetzen. In Quarantäne, isoliert mit ihrer Familie in den häuslichen vier Wänden, haben Frauen oft noch ganz andere Gefahren zu befürchten: Sie sind den Aggressionen des eigenen Partners ausgeliefert.

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Horror hinter geschlossen Türen: Erschreckende Zahlen zur Partnerschaftsgewalt in Deutschland

Jeden Tag versucht ein Mann, seine Partnerin oder Ex-Partnerin zu töten. Und jeden dritten Tag gelingt es. 2018 sind in Deutschland 122 Frauen von ihrem Partner oder Ex-Partner getötet worden. Mehr als ein Mal pro Stunde wurde eine Frau von ihrem Partner oder Ex-Partner gefährlich körperlich verletzt. Insgesamt waren mehr als 114.000 Frauen betroffen von häuslicher Gewalt, Bedrohungen oder Nötigungen durch ihre Partner oder Ex-Partner.

Diese erschreckenden Zahlen zeigt die „Kriminalstatistische Auswertung zu Partnerschaftsgewalt 2018“[i][ii], die anlässlich des Internationalen Tags gegen Gewalt an Frauen veröffentlicht wurde. Die Gewalttaten richten sich vor allem gegen Frauen (81,3 % weibliche Betroffene). In den Deliktsbereichen Vergewaltigung und sexuelle Nötigung sowie Zuhälterei und Zwangsprostitution beträgt der Anteil weiblicher Betroffener fast 100 Prozent. Obwohl die Zahl der von (Ex-)Partnern getöteten Frauen im Vergleich zu 2017 zwar gesunken ist, waren insgesamt mehr Frauen von Partnerschaftsgewalt betroffen. Die Zahl stieg von 113.965 auf 114.393. Die Mehrheit der männlichen Tatverdächtigen sind Deutsche (67 %).

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