Gender ABC das erste Mal an einer Sekundarschule – Wo beginnt Gewalt?

Foto: © TERRE DES FEMMESFoto: © TERRE DES FEMMESDas erste Mal war Gender ABC am 11. und 12. September 2019 in einer Sekundarschule zu Gast und hat dort zwei Projekttage umgesetzt, in deren Mittelpunkt das Thema „Gewalt und Kommunikation“ stand. Ziel der Projekteinheit war es, mit den SchülerInnen ein Verständnis dafür zu entwickeln, wo Gewalt beginnt und welche Dimensionen sie umfasst. Außerdem sollte gemeinsam überlegt werden, welche Faktoren für eine gelungene Kommunikation ausschlaggebend sind. Dieses Ziel wurde zudem mit der Thematisierung von gewaltfördernden Geschlechterstereotypen und Vorstellungen von Männlichkeit verknüpft.

„…sonst denken andere, ich sei schwach“

Insbesondere in Bezug auf ihren Umgang miteinander, sehen die SchülerInnen der 10. Klasse der Alfred-Nobel-Schule in Berlin selbst Handlungsbedarf. Sie beschreiben, dass es Ihnen schwer falle miteinander zu sprechen, ohne Beleidigungen zu nutzen. „Das ist einfach ganz normal und meistens auch nur Spaß!“ Jedoch eskaliere die Situation nicht selten: „Wenn jemand mich beleidigt, kann ich das ja nicht auf mir sitzen lassen, sonst denken andere, ich sei schwach!“, stellt ein Schüler fest. Gemeinsam beschließen sie, dass ein gutes Umfeld für sie entscheidend ist, um positiv mit Konflikten umgehen zu können. „Die Leute um einen herum dürfen einen nicht aufhetzen“, vielmehr sollten diese die betroffenen Personen dabei unterstützen den Konflikt zu lösen oder bei Provokationen einfach wegzuhören.

Wie sieht Gewalt aus?

Mithilfe von Pinsel und Farben setzen sich die Schülerinnen mit ihren eigenen Vorstellungen von Gewalt auseinander und präsentieren diese ihrer Klasse. Durch diese Bilder angeregt entsteht eine Diskussion über das Geschlecht von Gewalt und Geschlechterrollen im Allgemeinen. Eine Schülerin formuliert wütend: „Ich habe jetzt mal eine Frage an die Jungs: Warum meint ihr, dass Frauen nicht arbeiten sollen?“

Für das Projektteam ist klar: Genau an diesem Punkt zeigt sich die Bedeutung von Projekten, wie Gender ABC. Sie ermöglichen es, den Raum für eben solche Fragen zu öffnen und fördern eine Auseinandersetzung mit den eigenen Rechten und Bedürfnissen. Diese sind unabhängig von Alter oder Lebensrealität, unabdingbar für die Gleichberechtigung von Mädchen und Frauen.

 

 

Stand: 09/2019

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