Archiv: Meldungen zu GNE

Wenn ein weißes Laken Angst macht...

Meryem hat unheimliche Angst nicht zu bluten.

So wie Meryem geht es vielen Mädchen in Deutschland. Sie wachsen mit dem Mythos Jungfernhäutchen auf: Sie müssen auf bestimmte Sportarten verzichten und dürfen keine Tampons benutzen, um in ihrer Hochzeitsnacht die Ehre ihrer Familie mit einem blutigen Bettlaken zu beweisen. Ohne diesen Beweis droht den Mädchen im schlimmsten Fall der "Ehren"-Mord.

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Neuer Hilfsleitfaden „Im Namen der Ehre – misshandelt, zwangsverheiratet, ermordet“ erschienen.

Die Zahlen sind eindeutig: Von den durchschnittlich 160 Hilfesuchenden, die sich jährlich an die TERRE DES FEMMES Beratungsstelle wenden, sind mehr als die Hälfte Kontaktpersonen (MitarbeiterInnen von Behörden sowie pädagogische Fachkräfte). Für sie steht seit dem 01.09.11 der neue TERRE DES FEMMES Hilfsleitfaden zum Download zur Verfügung.

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Neue Studie zu „Ehrenmorden“ veröffentlicht - TERRE DES FEMMES sieht sich in ihrer Arbeit bestätigt

Berlin, 03. August 2011. Das Bundeskriminalamt (BKA) hat vor einigen Jahren eine Studie „Ehrenmorde in Deutschland“ in Auftrag gegeben, die vom Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht erstellt wurde, und anhand von Prozessakten 78 Fälle aus den Jahren 1996 bis 2005 analysiert. Diese Studie wird noch diese Woche vom BKA veröffentlicht. Erste Ergebnisse sind jedoch schon bekannt gegeben worden und bestätigen die jahrelange Arbeit von TERRE DES FEMMES (TDF) zu diesem Thema.

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NEU: Broschüre "Koordiniertes Vorgehen bei Gewalt im Namen der Ehre"

BroschürentitelJährlich sind Tausende von Mädchen und Frauen von Gewalt im Namen der Ehre betroffen. Sie werden unterdrückt, misshandelt, verstoßen und zwangsverheiratet – und das nicht nur in Ländern außerhalb der westlichen Welt, sondern auch hier in Deutschland.

Wenn Betroffene die Kraft und den Mut aufbringen können, sich aus der Bedrohungssituation zu befreien, sind Beratungsstellen, aber auch Behörden und Institutionen wie Jugendämter, Ausländerbehörden, Polizei oder Arbeitsagenturen erste Anlaufstellen.

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Drei Jahre nach dem "Ehren"-Mord von Morsal O. - TERRE DES FEMMES Beratungsstelle erhält vermehrt Hilferufe

Tübingen. Am Sonntag, 15. Mai 2011 jährt sich der Todestag von Morsal Obeidi zum dritten Mal. Die 16-jährige Hamburgerin wurde am 15. Mai 2008 von ihrem 23-jährigen Bruder mit 20 Messerstichen ermordet. Sie musste sterben, weil sie selbstbestimmt leben wollte.

Anlass für TERRE DES FEMMES, an das Schicksal zahlreicher Mädchen und Frauen zu erinnern, die tagtäglich Gewalt erleben und daran gehindert werden, ein freies, gleichberechtigtes und selbstbestimmtes Leben zu führen.

In der Beratungsstelle von TERRE DES FEMMES suchen täglich Betroffene von Häuslicher Gewalt, Zwangsverheiratung oder Genitalverstümmelung verzweifelt Hilfe. 2010 waren es 440 Personen: 20 prozent mehr als im Jahr zuvor. Aber auch Lehrkräfte und MitarbeiterInnen sozialer Einrichtungen wenden sich an TERRE DES FEMMES, um sich beraten zu lassen.

2010 waren es allein 163 Betroffene, die von Zwangsverheiratung oder Gewalt im Namen der Ehre bedroht oder betroffen waren. Manchmal reicht das Gerücht, die Tochter hätte schon voreheliche sexuelle Kontakte gehabt, um sie mit dem Tode zu bedrohen.

