Nachruf: Mit Herta Haas verliert TERRE DES FEMMES eine engagierte Frauenrechtlerin

In der Nacht auf den 10. Mai 2007 ist die TERRE DES FEMMES-Mitbegründerin Dr. Herta Haas 99-jährig im Hamburger Hospiz "Helenstift" verstorben. Mit ihr verliert TERRE DES FEMMES eine herausragende Persönlichkeit des 20. Jahrhunderts und eine engagierte Frauenrechtlerin.

Seit einem Artikel in der "Welt" 1979 über weibliche Genitalverstümmelung engagierte sich Herta Haas gegen diese schwere Menschenrechtsverletzung an Mädchen und Frauen. Ihr war klar, dass die Initiative von afrikanischen MenschenrechtsaktivistInnen ausgehen muss. Diesen Einsatz unterstützte sie, indem sie Spendenaufrufe an prominente Adressen schickte. Niemand wollte sich mit diesem unangenehmen Thema "die Finger schmutzig machen" und so kämpfte Herta Haas weiter und wurde 1981 zur Mitbegründerin von TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau. Über 25 Jahre begleitete sie aktiv und kritisch die Arbeit des Vereins. Sie nutzte dabei ihre zahlreichen Kontakte und wies mit bewundernswerter Beharrlichkeit immer wieder auf das Unrecht der weiblichen Genitalverstümmelung hin, das weltweit 150 Millionen Mädchen und Frauen erleiden. Ihre umfangreiche Informations- und Korrespondenzsammlung, die Herta Haas TERRE DES FEMMES vermacht hat, stellt ein bedeutendes Zeugnis für ihr unermüdliches Engagement dar.

Besonders hat sich Herta Haas dafür eingesetzt, dass Genitalverstümmelung mit dem "Prohibition of Female Circumcision Act" 1985 in Großbritannien strafbar wurde. Dorthin war die als Herta Doctor in Frankfurt geborene Jüdin 1938 emigriert und kehrte nach dem Zweiten Weltkrieg schweren Herzens nach Deutschland zurück. Sie folgte ihrem Mann Willy Haas, Kulturredakteur bei der "Welt", nach Hamburg. Ihn hatte die promovierte Historikerin während ihrer Tätigkeit als Buchhändlerin in Oxford kennen gelernt. Wie kaum eine andere hat sie - deren Familie in Konzentrationslagern umgebracht wurde - das TERRE DES FEMMES-Motto "Widerstand ist ein Geheimnis des Glücks" gelebt. Im Herbst wäre Herta Haas 100 Jahre geworden.

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TERRE DES FEMMES - Menschenrechte für die Frau e.V.,
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Christa Stolle,
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