Am 25. November 2019 setzen Frauen mit der Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ ein deutliches Zeichen. Foto: © Martin Funck Am 25. November 2019 setzen Frauen mit der Fahne „Frei leben ohne Gewalt“ ein deutliches Zeichen. Foto: © Martin Funck

Jedes Jahr Flagge zeigen -
Die TERRE DES FEMMES Fahnenaktion „frei leben ohne Gewalt“ 2019

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Auch 2019 hat TERRE DES FEMMES den 25. November, den Internationalen Gedenk- und Aktionstag „NEIN zu Gewalt an Frauen!“ zum Anlass genommen, ein deutliches Zeichen gegen Gewalt an Mädchen und Frauen zu setzen.

Mit einer medienwirksamen Aktion vorm Brandenburger Tor in Berlin machten sich die TERRE DES FEMMES Frauen innerhalb des diesjährigen Schwerpunktthemas #sexistunbezahlbar für eine Welt ohne Prostitution stark. Unterstützt wurde die Aktion von Elisabeth Winkelmeier-Becker (MdB, CDU), Frank Heinrich (MdB, CDU) und dem MdB Büroteam Leni Breymaier (SPD).

Durch Zitate von Sexkäufern wurde auf die strukturelle Gewalt in der Prostitution aufmerksam gemacht.

Foto: © Martin Funck Foto: © Martin Funck Tatsächlich ist die hier zu sehende Auswahl vergleichsweise milde. Noch viel schlimmere menschen- und frauenverachtende Aussagen über die Frauen, ihre Rolle, ihre Körper und Körperöffnungen sind an der Tagesordnung. Viele der Beschreibungen zeigen klar, dass der Sexkauf tatsächlich ein sexueller Übergriff war. Sexkäufer beschreiben wie sie die Frauen benutzen.“ sagt die TERRE DES FEMMES Vorstandsfrau Jessica Espinoza.

Die frauenverachtende Haltung und Frauenfeindlichkeit der Sexkäufer werde, so Espinoza weiter, auch nicht einfach ausgeschaltet, wenn Sexkäufer das Bordell verließen. „Es ist nicht so, dass Sexkäufer hässlich über Prostituierte sprechen und dann im Büro mit weiblichen Vorgesetzten und Untergebenen gleichberechtigt und respektvoll umgehen.“ sagt Jessica Espinoza. „Prostituierte sind Frauen wie jede, Sie und ich, und wir können nicht zulassen, dass diese Frauen Gewalt ertragen müssen. Echte Gleichberechtigung in Deutschland ist mit einem System der Prostitution nicht vereinbar.“

Foto: © Martin Funck Foto: © Martin Funck Deshalb fordert TERRE DES FEMMES die Einführung des Sexkaufverbots nach nordischem Modell in Deutschland. Das Europäische Parlament unterstützt diese Forderung seit 2014 mit klarer Mehrheit. Mehrere EU-Mitgliedstaaten haben das Sexkaufverbot schon eingeführt: Schweden, Norwegen, Frankreich, und Irland, außerhalb der EU auch noch Island, Kanada und Israel.

„Wir setzen uns dafür ein, dass Deutschland von den unterschiedlichen Umsetzungen des abolitionistischen Modells in diesen Ländern lernt, und eine für Deutschland und unser Rechtssystem passende Version des Sexkaufverbotes einführt. Wir müssen uns genau anschauen, was in Ländern wie Frankreich und Irland klappt, oder auch nicht klappt, um hier in Deutschland die bestmögliche Version des Modells umzusetzen.“, erklärt die TERRE DES FEMMES Fachreferentin für Frauenhandel und Prostitution Dr. Andrea Tivig.

Gleichzeitig fordert TERRE DES FEMMES, dass Ausstiegshilfen für Prostituierte ausgebaut werden. Frauen in der Prostitution dürfen nicht kriminalisiert werden. Ihnen echte Alternativen zugänglich zu machen sei elementarer Bestandteil des Nordischen Modells, so Tivig.

Zahlreiche TERRE DES FEMMES Städtegruppen haben den 25. November genutzt um das Thema #sexistunbezahlbar auch in ihrer Region zur Diskussion zu stellen.

Große Veranstaltungen fanden unter anderem in Dortmund, Regensburg, Herford, Leipzig, Bremen, Bielefeld und Nürnberg statt.

Aber auch das Thema Mädchenhandel wurde von den TERRE DES FEMMES Ehrenamtlichen und vielen Gleichstellungsbeauftragten im ganzen Bundesgebiet aufgegriffen.

Mädchenhandel in Deutschland – Aufklärung und Prävention dringend nötig!

Unser Infoflyer zur Loverboy-Methode. Illustration: Joanna Broda/Mona Kakanj

Als Fortführung der Mädchenkampagne 2018-2020 setzte TERRE DES FEMMES in diesem Jahr ebenfalls einen Fokus auf die Prävention von Mädchenhandel hier in Deutschland. Durch die Loverboy-Methode werden Mädchen und junge Frauen zur Prostitution gezwungen. Sogenannte „Loverboys“ sind Männer, die einem Mädchen oder einer jungen Frau eine Liebesbeziehung vorspielen. Kontaktaufnahme findet meist über das Internet statt, ähnlich wie bei Cybergrooming für Kinderpornographie oder sexuellen Missbrauch.

Nachdem der Loverboy die Mädchen von Familie und FreundInnen isoliert und in die emotionale Abhängigkeit manipuliert, zwingt er sie dann in die Prostitution. Gefährdet sind Mädchen aus allen sozialen „Schichten,“ die im Internet unterwegs sind. Das ist mittlerweile fast jede, und darum ist Aufklärung so wichtig. 

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