Auffällig ist, dass ein großer Teil der Hilfesuchenden zwischen 18 und 25 Jahren alt ist: „Diese jungen Frauen sind in besonderer Not: Wenn sie aus ihrer Gewaltsituation fliehen wollen, benötigen sie eine anonyme Unterbringung, die ihren Bedürfnissen angepasst ist. Die Klärung der Zuständigkeiten zwischen Jugend- und Sozialamt dauert oft zu lang, damit wird den Frauen die dringend nötige Unterstützung entzogen“ erklärt die Leiterin der TERRE DES FEMMES Beratungsstelle Lysann Häusler.

TERRE DES FEMMES fordert, dass Bundesländer so genannte Nothilfeplätze in spezialisierten Einrichtungen finanzieren, die von der Kostenzusage der Behörden unabhängig sind. „Nur so kann eine schnelle und unkomplizierte Aufnahme der Betroffenen sichergestellt und ein tatsächlicher Schutz gewährleistet werden,“ berichtet Häusler weiter.

Für Nachfragen und weitere Informationen zur Beratungsstatistik stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Lysann Häusler oder Rahel Volz Tel. 07071/7973-0 oder per Mail an beratung@frauenrechte.de oder ehrverbrechen@frauenrechte.de.

 

Die wichtigsten Änderungen des Zwangsheirats-Bekämpfungsgesetzes (BT-Drucksache-Nr. 17/4623)

Am 17. März 2011 verabschiedete der Bundestag ein Gesetz zur Bekämpfung von Zwangsheirat. Die wichtigsten Neuregelungen für Betroffene von Zwangsverheiratung:

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Kontakt- und Ideenbörse in Stuttgart mit den „Heroes“

Auf dem Fachtag am 14. April 2011 stellt sich das Projekt "HEROES - Gegen Unterdrückung im Namen der Ehre" vor. Zwei Gruppenleiter/-innen und zwei junge Heroes kommen nach Stuttgart, um von ihrer Arbeit zu berichten.

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Der Hintergrund zum Mord an Hatun Aynur Sürücü im Jahr 2005

Die in Berlin geborene Hatun Aynur Sürücü hatte 1999 ihren Mann, mit dem sie noch minderjährig in der Türkei zwangsverheiratet worden war, verlassen und sich mit ihrem Sohn Can eine eigene Existenz aufgebaut. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Elektroinstallateurin und nannte sich fortan „Aynur“, was soviel bedeutet wie „hell leuchtend wie der Mond“. Im Februar 2005 stand sie kurz vor ihrer Gesellenprüfung und war in ihrem neuen, unabhängigen Leben angekommen.

Durch ihr Verhalten sah sich Hatuns Familie in ihrer Ehre verletzt. Um diese wiederherzustellen, beschloss vermutlich der Familienrat den Tod der jungen Frau. Ayhan Sürücü, Hatuns jüngerer Bruder, gestand die Tat und wurde daraufhin im April 2006 vom Berliner Landgericht wegen Mordes zu neun Jahren und drei Monaten Jugendstrafe verurteilt. Die beiden älteren Brüder Alpaslan und Mutlu wurden aus Mangel an Beweisen freigesprochen. Im August 2007 wurde der Freispruch für die beiden Brüder vom 5. Strafsenat des Bundesgerichtshofes in Leipzig aufgrund von Mängeln in der Beweiswürdigung aufgehoben. Der Fall ging daraufhin wieder zurück an das Berliner Landgericht. Allerdings ist ein neuer Prozess wenig wahrscheinlich, da sich Alpaslan und Mutlu Sürücü momentan in der Türkei aufhalten.

Hatuns Tod hatte bundesweit politische Debatten um Integration und die Verbesserung des Schutzes für Frauen wie Hatun ausgelöst. In der Folge wurde das Thema Ehrverbrechen auch der breiten Öffentlichkeit bekannt. Hatun wurde für viele zur Symbolfigur für das Leid der Mädchen und Frauen, die unter patricharchalen Familienstrukturen und ehrbezogener Gewalt leiden müssen.

