Aktuelles zum Thema Gewalt im Namen der Ehre und Zwangsverheiratung

ABSAGE: Fachtag „Zwei Jahre Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“ am 16. März 2020 in Berlin

ABSAGE:
Der Fachtag findet aufgrund der aktuellen Situation im Hinblick auf die Ausbreitung des Corona-Virus nicht statt!!

TERRE DES FEMMES organisiert mit finanzieller Unterstützung der Lotto-Stiftung Berlin den FachtagZwei Jahre Gesetz zur Bekämpfung von Kinderehen“. Dieser findet am 16. März 2020 von 14.00 bis 18.30 Uhr im Roten Rathaus Berlin statt. Die Veranstaltung soll einer ersten Evaluierung des Gesetzes, einem bundesweiten Austausch von Fachkräften sowie einer Sammlung von „Best Practice“-Beispielen zur Anwendung in der Praxis dienen.

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Hinweis: „Nur eine Frau“ – TERRE DES FEMMES-Kooperationsfilm in der ARD-Mediathek

Der TERRE DES FEMMES-Kooperationsfilm „Nur eine Frau“ wurde am 29.01.2020 auf ARD ausgestrahlt und ist weiterhin in der Mediathek abrufbar.Filmplakat "Nur eine Frau"

Er beruht auf der wahren Geschichte von Hatun Sürücü, die vor 15 Jahren von ihrem jüngsten Bruder auf offener Straße erschossen wurde. Der Grund: Sie hatte sich aus den patriarchalen Strukturen ihrer Familie befreit und ein selbstbestimmtes und freies Leben für sich und ihren Sohn aufgebaut. „Nur eine Frau“ zeigt die traurige Realität von Gewalttaten gegen Frauen, die im Namen der Ehre verübt werden. Hatuns Ermordung kam ans Tageslicht, viele andere Gewalttaten und Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen (u.a. Zwangsverheiratungen) finden weiterhin im Verborgenen statt. TERRE DES FEMMES Engagement in diesem Bereich bleibt relevant und hochaktuell. Denn es gibt leider noch viel zu tun. Allein im letzten Jahr gab es 12 versuchte Fälle von "Ehren"-Mord.

TERRE DES FEMMES setzt sich dafür ein, dass Ehrverbrechen vorgebeugt und bestraft werden. In den vergangenen Jahren konnten wir durch unsere Arbeit unter anderem dazu beitragen, dass Zwangsheiraten zum eigenen Straftatbestand erklärt (2011) und dass Eheschließungen unter 18 Jahren in Deutschland verboten werden (2017).

Erinnerung an Hatun Aynur Sürücü: Auch 2019 gab es 12 „Ehren“- Mordfälle in Deutschland

Gedenkstein für Hatun SürücüGedenkstein für Hatun Sürücü. Foto: © TERRE DES FEMMESAm Freitag, den 07.02.2020 jährt sich der Todestag von Hatun Sürücü zum 15. Mal. Ihr Streben nach einem selbstbestimmten, freien Leben abseits der patriarchalen Strukturen ihrer Familie endete für sie am 07. Februar 2005 mit dem Tod. Die Deutsch-Türkin wurde mit nur 23 Jahren von ihrem jüngeren Bruder erschossen, der die vermeintliche Familienehre wiederherstellen wollte.

Gemeinsam mit dem Berliner Arbeitskreis gegen Zwangsverheiratung gedenkt TERRE DES FEMMES der jungen Frau und aller weiteren Opfer eines „Ehren“-Mordes an diesem Tag mit einer Kranzniederlegung an ihrem Gedenkstein in der Oberlandstraße in Berlin um 14 Uhr und einer Gedenkveranstaltung im Rathaus Schöneberg um 18 Uhr.

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Neue Förderung für TERRE DES FEMMES- Schultheaterprojekt „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ in Baden-Württemberg

Merjem Basar, Tobias Gerstner und Canan Kir vor den SchülerInnen der Philipp-Matthäus-Hahn Schule in Balingen. Foto: © TERRE DES FEMMES Merjem Basar, Tobias Gerstner und Canan Kir vor den SchülerInnen der Philipp-Matthäus-Hahn Schule in Balingen. Foto: © TERRE DES FEMMESBis Ende 2020 können sich Schulen in Baden-Württemberg wieder für eine Aufführung des kostenfreien interaktiven Theaterprojekts bewerben!

„Ich habe gedacht, dass es niemanden interessiert wie Männer mit Frauen umgehen. Aber zu sehen, wie wichtig es anderen ist, ist voll toll.“ So reagierte eine 15-jährige Schülerin auf die Aufführung des Theaterstücks „Mein Leben. Meine Liebe. Meine Ehre?“ in ihrer Schule. TERRE DES FEMMES realisiert das Theaterprojekt zusammen mit der mobilen Theaterbühne „Mensch: Theater!“ und der Beratungsstelle YASEMIN aus Stuttgart. Durch eine Förderung des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg können bis Ende 2020 erneut 20 kostenfreie Aufführungen in Schulen stattfinden. Bereits 2014 und 2015 wurde das Theaterstück an 30 Schulen in Baden-Württemberg mit großem Erfolg gezeigt. Ende November startete das Projektteam mit der ersten Aufführung in der Philipp-Matthäus-Hahn-Schule in Balingen.

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In Memoriam Arzu Özmen: TERRE DES FEMMES erinnert am achten Todestag der 2011 bei einem "Ehren"-Mord Getöteten

Mahnwache anlässlich des Gerichtsverfahrens 2012. © TERRE DES FEMMES Mahnwache anlässlich des Gerichtsverfahrens 2012. © TERRE DES FEMMES Emily Ostermann hätte in diesem Jahr ihren 26. Geburtstag gefeiert. Doch Arzu Özmen musste mit 18 Jahren sterben, weil sie einen Freund hatte, der nicht wie sie aus dem jesidischen Kulturkreis kam und damit ein "Nichtgläubiger" war.

Emily Ostermann, das war der Namen den sich Arzu für ihr neues Leben, frei von Angst vor und Unterdrückung durch ihre Familie, ausgesucht hatte. Doch dann kam alles anders. Bei ihrer Arbeit lernte sie einen 23-jährigen, russlanddeutschen Mann kennen und verliebte sich in ihn. Ihre Familie drängte sie dazu, die Verbindung zu beenden, was Arzu aber nicht tat. Fortan musste Arzu unter Misshandlungen und Bedrohungen ihrer Familie leiden. Schließlich floh sie ins Frauenhaus und beantragte eine neue Identität. 

Eines Abend verließ sie das Frauenhaus, um ihren Freund zu besuchen. An einer Tankstelle wurden sie von einem ihrer Brüder erkannt, der die beiden zur Wohnung des Freundes verfolgte. Er beriet sich mit der Familie, welche beschloss, dass die fünf Geschwister Arzu aus der Wohnung entführen sollten. Nach der gewaltsamen Verschleppung verständigte Arzus Freund sogleich die Polizei, doch die junge Frau war nicht mehr auffindbar.

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