Aktuelles zum Thema Frauenhandel und Prostitution

GRETA-Expertenkommission warnen vor Gefahr der Loverboys im Internet

Loverboy TitelIllustration: © Joanna Broda/Mona KakanjDie Expertengruppe gegen Menschenhandel (GRETA) des Europarats hat am 20. Juni den zweiten Evaluationsbericht https://rm.coe.int/greta-2019-07-fgr-deu-en/1680950011 über Deutschlands Bemühungen im Kampf gegen den Menschenhandel veröffentlicht. GRETA warnt davor, dass Mädchen und junge Frauen in Deutschland zunehmend Gefahr laufen, im Internet durch sogenannte Loverboys Betroffene von Mädchen- bzw. Frauenhandel zu werden. Die Loverboys bauen über die Kontaktaufnahme im Internet (auch Cybergrooming genannt) langsam eine Beziehung zu den Mädchen und jungen Frauen auf. Sie täuschen ihnen eine Liebesbeziehung vor, und die Männer zwingen die Mädchen danach in die Prostitution und beuten sie dort sexuell aus.

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Weltkongress „Prostitution: weder Sex noch Arbeit!“

Weltkongress 2019Vom 02.-04. April 2019 hat der Weltkongress von CAP International, SOLWODI e.V. und Armut und Gesundheit e.V. in Mainz an der Johannes Gutenberg-Universität stattgefunden. Es ist der dritte Weltkongress dieser Art - dieses Mal aber in Deutschland! Der Kongress hat 300 AktivistInnen und VertreterInnen von NGOs aus 30 Ländern nach Deutschland gebracht hat. 40 RednerInnen haben ihr Wissen und ihre Erfahrungen geteilt und mit dem Publikum gemeinsam erarbeitet, warum das System der Prostitution Gewalt an Frauen ist, wie diese aussieht, und warum die Reduktion der Nachfrage und damit die Kriminalisierung der Sexkäufer der einzige Weg sind, um dies einzudämmen.

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Angeblicher „Saubermann der Prostitution“ verurteilt

Stuttgarter Landgericht verurteilt Jürgen Rudloff im Paradise-Prozess zu 5 Jahren Haft. Foto: Tresckow  Lizenz: CC BY 3.0  Stuttgarter Landgericht verurteilt Jürgen Rudloff im Paradise-Prozess zu 5 Jahren Haft. Foto: Tresckow Lizenz: CC BY 3.0 TERRE DES FEMMES begrüßt das historische Urteil des Stuttgarter Landgerichts zur Inhaftierung des Bordellbetreibers Jürgen Rudloff. Nach monatelangen Gerichtsverhandlungen verurteilte das Gericht am 27. Februar 2019 den Betreiber des „Paradise“-Bordells in Stuttgart und seinen Mitarbeiter Michael Beretin zu 5 bzw. 3 Jahren Haft. Tatbestände beinhalteten sowohl die „Beihilfe zur Zuhälterei“ und „Beihilfe zum schweren Menschenhandel“ als auch „gewerbsmäßigen Betrug“. Rudloff und Beretin wurden dafür verurteilt, dass sie zur jahrelangen sexuellen Ausbeutung von mindestens 17 jungen Frauen durch Menschenhändler und Zuhälter beigetragen haben.

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Mädchenschutz: Cybergrooming, Loverboys – Gefahren im Internet

Pressefoto der klicksafe.de Initiative (Quelle: klicksafe/Philipp Pongratz)Foto: klicksafe/Philipp PongratzSeit 2004 macht die EU-Initiative für mehr Sicherheit im Netz weltweit mit dem „Safer Internet Day“ auf die Risiken der neuen Medien und Technologien aufmerksam. 2019 findet dieser Tag am 05. Februar statt. Es geht darum ein breites Publikum von Schülern, Eltern, Lehrer, Initiativen, Privatpersonen und Politik zu sensibilisieren. Informationen zu den Aktionen im Jahr 2019 unter www.klicksafe.de/sid.

Aus diesem Anlass möchte TERRE DES FEMMES auf die Gefahren durch Cybergrooming und die Verbindung zu Mädchenhandel durch die Loverboy-Methode aufmerksam machen. Der Begriff „Cybergrooming“ bezeichnet das gezielte Anschreiben, Anchatten oder Ansprechen von Kindern oder Jugendlichen in virtuellen Räumen mit dem Ziel, diese emotional abhängig zu machen und so sexuellem Missbrauch und sexuelle Ausbeutung vorzubereiten. Die zunächst entgegengebrachten Schmeicheleien schlagen schnell um in explizite Forderungen nach offline-Treffen oder Nacktfotos/-videos. Cybergrooming passiert häufig sehr schnell.

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Französisches Verfassungsgericht erklärt Sexkaufverbot als verfassungskonform!

Conseil Constitutionnel, Paris.  Foto: © Mbzt / Creative Commons licenceConseil Constitutionnel, Paris.
Foto: © Mbzt / Creative Commons licence
TERRE DES FEMMES begrüßt die historische Entscheidung des französischen Conseil Constitutionnel (Verfassungsgericht) das 2016 eingeführte Sexkaufverbot zu bestätigen. Das Verfassungsgericht entschied am 1.Februar 2019, dass die Bestrafung der Sexkäufer nicht im Konflikt mit den in der französischen Verfassung verankerten Grundrechten steht.

Seit November 2018 berät der Conseil Constitutionnel über die Verfassungskonformität des abolitionistischen Gesetzes in Frankreich. Frankreich hatte 2016 ein Gesetzespaket beschlossen, welches Sexkäufer bestraft und Ausstiegsmöglichkeiten für Prostituierte bietet. Ein paar NGOs haben dieses Gesetz kritisiert und einen Antrag auf Überprüfung der Verfassungskonformität gestellt. Die Entscheidung des Verfassungsgerichtes bestätigt jetzt, dass das Gesetz so wie es ist, verfassungskonform ist. Das Gericht erkennt an, dass Prostitution Gewalt gegen Frauen ist. Somit folgt das Verfassungsgericht den Argumenten der abolitionistischen Bewegung in Frankreich, die jahrelang für die Einführung des Sexkaufverbots gekämpft hatten und 2016 endlich Erfolg hatten. Wir bedanken uns für den Einsatz von CAP International, der Fondation Scelles und Mouvement du Nid, sowie 66 weiteren NGOs, die gemeinsam das Gesetz vor dem Verfassungsgericht verteidigt haben.

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