Foto: Andreas Dreissiger: TERRE DES FEMMES Demonstration in Berlin 2005
 TERRE DES FEMMES Demonstration in Berlin 2005
© Foto: Andreas Dreissiger

 

(c) Foto: Deborah Seid - TERRE DES FEMMES-Demonstration in Berlin 2005
TERRE DES FEMMES-Demonstration in Berlin 2005
© Foto: Deborah Seid

07.02.2011: 6. Todestag - Gedenken an "Ehrenmord"opfer Hatun Sürüçü

Am Montag, den 7. Februar jährt sich der Todestag von Hatun Sürüçü zum 6. Mal. Sie wurde 2005 an einer Bushaltestelle in Berlin-Tempelhof von ihrem Bruder erschossen.

Hatun Sürüçüs Schicksal steht für unzählige Mädchen und Frauen, die unter Gewalt im Namen der Ehre leiden. Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES: "Solchen Morden geht immer eine lange Leidensgeschichte voller Drohungen und Gewalt voraus."

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10.12.2010: Keine vorzeitige Entlassung von Gewaltverbrechern

TERRE DES FEMMES übergibt 10.000 Unterschriften an die Staatsanwaltschaft Baden-Baden

Baden-Baden/Tübingen. Mehr als 10.000 Unterschriften überreichte die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES am 10.12.2010, dem Tag der Menschenrechte, der Staatsanwaltschaft Baden-Baden, um die vorzeitige Haftentlassung von Mehmet Korkmaz zu verhindern. Er hatte im November 2007 versucht, seine Ex-Frau Aylin Korkmaz mit 26 Messerstichen zu töten, um seine vermeintlich verletzte "Ehre" wieder herzustellen.


Mehmet Korkmaz wurde im August 2008 vom Landgericht Baden-Baden wegen versuchten Mordes mit schwerer Körperverletzung zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nun soll er nach weniger als 7 Jahren aus der Haft entlassen und in die Türkei abgeschoben

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Protestaktion mit Kreuzen für die Ehrenmordopfer 10.12.2010

werden. In der Türkei wäre er jedoch ein freier Mann. Aylin Korkmaz hat größte Befürchtungen, dass ihr Ex-Ehemann illegal nach Deutschland einreist und erneut versuchen wird, sie umzubringen. Seit April 2010 hat TERRE DES FEMMES mit einer Unterschriftenaktion gegen die vorzeitige Entlassung des Täters protestiert. Die Frauenrechtsorganisation fordert, den Täter nicht vorzeitig aus der Haft zu entlassen, den Tätern von Ehrverbrechen keinen Strafnachlass aus "kulturellen Gründen" zu gewähren sowie Täter, die eine Gefahr für Dritte darstellen, nicht vorzeitig aus der Haft zu entlassen.

Vor der Übergabe der Unterschriften versammelten sich zahlreiche Menschen, um gemeinsam der Opfer von "Ehrenmorden" zu gedenken. TERRE DES FEMMES stellte symbolisch 72 Kreuze für die seit 1996 "im Namen der Ehre" Ermordeten auf.

"Wir sind hier, um einen besseren Schutz für die Opfer von Gewaltverbrechen einzuklagen. Es kann nicht sein, dass aus Kostengründen Menschen vorzeitig aus der Haft entlassen werden, die weiterhin eine Gefahr für die Opfer darstellen", betonte Rahel Volz von TERRE DES FEMMES in ihrer Rede.
Aylin Korkmaz ging in ihrer kurzen, aber bewegenden Rede darauf ein, dass die Opfer von Gewalt auch durch den deutschen Staat erneut zum Opfer gemacht werden: "Warum immer ich? Warum muss ich mich verstecken? Der deutsche Staat hat die Aufgabe, mich zu schützen."

In seinem Grußwort bewunderte der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/ Die Grünen Cem Özdemir den Mut von Aylin Korkmaz "öffentlich ihre Stimme zu erheben." Gleichzeitig appellierte er auch an die Staatsanwaltschaft, die sich aus einer vorzeitigen Entlassung "ergebende Gefahrensituation sehr ernst zu nehmen". "Zwangsheiraten und so genannte Ehrenmorde dürfen nicht durch ein falsches Verständnis den Tätern gegenüber oder gar durch eine Milderung der Haftstrafen aus vermeintlich kulturellen Gründen relativiert werden", so Özdemir.

