Aktuelles zu Häuslicher und sexualisierter Gewalt

Die anonyme, vertrauliche Spurensicherung – Notwendige Hilfe nach Vergewaltigungen

Gewalt und ihre Folgen

Sexualisierte Gewalt ist ein massiver Angriff auf die physische und psychische Integrität der Betroffenen und traumatisiert diese schwer. Es gibt kein Verhalten von Mädchen und Frauen, das Gewalt rechtfertigt. Vergewaltigung ist eine der brutalsten sexualisierten Gewaltformen. Sie ist eine aggressiv motivierte Gewalttat und stellt für die Betroffenen eine lebensbedrohliche Situation dar. Vergewaltigung wird als Mittel eingesetzt, um Frauen und Mädchen zu erniedrigen, zu demütigen und um Macht und Kontrolle auszuüben. Gewalt in jeder Form bedeutet für Frauen und Mädchen eine massive Verletzung ihrer Persönlichkeit und ihrer körperlichen Unversehrtheit. Mädchen und Frauen erleben in dieser Situation einen völligen Kontrollverlust über ihren Körper und ihren Willen. Die meisten fühlen sich lebensgefährlich bedroht, ohnmächtig, schutzlos und der Willkür einer anderen Person ausgesetzt. Wenn der Täter bekannt oder gut vertraut ist, bedeutet die Gewalt darüber hinaus einen massiven Vertrauensmissbrauch.

In dieser Situation gibt es kein "richtiges“ oder "typisches“ Verhalten, sondern nur intuitive Reaktionen, die das Ziel haben zu überleben. Manche Frauen sind starr vor Angst und lassen die Gewalt scheinbar teilnahmslos über sich ergehen. Andere wehren sich körperlich oder verbal. Jede Verhaltensweise stellt einen Schutzmechanismus dar, um das eigene Überleben zu sichern.

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Awareness-Woche #jedeVierte zum Thema häusliche Gewalt

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMES

Das eigene Zuhause ist für viele Frauen der gefährlichste Ort. Jede vierte Frau in Deutschland hat mindestens einmal in ihrem Leben körperliche oder sexualisierte Partnerschaftsgewalt erlebt. Das Thema ist nach wie vor tabuisiert. Aus Scham trauen sich viele Betroffene nicht sich aus ihren gewaltvollen Beziehungen zu befreien.

Vom 1. bis 7. April 2019 veranstaltete die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES erfolgreich eine „Awareness“-Woche zum Thema häusliche Gewalt auf ihren Social-Media-Kanälen (Instagram und Facebook). Ziel der „Awareness“-Woche war es, das Schweigen rund um häusliche Gewalt zu brechen. Das TERRE DES FEMMES-Referat häusliche und sexualisierte Gewalt richtete den Blick auf den erschreckenden aber realen Alltag vieler Frauen. Unter dem Hashtag #jedeVierte bekamen betroffene Frauen die Möglichkeit, von ihren Erfahrungen zu erzählen und gleichzeitig konnte dadurch „Awareness“, also „Bewusstsein“, für die Thematik geschaffen werden.

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Istanbul-Konvention: TERRE DES FEMMES kritisiert schleppende Umsetzung

Das Publikum beim Grußwort von Beate Rudolf. Foto: © DIMR|DatzDas Publikum beim Grußwort von Beate Rudolf (Direktorin des Deutschen Instituts für Menschenrechte). Foto: © DIMR | DatzGeschlechtsspezifische Gewalt gehört für viele Frauen zum Alltag. Diese Gewalt, die Frauen weltweit Tag für Tag erleben, in den meisten Fällen von ihren eigenen (Ex-)Partnern oder Verwandten, wird verschwiegen und bagatellisiert. Dabei handelt es sich jedes Mal um eine Menschenrechtsverletzung, gegen die jede Frau geschützt sein sollte, insbesondere durch unsere Gesetze. Vor über einem Jahr, am 1. Februar 2018, trat in Deutschland die Istanbul-Konvention in Kraft. Dieses vom Europarat ausgearbeitete Übereinkommen zur Verhütung und Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und Häuslicher Gewalt verpflichtet die Vertragsstaaten dazu, mit entsprechenden Maßnahmen für den Schutz von Frauen vor jeder Form von Gewalt zu sorgen.

Was hat sich seitdem getan?

Anlässlich des ersten Jahrestages des Inkrafttretens in Deutschland fand am 1. Februar 2019 im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ein Fachtag zur Istanbul-Konvention statt. Dieser wurde vom Deutschen Institut für Menschenrechte (DIMR) und dem Deutschen Juristinnenbund (djb) in Kooperation mit der Humboldt-Universität zu Berlin ausgerichtet. Neben Abgeordneten aus dem Bundestag und Mitgliedern des Parlaments waren auch Fachleute aus dem sozialen Bereich und JuristInnen geladen, um diesen Tag zu gestalten und gemeinsam zu diskutieren, welche Maßnahmen noch ergriffen werden müssen, um die Istanbul-Konvention wirkungsvoll umzusetzen.

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Fast täglich stirbt in Deutschland eine Frau – stoppt Femizide!

