Foto: © microgen / fotolia.comFoto: © microgen / fotolia.comDie meisten Frauen in der Prostitution verdienen nicht viel Geld. Zwischen 10 und 40 Euro pro Sexkäufer verdient eine Frau auf dem Straßenstrich und im Bordell, bei extrem hohen „Mietkosten“ von täglich 120 bis 180 Euro für Bordellwohnungen, Wohnwagen oder Zimmern in Bordellen.[1]  Wegen der hohen Konkurrenz sind die Prostituierte immer mehr Druck ausgesetzt und können den Sexkäufern oft keine Grenzen setzten, so dass sie auch gefährliche und erniedrigende Praktiken in Kauf nehmen müssen.[2] Einen hohen Teil ihrer Einkünfte müssen Prostituierte an Zuhälter abgeben.[3] Das restliche Geld wird meist an die Familie in der Heimat geschickt oder für Alkohol, Medikamente, oder Drogen ausgegeben.[4]

Selbst wenn Prostituierte viel Geld verdienen würden, wäre es trotzdem zutiefst problematisch, Existenzsicherung um den Preis von Erniedrigung, Missbrauch und Gewalt als Emanzipation oder gar Empowerment anzupreisen. TERRE DES FEMMES sieht Prostitution zur Existenzsicherung als Zwang an. Es ist ein Anzeichen für wirtschaftliche Ungleichheit, eine fehlende Gleichstellung der Geschlechter und ein unzulängliches soziales Netz in Deutschland, dass Frauen sich gezwungen sehen zur Existenzsicherung in der Prostitution tätig zu sein. Daher fordert TERRE DES FEMMES dringend die Einrichtung von Ausstiegsprogrammen für Prostituierte.

 

 

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[1] Kraus: Prostitution, 2016, S. 3.; Heide: Stellungnahme zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes, 2016.
[2] Gugel: Das Spannungsverhältnis zwischen ProstG und Art. 3 II GG, 2010, S.56f.
[3] Schulze: Sexuelle Ausbeutung und Prostitution, 2014, S. 6; Gugel: Das Spannungsverhältnis zwischen ProstG und Art. 3 II GG, 2010, S. 61f.
[4] Heide: Stellungnahme zur Regulierung des Prostitutionsgewerbes, 2016.