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Aylin Korkmaz am 10.12.2010 Aylin Korkmaz (m) und Rahel Volz von TDF bei der Unterschriftenübergabe am 10.12.2010

Gesetz zu Zwangsheirat verabschiedet

Teilerfolg im Kampf gegen Zwangsverheiratung - Jetzt muss die Regierung Beratungs- und Schutzangebote verbessern!

Am Donnerstag, den 17. März hat der Bundestag das Gesetz zur Bekämpfung von Zwangsheirat beschlossen. TERRE DES FEMMES begrüßt den neuen Straftatbestand als klares Bekenntnis des Staates, dass es sich bei der Zwangsverheiratung um eine fundamentale Menschenrechtsverletzung handelt. Und das deutlich verlängerte Rückkehrrecht gibt den Betroffenen eine reale Chance, nach einer so genannten Heiratsverschleppung wieder nach Deutschland zurückzukehren. Für beide Veränderungen hat sich TERRE DES FEMMES seit Jahren stark gemacht.

Einen ausreichenden Schutz von Betroffenen ergibt das neue Gesetz aber keineswegs. TERRE DES FEMMES appelliert deshalb an die Bundesregierung, jetzt Beratungs-, Betreuungs- und Schutzangebote zu verbessern, wie es im Koalitionsvertrag versprochen wurde.

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10.12.2010: Keine vorzeitige Entlassung von Gewaltverbrechern - TERRE DES FEMMES übergibt 10.000 Unterschriften an die Staatsanwaltschaft Baden-Baden

Baden-Baden/Tübingen. Mehr als 10.000 Unterschriften überreichte die Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES am 10.12.2010, dem Tag der Menschenrechte, der Staatsanwaltschaft Baden-Baden, um die vorzeitige Haftentlassung von Mehmet Korkmaz zu verhindern. Er hatte im November 2007 versucht, seine Ex-Frau Aylin Korkmaz mit 26 Messerstichen zu töten, um seine vermeintlich verletzte "Ehre" wieder herzustellen.

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Appell Nein zur Erhöhung der Ehebestandszeit

Über 50 Organisationen und Privatpersonen haben den Appell inzwischen unterzeichnet.

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Kundgebung für Aylin Korkmaz am 10.12. in Baden-Baden

Aylin KorkmazAm 10. Dezember um 11 Uhr übergeben Aylin Korkmaz und TERRE DES FEMMES mehrere tausend Unterschriften an die Staatsanwaltschaft Baden-Baden. Vor dem Gebäude der Staatsanwaltschaft gedenken wir der Opfer von Ehrenmorden in Deutschland.

Aylin Korkmaz überlebte im November 2007 nur knapp den Mordversuch durch ihren Ex-Ehemann. Mit 26 Messerstichen versuchte er, seine "Ehre" wieder herzustellen. Mehmet Korkmaz wurde im August 2008 vom Landgericht Baden-Baden wegen versuchten Mordes mit schwerer Körperverletzung zu 13 Jahren Haft verurteilt. Nun soll er nach weniger als 7 Jahren aus der Haft entlassen und in die Türkei abgeschoben werden. In der Türkei wäre er ein freier Mann.

Der Täter hat gedroht, Aylin Korkmaz nach seiner Freilassung zu töten. Frau Korkmaz hat nun größte Befürchtungen, dass ihr Ex-Mann mit falschen Papieren wieder nach Deutschland einreisen und seine Drohung wahr machen wird!

Protestieren Sie mit uns gegen die vorzeitige Entlassung des Täters!

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26.10.2010: Ein Jahr länger in der Ehehölle - Aufenthaltsrecht soll mit Gesetzesänderung gegen Zwangsheirat verschärft werden

Tübingen/Berlin. Seit heute ist es offiziell: Das Bundeskabinett beschloss am heutigen Mittwoch ein Gesetzespaket gegen Zwangsverheiratung. Darin soll die Zwangsverheiratung als eigener Straftatbestand ins Strafgesetzbuch aufgenommen werden. Gleichzeitig enthält das Paket eine Erhöhung des eheabhängigen Aufenthaltsrechts (Ehebestandszeit) von zwei auf drei Jahre.

TERRE DES FEMMES kritisiert aufs Schärfste, dass die Verbesserungen für Betroffene von Zwangsheirat eine gravierende Verschlechterung beim eigenständigen Aufenthaltsrecht für nachgezogene Ehegatten mit sich bringt.

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