TERRE DES FEMMES fordert gesetzliches Verbot der Vollverschleierung und verstärkt Öffentlichkeitsarbeit zum Sexkaufverbot

Ergebnisse der jährlichen Hauptversammlung

Berlin. TERRE DES FEMMES fordert ein gesetzliches Verbot der Vollverschleierung in der Öffentlichkeit und baut seine Öffentlichkeitsarbeit zum Sexkaufverbot aus. Dies hat die Frauenrechtsorganisation auf ihrer jährlichen Hauptversammlung am letzten Wochenende entschieden. „TERRE DES FEMMES fordert ein selbstbestimmtes Leben für alle Frauen. Eine Vollverschleierung steht der freien Entfaltung der Persönlichkeit nach Artikel 2 Grundgesetz entgegen“, erklärt Christa Stolle, Bundesgeschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.

Mimik und Gestik sind sichtbarer Ausdruck der Identität eines Menschen. Diese Sichtbarkeit der Person ist eine der Voraussetzungen für einen persönlichen Dialog und trägt zur Vertrauensbildung bei. Vollverschleierung dagegen schafft eine Barriere zwischen Trägerin und Umwelt. „Wir fordern ein Verbot der Ganzkörperverschleierung, damit alle Menschen die durch unsere Verfassung garantierten Grund- und Freiheitsrechte wahrnehmen können“, erklärt Stolle. Dazu gehört auch die in Artikel 3 Grundgesetz verbriefte Gleichberechtigung von Mann und Frau. Vorschriften von Religionsgemeinschaften zu geschlechtsspezifischer Kleidung laufen dem entgegen.

TERRE DES FEMMES begrüßt daher das Urteil des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte (EGMR) von 2014. Es hatte damals die Beschwerde einer Frau abgewiesen, die sich wegen des seit 2011 in Frankreich gültigen Vollverschleierungsverbots an den EGMR gewandt hatte. Nach Ansicht des EGMR verletzt das Gesetz weder die Freiheit des Glaubens, der Gedanken oder des Gewissens (Art. 9 EMRK), noch das Recht auf ein Privat- und Familienleben (Art. 8 EMRK).

Die Frauenrechtsorganisation beschloss außerdem die Öffentlichkeitsarbeit zum Sexkaufverbot auszubauen. Anlehnend an die geplanten politischen Maßnahmen in Deutschland konzentriert sich TERRE DES FEMMES auf die Einführung der Freierbestrafung. "Nicht die Prostituierten, sondern die Sexkäufer, müssen ins Visier der Gesetzgebung genommen werden" erklärt Stolle. TERRE DES FEMMES fordert von daher eine gesetzliche Regelung, die den Sexkauf verbietet und setzt sich zugleich für den Ausbau von Schutzmaßnahmen für Prostituierte ein.

Für Nachfragen und Interviews wenden Sie sich bitte an an TERRE DES FEMMES, Pressereferat, Tel. 030/ 40504699-25, oder per Mail an presse@frauenrechte.de

 

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