42 - Zu jung zum Sterben!

1. C ist richtig. Komplikationen während der Schwangerschaft und/oder Kindergeburt bzw. deren Folgen sind das größte Risiko für das Leben von Mädchen und jungen Frauen zwischen 15 und 19 Jahren weltweit (DSW 2019). Täglich sterben Hunderte an Endometriose, starken Blutungen, Infektionen, Geburtskomplikationen oder unsicheren Schwangerschaftsabbrüchen. Oft ist der Körper eines Mädchens noch nicht weit genug entwickelt, um eine Schwangerschaft risikofrei auszutragen. Jährlich werden ca. 21 Millionen Mädchen und junge Frauen weltweit schwanger. 12 Millionen davon bringen ihr Kind zur Welt, 770.000 noch vor dem 15. Geburtstag (UNFPA 2015). V.a. im Globalen Süden ist der Handlungsbedarf groß. Niger führt die Liste der Länder mit der höchsten Geburtenrate unter Teenagern weltweit an (184 Geburten auf 1.000 Mütter im Teenager-Alter), gefolgt von Mali (167) und Tschad (158). Im Globalen Süden treten zudem 99 % der Fälle von Müttersterblichkeit weltweit auf und jede 10. Frau wird vor ihrem 20. Lebensjahr schwanger – meist ungewollt. In Deutschland liegt bei etwa 7 von 1.000 Geburten das Alter der Mutter zwischen 15 und 17 Jahren (Pro Familia 2009).

Teenager-Schwangerschaften sind v.a. auf Frühehen, sexualisierte Gewalt und den fehlenden Zugang zu Aufklärung, Verhütung, Bildung und Gleichberechtigung zurückzuführen.

Gerade in ärmeren Ländern werden sehr viele Mädchen minderjährig verheiratet. Die sexuelle und reproduktive Gesundheit eines frühverheirateten Mädchens wird dadurch gefährdet, dass es meist zum Geschlechtsverkehr mit seinem sexuell erfahrenen älteren Ehemann gezwungen wird. Das Mädchen hat in der Regel weder das erforderliche Wissen noch den sozialen Status, sichere Sexualpraktiken und Verhütungstechniken durchzusetzen, und somit steigt sowohl das Risiko für eine sexuell übertragene Infektion als auch für eine Frühschwangerschaft. Die meisten minderjährig verheirateten Mädchen verlassen nach der Heirat, spätestens aber mit der ersten Schwangerschaft, die Schule oder werden dazu gezwungen.

2. 5,6 Millionen Abtreibungen entfallen jährlich auf Mädchen und junge Frauen zwischen 15 und 19 Jahren, 3,9 Millionen davon unter unsicheren Bedingungen (Darroch J. et al. 2016). Bei Teenager-Schwangerschaften sind zudem das Risiko einer Frühgeburt sowie eines geringen Geburtsgewichts und weiterer, häufig schwerwiegender, Gesundheitsprobleme beim Neugeborenen stark erhöht.