3 - Frauenwahlrecht

1. 1. Deutschland, 1918 2. USA, 1920 3. Türkei, 1934

4. Afghanistan, 1963 5. Liechtenstein, 1984

6. Guatemala, 1985 7. Saudi-Arabien, 2015

Beim Wahlrecht wird nach dem aktiven und passiven Wahlrecht unterschieden. Das aktive Wahlrecht ist das Recht eines Menschen, sich an einer Wahl durch Stimmabgabe beteiligen zu können (wahlberechtigt zu sein). Das passive Wahlrecht ist das Recht eines Menschen, sich bei einer Wahl als Kandidatin aufstellen zu lassen und gewählt zu werden (wählbar zu sein). In den meisten Ländern der Welt wurde zuerst das Wahlrecht für Weiße, alphabetisierte Männer eingeführt, bevor es später auf Weiße, alphabetisierte Frauen ausgedehnt wurde. Noch später wurde es dann Schwarzen, indigenen und/oder nicht-alphabetisierten Männern und (oft noch später) Frauen zuerkannt. Vielfach wurde das Wahlrecht auch vom eigenen Besitz, Einkommen oder dem Entrichten einer Wahlsteuer abhängig gemacht, was in der Regel Männer bevorteilte.

Weltweit zuerst führte 1838 die britische Kronkolonie Pitcairn das Frauenwahlrecht ein. Die erste Stadt war 1853 Vélez in Kolumbien. Das aktive Frauenwahlrecht (Frauen dürfen wählen, sind aber nicht wählbar) führte Neuseeland 1893 als erster Staat ein, das aktive und passive Frauenwahlrecht Australien 1902. In Europa war Finnland 1906 Spitzenreiterin.

2. C ist richtig. Eine Studie der Weltbank und des ICRW zu Frühverheiratung in Subsahara-Afrika fand 2017 heraus, dass jedes zusätzliche Jahr, das ein Mädchen zur Sekundarschule geht, signifikant das Risiko einer Frühverheiratung senkt. Das Gleiche gilt für das Risiko, vor dem 18. Lebensjahr schwanger zu werden. Weltweit gäbe es 64 % weniger Frühehen, wenn jedes Mädchen 12 Jahre lang zur Schule gehen würde (UNESCO 2020). Schulbildung befähigt Mädchen auch, ihre Rechte einzufordern.

Nicht zuletzt kam die Studie zu dem Ergebnis, dass Mädchen, die frühverheiratet werden, deutlich seltener ihre Sekundarschulbildung abschließen, was wiederum das spätere Einkommenspotenzial der Frauen und die Wirtschaftskraft ihrer Familien senkt. Beides hat langfristige Auswirkungen auf die nachfolgenden Generationen. Kinderehen tragen also dazu bei, dass Armut generationsübergreifend vererbt wird.