Interaktives Theaterstück greift Konflikte geflüchteter Jugendlicher in Deutschland auf „Mein Weg. Mein Glück. Mein Ziel!“

Berlin, 04.10.2016. Die Sommerferien sind vorbei und der Schulalltag hat für Jugendliche wieder begonnen. Neu ist er für viele jugendliche Geflüchtete, die aus Krisengebieten Zuflucht in Deutschland suchen und nun hier zur Schule gehen. Eine neue Sprache zu erlernen, ist nicht die einzige Herausforderung vor der die jungen Geflüchteten stehen. Viele von ihnen haben auf ihrer Flucht Gewalt erlitten – besonders betroffen sind Mädchen und junge Frauen.

Mit dem Theaterprojekt „Mein Weg. Mein Glück. Mein Ziel!“ leistet TERRE DES FEMMES in Kooperation mit der mobilen Beratungsstelle YASEMIN und dem Theaterensemble von „Mensch: Theater!“ direkte Sensibilisierungsarbeit zum Thema Gewalt gegen Mädchen und Frauen im Kontext von Flucht an Schulen in Baden-Württemberg. Finanziert wird das Projekt durch Mittel des Ministeriums für Soziales und Integration Baden-Württemberg. Von Oktober 2016 bis Januar 2017 wird es landesweit insgesamt 12 Aufführungen an Schulen mit sogenannten Vorbereitungsklassen geben. Die Premiere findet am 11. Oktober 2016 um 9 Uhr an der Humboldt-Werkrealschule in Mannheim statt.

Das Theaterprojekt wirft den Blick auf allgegenwärtige Gewalterfahrungen, Einschränkungen und Diskriminierungen der Jugendlichen und behandelt Themengebiete und Konflikte, die in ihrem Alltag von Bedeutung sind. „Mädchen und junge Frauen fliehen nicht nur vor Krieg, sie sind oftmals spezifischer Gewalt aufgrund ihres Geschlechts ausgesetzt, wie Zwangsverheiratung“, erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES. Dieses Thema wird auch im Stück aufgegriffen: So wird in einer Szene der Konflikt eines minderjährigen Mädchens dargestellt, das in ihrem Heimatland in Sorge um die eigene Sicherheit ihrer Verheiratung zustimmt. In Deutschland angekommen, verändern sich ihre Wünsche und Lebensvorstellungen. Sie muss sich nun mit den alten Verpflichtungen und dem Druck der Familie auseinandersetzten. „Viele der nach Deutschland Geflüchteten kommen aus Ländern mit patriarchalen Strukturen und Traditionen. Diese diskriminieren vor allem Mädchen und junge Frauen. Hier müssen wir sensibilisieren und die Jugendlichen in ihrem Alltag unterstützen“, sagt Stolle.

Im Theaterstück werden Themen wie Vorurteile, Überforderung und Unsicherheit, Isolierung von den MitschülerInnen, die Suche nach selbstbestimmten Lebenswelten sowie nach familiärer Geborgenheit behandelt. „Es ist kaum vorstellbar, welche Erfahrungen viele Jugendlichen in ihrem Alter bereits machen mussten“, sagt Manne Lucha, Minister für Soziales und Integration in Baden-Württemberg. Im Rahmen des Theaterprojekts werden Jugendliche, mit und ohne Fluchterfahrung, eingeladen, in einen Dialog miteinander sowie mit Lehrkräften zu treten. Die Jugendlichen entwickeln eigenständig Lösungsstrategien für die gezeigten Konflikte, so dass ein nachhaltiger Lerneffekt erzielt wird. „Durch die Förderung des Projekts wollen wir einen interkulturellen Austausch ermöglichen und einen Beitrag zur Integration der Jugendlichen leisten“, so der Minister.

Medienvertreter, die bei der Premiere mit dabei sein wollen, melden sich bitte vorab an bei TERRE DES FEMMES, Marion Brucker (Pressereferentin), Tel. 030/ 40504699-25, oder per Mail an presse@frauenrechte.de

 

 

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