Mädchen und Frauen vermeiden bewusst, um nicht in gefährliche Situationen zu geraten, nachts durch dunkle Parks oder kleine unbekannte Gassen zu laufen. Der Gefahr nur aufgrund des weiblichen Geschlechts einem Risiko ausgesetzt zu sein, kann kein Mädchen, keine Frau umgehen. In Deutschland müssen zu viele Frauen in Angst leben, denn Frauenmorde, als extremste Form der Gewalt, passieren nicht irgendwo weit weg sondern mitten in unserer Gesellschaft und in unserer umittelbar vertrauten Umgebung.

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Friedensnobelpreis 2018 – Ein starkes Zeichen gegen Gewalt an Frauen und Mädchen

Das Friedensnobelpreiskomitee lenkt 2018 die Aufmerksamkeit auf ein Thema, das in der Öffentlichkeit lange nicht berücksichtigt wurde: Das systematische Einsetzen von Vergewaltigung als Kriegswaffe. TERRE DES FEMMES begrüßt die Entscheidung, den Friedensnobelpreis an Nadia Murad und Denis Mukwege zu verleihen, da zwei Menschen geehrt werden, die ihr Leben dem Kampf gegen Gewalt an Frauen und Mädchen gewidmet haben. Es wird ein richtiges und wichtiges Zeichen gesetzt gegen sexualisierte Gewalt an Frauen und die weltweite Aufmerksamkeit auf ein tabuisiertes Thema gelenkt. Der Arzt Denis Mukwege und die Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad haben Herausragendes geleistet im Kampf gegen Kriegsverbrechen an Frauen und Mädchen. Beide haben auf ihre Weise dazu beigetragen, sexualisierte Gewalt als Kriegswaffe besser sichtbar zu machen, sodass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden können, erklärt das norwegische Nobelkomitee in Oslo.

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Häusliche Gewalt bestimmt den Alltag vieler Frauen in Deutschland

Am 20. November 2018 stellte die Bundesfrauenministerin Dr. Franziska Giffey die „Kriminalstatistische Auswertung 2017 zu Partnerschaftsgewalt“ des Bundeskriminalamtes in Deutschland vor. In der Auswertung werden Straftatengruppen von leichter Körperverletzung, Bedrohung, Stalking, Sexueller Nötigung, Vergewaltigung bis hin zu Mord und Totschlag in Beziehung zum Opfer-Täter-Verhältnis erfasst. Insgesamt 138.893 Betroffene wurden demnach von vollendeten und versuchten Delikten der Partnerschaftsgewalt für das Jahr 2017 polizeilich erfasst. In 82 Prozent der Fälle handelt es sich bei den Betroffenen um Frauen. Bei Delikten der Vergewaltigung und sexueller Nötigung in Partnerschaften sind die Betroffenen fast zu 100 Prozent (98,29 Prozent) weiblich. Besonders alarmierend ist weiterhin die Anzahl der Tötungsdelikte an Frauen durch ihren (Ex-) Partner. 147 derartiger Tötungsdelikte wurden 2017 registriert. Das bedeutet: Jeden zweiten bis dritten Tag stirbt eine Frau in Deutschland durch die Hand ihres Partners oder Ex-Partners.

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Weltmädchentag - #esistnichtallesrosarot: TERRE DES FEMMES startet Crowdfunding zur Finanzierung des Auftaktevents der zweijährigen Mädchenschutz-Kampagne

Kampagne #esistnichtallesrosarot. Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMESAb November 2018 rückt TERRE DES FEMMES den Schutz von Mädchen mit einer zweijährigen Kampagne in den Fokus, da Mädchen in besonderem Maße von Genitalverstümmelung, sexualisierter Gewalt und anderen Menschenrechtsverletzungen betroffen sind. Das erste Ziel, das im Rahmen der Mädchenschutzkampagne angestrebt wird, sind bundesweit verpflichtende und einheitliche Vorsorgeuntersuchungen (auch U-Untersuchungen genannt) für Kinder bis zum 18. Lebensjahr.

In Deutschland hat jedes Kind Anspruch auf 14 ärztliche Vorsorgeuntersuchungen, deren Kosten derzeit für die U1-U9 und für die J1 vollständig von den Krankenkassen übernommen werden. Durch die bundesweite Verpflichtung dieser U-Untersuchungen können Fälle von Vernachlässigung, Misshandlung und sexuellem Missbrauch sowie Genitalverstümmelung an Mädchen möglichst frühzeitig erkannt und bestenfalls verhindert werden.

Mit einer Auftaktveranstaltung vor dem Brandenburger Tor am 22. November anlässlich dem Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen wird der Startschuss für diese zweijährige Mädchenschutzkampagne gesetzt. Geplant ist, dass 15 Frauen eine Flashmob-Aktion durchführen, aktiviert durch einen riesigen Buzzer. Gleichzeitig wird mit Flyern und einem großen Banner auf die Thematik hingewiesen und ein lauter Appell an Politik und Gesellschaft gesendet, dass Mädchenschutz uns alle angeht.

Zur Finanzierung dieses Kampagnen-Auftakt-Events startet TERRE DES FEMMES am Weltmädchentag ein Crowdfunding auf Startnext (Link abgelaufen). Zusammen mit der Dokumentarfilmerin Clara Trischler entstand in den letzten Wochen ein Video, in welchem die Mädchenschutzkampagne vorgestellt und um die Unterstützung des Crowdfunding-Projekts gebeten wird. Ab sofort können alle unsere Kampagne unterstützen, indem sie „Dankeschöns“ erwerben oder spenden.

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