49 - Zum Glück gezwungen

1. Eine Frühverheiratung liegt vor, wenn mind. eine der Beteiligten noch keine 18 Jahre alt ist. Pro Minute werden weltweit 23 Mädchen minderjährig verheiratet (21 %), in den ärmsten Ländern sind es sogar 40 % (UNICEF 2020). Kinderheiraten kommen in allen Religionen und ethnischen Gruppen vor.

Mit einer Frühverheiratung möchten Eltern meist – besonders, wenn sie arm sind – die Zukunft ihrer Tochter absichern. Gerade im Globalen Süden haben Mädchen in vielen Fällen keine Chancen auf ein eigenes Einkommen. Manche Familien möchten durch Kinderehen auch Bündnisse schließen oder festigen, Schulden begleichen oder Streitigkeiten beilegen. Einige hoffen, dass ihre Kinder mehr eigene Kinder bekommen, wenn sie früh heiraten, damit sie im Alter versorgt sind. In extremen Fällen wollen Eltern mit dem Verkauf des Mädchens Geld verdienen, wenn z.B. ein Brautpreis gezahlt wird, der für jüngere Mädchen i.d.R. höher ausfällt. Eltern entscheiden sich in manchen Regionen auch deshalb für eine frühe Heirat ihrer Tochter, weil dort für jüngere Bräute weniger Mitgift gezahlt werden muss als für ältere. Besonders in humanitären Krisen, Konflikten und Kriegen schnellt die Zahl der Frühverheiratungen in die Höhe. Denn Eltern sehen in einer frühen Heirat eine Möglichkeit, ihre Tochter vor sexualisierter Gewalt zu schützen, die in solchen Situationen häufig weit verbreitet ist. 9 der 10 Länder mit der höchsten Rate an Kinderehen gelten als sogenannte fragile Staaten.

2. Beispiele: Pippi Langstrumpf, Bibi Blocksberg, Madita, Mulan, Ronja Räubertochter, Hermine Granger, Mafalda, Conni