12. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES 22.-28. November 2012 in Tübingen (12.11.2012)

Pressekonferenz zur Eröffnung am 19. November 2012, um 11:00 Uhr

Tübingen, 15. November 2012. Mit acht Themenschwerpunkten, auffallend vielen Spielfilmdebüts und internationalen Gästen präsentiert sich das 12. Filmfest FrauenWelten von TERRE DES FEMMES als Plattform für junges Weltkino mit inhaltlichem Tiefgang zum Thema Frauenrechte. 35 Spiel- und Dokumentarfilme aus 24 Ländern bieten ungewöhnliche und herausfordernde Perspektiven wie auf „Prostitution – Zwangsprostitution – Frauenhandel“ oder „Täter-Opfer-Beziehung und -Ausgleich“ und die immer wiederkehrende Frage: „In was für einer Gesellschaft wollen wir leben?“

Gäste

Zum 12. Filmfest reisen außergewöhnlich viele nationale und internationale Gäste nach Tübingen, insgesamt 16 Filmschaffende werden in Tübingen erwartet: Unter anderem die renommierte deutsch-argentinische Regisseurin Jeanine Meerapfel („Der deutsche Freund“), Michal Aviad aus Israel („Invisible“), Newcomer wie Kadija Leclere aus Belgien („Le sac de farine“) oder die aus Finnland stammende Kirsi Liimatainen („Festung“). Unter den SchauspielerInnen werden Berlinale European Shooting Star Zrinka Cvitešic aus Kroation („Die Brücke am Ibar“) oder Nachwuchstalente wie Edin Hasanovic („Schuld sind immer die Anderen“) und Elisa Essig („Festung“) dem Publikum Rede und Antwort stehen.

Fokus Vielfalt

In acht Themenschwerpunkten vernetzen sich die Filme des 12. Filmfests zu facettenreichen Perspektiven oder zu antagonistischen Filmpaaren, die zu neuen Gedankengängen anregen, darunter:

Prostitution – Zwangsprostitution – Frauenhandel: „Warum gehen Männer ins Bordell?“, fragt irritiert der Schwede Svante Tidholm und macht sich im größten Bordell Europas in Köln für seinen Film „Like a Pascha“ auf die Suche. Der erweiterte Blick zur bitteren europäischen Realität von Zwangsprostitution und Frauenhandel in „Zeit der Namenlosen“ belegt, dass 95 Prozent der Prostituierten ihrer Tätigkeit nicht freiwillig nachgehen. „63 Years On“ lässt die letzten überlebenden Trostfrauen zu Wort kommen, die während des Zweiten Weltkriegs in japanische Militärbordelle verschleppt wurden.

Täter-Opfer-Beziehung und -Ausgleich: Die Trostfrauen wurden im Auftrag des japanischen Staates systematisch zwangsprostituiert und warten bis heute auf Entschuldigung und Wiedergutmachung. Erschreckende Parallelen drängen sich in der Sundance-prämierten Dokumentation „The Invisible War“ auf, die den Bogen in die amerikanische Gegenwart spannt. Über eine halbe Million Frauen in den US-Streitkräften wurden bis heute vergewaltigt. Mit aller Macht vertuscht der Staat die Tatsache, dass seine Soldatinnen eher ihren Kameraden als einem Feind zum Opfer fallen. Das Spielfilmdebüt „Schuld sind immer die Anderen“ von Festivalgast Lars-Gunnar Lotz, vielfach auf den Festivals in Hamburg, Emden und Ludwigshafen ausgezeichnet, behandelt den Täter-Opfer-Ausgleich im offenen Strafvollzug und zeigt Chancen und Grenzen von Strafe und Wiedergutmachung auf.

Cineastische Highlights

Die diesjährigen FrauenWelten bieten zahlreiche cineastische Highlights. Eröffnet wird das Festival mit dem amüsanten, stark autobiographischen Debütfilm „Le sac de farine“ von Kadija Leclere über die 17-jährige Sarah, die als Kind von Belgien in ein kleines marokkanisches Dorf entführt wurde, jedoch hartnäckig ihren Plan von einem Studium in Europa verfolgt. In der surrealistisch anmutenden Fabel von Havanna-Preisträger „Sudoeste“ erlebt Clarice im Südosten Brasiliens ihren Tod und ihr ganzes Leben an einem einzigen Tag. Der kompromisslos künstlerische Debütfilm von Eduardo Nunes beeindruckt durch Schwarz-Weiß-Ästhetik in extremem Breitbildformat. Mit fantastischen Elementen fasziniert auch das furiose Independent-Meisterwerk „Beasts of the Southern Wild“ von Regisseur Benh Zeitlin, das derzeit international mit Begeisterungsstürmen und Preisregen aufgenommen wird.

Pressekonferenz zum Filmfest in der Festivallobby (Hintere Grabenstr. 20, 72070 Tübingen) mit anschließender Pressevorführung („Le sac de farine“):
Montag, 19. November 2012, um 11:00 Uhr

Mehr Informationen zu Filmen, Gästen, Rahmenprogramm sowie Pressefotos zum Downloaden unter www.frauenrechte.de/filmfest

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES-Filmfest, Kathrin Frenz/Leon Jander, Tel: 07071/5696-57 oder-58 oder per Mail an filmfest@frauenrechte.de.