41 - Kennt ihr das?

1. B ist richtig: Viele Strafverfahren werden aus Mangel an Beweisen eingestellt. Um dies zu verhindern, ist es wichtig, die Spuren einer sexuellen Gewalttat zeitnah gerichtsfest zu dokumentieren. DNA-Spuren lassen sich nach einer sexuellen Gewalttat, wie z.B. einer Vergewaltigung, nur innerhalb von 72 Stunden zuverlässig sichern. Für viele Betroffene ist dieser Zeitraum jedoch zu kurz, um sich für oder gegen eine Anzeige zu entscheiden. Durch eine anonyme oder auch anzeigenunabhängige Spurensicherung gewinnen sie für diese Entscheidung wertvolle Zeit. Innerhalb der 72-Stunden-Frist können alle vorhandenen Spuren gesichert werden – ohne dass die Betroffenen in der Ausnahmesituation unmittelbar nach der Gewalttat sofort die schwierige Entscheidung für oder gegen eine Anzeige treffen müssen.

Eine völlig anonyme Beweissicherung und Lagerung von DNA-Spuren ist in den meisten Fällen nicht möglich. Jedoch werden die Daten vertraulich behandelt und dürfen nicht ohne die Zustimmung der Betroffenen verwendet werden. Die behandelnden Ärztinnen unterliegen der Schweigepflicht.

2. Die richtige Antwort lautet 15. Außer in Thüringen ist die ASS deutschlandweit möglich. In vielen Bundesländern wird sie aber nur in wenigen Einrichtungen und in keinem einzigen in allen Städten angeboten. Deshalb fordern TERRE DES FEMMES und andere Organisationen seit langem eine deutschlandweit flächendeckende Versorgung mit sogenannten Opferschutzambulanzen, bei denen eine anonyme Spurensicherung möglich ist und Beweise bis zu 20 Jahre für einen möglichen Gerichtsprozess gelagert werden.