Fahnenaktion 2020

Mund auf gegen Früh- und Zwangsverheiratung!

Überall auf der Welt werden Mädchen und Frauen gegen ihren Willen verheiratet - auch in Deutschland. Früh- und Zwangsheirat ist eine Menschenrechtsverletzung.

Kein Mensch hat das Recht, einen anderen zur Heirat zu zwingen, auch nicht die eigene Familie.

Hintergrundinformationen

 

Als Zwangsheirat wird eine Heirat bezeichnet, zu der einer oder beide der Ehepartner nicht ihre freie oder volle Zustimmung geben (oft unter Androhung von Gewalt).

Frühehe beschreibt die Heirat einer Person vor Erreichen der Volljährigkeit (unter 18 Jahren).

 


 

Gründe und Folgen

Gründe für eine Zwangs- oder Frühehe können sein:

  • Durch die Verheiratung der jungfräulichen Tochter soll das Ansehen der Familie gesichert werden. Die Sexualität der Mädchen wird durch die Hochzeit kontrolliert und nur innerhalb der Ehe geduldet. Alles andere gilt als Beschädigung der Ehre.
  • Die Entscheidung für eine Früh- oder Zwangsverheiratung der Tochter kann für eine Familie auch aus ökonomischem Zwang entstehen: Als ein Ausweg aus der Armut, da die Familie manchmal Brautgeld erhalten und die Tochter nicht mehr versorgen müssen.
  • Mädchen und Frauen werden häufig unter Androhung von Gewalt oder sogar Mord in die Ehe gezwungen.

Folgen sind:

  • Frühehen bedeuten das Ende der Kindheit. Nach der Heirat „gehört“ die Frau dem Ehemann und hat die Rolle als zukünftige Frau und Mutter zu erfüllen. Viele werden sehr jung schwanger, was ein erhöhtes gesundheitliches Risiko bedeutet.
  • Viele minderjährige verheiratete Frauen werden häufiger Opfer häuslicher und sexualisierter Gewalt. Denn eine Heirat bedeutet auch, dass die Mädchen von diesem Zeitpunkt an Sex mit ihrem Mann haben müssen, ob sie es wollen oder nicht.
  • Die Mädchen und Frauen leben nach ihrer Hochzeit oftmals isoliert und abgeschirmt.
  • Sie erhalten keine oder kaum Bildung, wodurch die Mädchen und Frauen keine Möglichkeit haben ihr eigenes Geld zu verdienen und finanziell von ihren Ehepartnern abhängig sind.
  • Mädchen und Frauen bleiben in der Ehe, da sie nicht von ihren Rechten wissen oder sie fürchten das Ansehen ihrer Familie zu verlieren, was für sie gefährliche Folgen haben kann.

 


Daten & Fakten

 

  • Seit 2011 ist Zwangsverheiratung ein eigenständiger Straftatbestand.
  • Seit 2017 dürfen Frühehen in Deutschland erst ab 18 Jahren geschlossen werden.
  • Es gibt aktuell keine verlässlichen Zahlen zu Zwangs- oder Frühehen, da die Mädchen meist in traditionellen Zeremonien in ihren Communitys verheiratet werden, ohne dass die Verheiratung staatlich gemeldet wird.
  • Im Jahr 2008 waren 3.443 Personen von einer Zwangsverheiratung betroffen oder bedroht.
  • Von 2017 bis 2019 wurden oofiziell 1.232 Frühehen in Deutschland registriert. In Wirklichkeit geht man von viel mehr Fällen aus.
  • Auf Grund der Corona-Pandemie werden neben den 12 Millionen Mädchen, die weltweit jedes Jahr verheiratet werden, zusätzlich 13 Millionen Frühehen erwartet (UNO).

 

Weiterführende Informationen

 

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