Weltgesundheitstag: Die Gefahr lauert in der eigenen Wohnung: Für Frauen ist das größte Gesundheitsrisiko der eigene Partner (06.04.2011)

Berlin. Gewalt gegen Frauen ist eins der größten Gesundheitsrisiken für Frauen weltweit. Fast ein Viertel aller Frauen erleben Gewalt. Zum größten Teil finden die Übergriffe weltweit innerhalb der Partnerschaft statt.

In Deutschland haben rund 25% aller Frauen schon einmal körperliche oder sexuelle Gewalt in ihrer Beziehung erlebt. Diese Gewalterfahrungen beeinträchtigen ihre Gesundheit erheblich: Verletzungen umfassen Hämatome, Verstauchungen, Knochenbrüche, Kopf- und Gesichtsverletzungen, Verletzungen im Genitalbereich bis hin zu Verletzungen mit Todesfolge.

Zusätzlich wirken sich die Gewalterfahrungen auf die psychische Gesundheit von Betroffenen aus. Sie leiden unter Depressionen, Angst- und Bedrohungsgefühlen, Stresssymptomen, Posttraumatischen Belastungsstörungen, Essstörungen und Suizidgedanken. Weitere Folgen sind der Missbrauch von Alkohol, Drogen und Medikamenten, die dann zu weiteren gesundheitlichen Störungen führen.

Neben den individuellen Folgen verursacht Gewalt somit erhebliche gesamtgesellschaftliche Kosten. Angelsächsische Studien gehen von 25.600 Euro pro Gewaltdelikt für medizinische Versorgung, Polizeieinsatz, Arbeitsausfall und dem Opfer entstandenen physischen und psychischen Folgen aus. Länder wie Finnland und die Schweiz beziffern die jährlichen nationalen Folgekosten allein im Gesundheitswesen auf 50 bis über 260 Millionen Euro. Für Deutschland existieren bislang noch keine vergleichbaren Daten zu den Folgekosten von Häuslicher Gewalt, aber sie werden vermutlich in einem ähnlichen Bereich liegen.

TERRES DES FEMMES fordert zum Weltgesundheitstag die Bundesregierung auf, die Finanzierung von Beratungs- und Hilfsangeboten für von Gewalt betroffene Frauen bundesweit und langfristig zu sichern und eine umfassende Studie über die Kosten von Häuslicher Gewalt zu erstellen. 

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES,
Birte Rohles (Referentin), Tel. 030/40504699-0 oder per Mail an gewaltschutz@frauenrechte.de