TERRE DES FEMMES fordert bessere medizinische Versorgung für Frauen nach Genitalverstümmelung (01.03.2011)

TERRE DES FEMMES und die AG Frauengesundheit in der Entwicklungszusammenarbeit der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe setzen sich gemeinsam für eine bessere medizinische Versorgung von Frauen mit weiblicher Genitalverstümmelung in Deutschland ein. Nach Berechnungen von TERRE DES FEMMES leben mindestens 20.000 bereits betroffene Frauen im Bundesgebiet.

In einem von der Bundesärztekammer unterstützen Antrag fordern sie die Aufnahme weiblicher Genitalverstümmelung in den medizinischen Diagnoseschlüssel. Damit möchten sie dem immer noch bestehenden großen Informationsdefizit zum Thema innerhalb des medizinischen Personals entgegenwirken. Außerdem können so die Zahl der betroffenen Frauen, die aufgrund weiblicher Genitalverstümmelung medizinische Unterstützung benötigen und ihre Bedürfnisse besser erfasst werden.

In der Vergangenheit haben sich Krankenkassen immer wieder geweigert, die Kosten für umfassende Beratungsgespräche oder notwendige medizinische Behandlungen zu übernehmen, da die Behandlung der Folgen weiblicher Genitalverstümmelung bislang nicht im Diagnoseschlüssel und im Abrechnungsverzeichnis der Krankenkassen auftaucht.

TERRE DES FEMMES hat daher zusammen mit dem Familienplanungszentrum BALANCE an Bundesgesundheitsminister Rösler appelliert, diesen Missstand zu ändern. Über 21.000 Menschen bundesweit haben dieses Anliegen mit ihrer Unterschrift unterstützt und damit ein Zeichen gesetzt, dass ihnen das Schicksal der betroffenen Frauen in Deutschland nicht gleichgültig ist. Denn viele leiden an den lebenslangen Folgen der Praxis, die sie als Mädchen über sich ergehen lassen mussten.

"Wir werden die Unterschriften an Gesundheitsminister Rösler übergeben und damit die Verbesserung der Situation betroffener Frauen in Deutschland einfordern", so Irmingard Schewe-Gerigk, Vorstandsvorsitzende von TERRE DES FEMMES.

Weitere Informationen unter www.frauenrechte.de

Für Nachfragen und Interviews stehen wir gerne zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Franziska Gruber (Referentin), Tel. 07071/7973-0 oder per Mail an genitalverstuemmelung@frauenrechte.de