09.07.2007: Pressemitteilung von TDF zum Internationalen Tag gegen Steinigung am 11. Juli 2007

Steine werfen gegen Steinigung

 

Heymann Schnell unterstützt TERRE DES FEMMES Protest mit symbolischer Steinigungsaktion

Steine werfen gegen Steinigung


Berlin, 9. Juli 2007

Steinigungen sind grausam. Die Frau wird bis zu den Schultern in die Erde eingegraben und so lange mit Steinen beworfen, bis sie qualvoll stirbt. Diese brutale Strafmaßnahme wird immer noch in verschiedenen Erdteilen, insbesondere in islamischen Ländern, praktiziert. "Steinigung ist eine grausame, unmenschliche Strafform, die nicht akzeptiert werden darf. Steinigung ist derzeit in einigen islamischen Ländern die gesetzliche Strafe für außerehelichen oder gleichgeschlechtlichen Sex. Mindestens 400 Steinigungen soll es im letzten Jahrzehnt weltweit gegeben haben," sagt Christa Stolle, die Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES.

Um den Protest gegen diese Menschenrechtsverletzung zu unterstützen, hat die Werbeagentur Heymann Schnell ein neues Plakatmotiv für TERRE DES FEMMES entwickelt. Mit den Plakaten setzt die Frauenrechtsorganisation ab 11. Juli, dem internationalen Tag gegen Steinigung, ihre bundesweite Dachkampagne "Gewalt gegen Frauen ist Alltag" fort. Die Kampagne verbuchte in den ersten vier Monaten bereits über 10 Millionen Kontakte.

Insbesondere Frauen sind von dieser grausamen Tötungsform betroffen. Die Todesstrafe durch Steinigung wird in der überwiegenden Zahl von Fällen auf Ehebruch, unter Umständen auch bei Homosexualität angewandt.

Die Steinigung ist in den Strafgesetzbüchern mindestens der folgenden Länder vorgesehen: im Iran, in einer Provinz in Indonesien (Aceh), in zwei Bundesstaaten Malaysias (Terengganu, Kelantan), in zwölf Bundesstaaten Nigerias (Bauchi, Borno, Gombe, Jigawa, Kaduna, Kano, Katsina, Kebbi, Niger, Sokoto, Yobe, Zamfara), in Pakistan, Saudi Arabien, Sudan und den Vereinigten Arabischen Emiraten.

Jedoch bedeutet die Möglichkeit der Steinigung in den jeweiligen Strafgesetzbüchern noch nicht unbedingt ihre strikte Anwendung.

"Massiver Protest kann Leben retten," betont Christa Stolle. So wurde die Vollstreckung eines Urteils im Iran kürzlich im letzten Moment aufgeschoben. Hier waren im Juni 2007 ein Paar zu einer öffentlichen Steinigung verurteilt worden - entgegen einer Verpflichtung, die das Regime der EU gegeben hat.

"Die Aussetzung der Hinrichtung bedeutet aber nicht, dass es dabei bleibt. Im Mai 2006 wurden in Mashad, Iran ein Mann und eine Frau gesteinigt. Mindestens sieben Frauen und Männer droht im Iran derzeit die Todesstrafe durch Steinigung. Sie alle haben Ehebruch begangen. "

Zur Kampagne: "Entstellte" Werbeträger statt schockierender Gewaltbilder

Mit Aktionen, Plakaten, Anzeigen will TERRE DES FEMMES die Aufmerksamkeit auf Menschenrechtsverletzungen gegen Frauen lenken.

Am Weltfrauentag, 8. März 2007, startete daher die Dachkampagne "Gewalt gegen Frauen ist Alltag".

Die von Heymann Schnell entwickelte und von zahlreichen Prominenten unterstützte Kampagne greift Themen auf, die im Mittelpunkt der Arbeit von TERRE DES FEMMES stehen: Häusliche Gewalt, Genitalverstümmelung, Ehrverbrechen, Verschleppung, Zwangsprostitution und Steinigung. Primäres Ziel ist es, die Öffentlichkeit für die Sorgen und Nöte unzähliger misshandelter Frauen zu sensibilisieren und finanzielle und personelle Grundlagen für die Überwindung der Gewalt zu schaffen.

Die Kampagne verzichtet darauf, mit aggressiven und provozierenden Schockdarstellungen zu arbeiten. Das Entsetzen soll im Kopf des Betrachters entstehen. Und das auf subtile und intelligente Weise: Die Botschaft wird über die "Entstellung" der Werbeträger transportiert. Anscheinend wahllos eingerissene Zeitschriftenseiten (Häusliche Gewalt) oder demolierte Plakatwände (Steinigung) spielen mit den Sehgewohnheiten der Betrachter. Auf den ersten Blick ist es einfach nur ein beschädigtes, "entstelltes" Motiv. Erst auf den zweiten Blick wird deutlich, dass es sich hier um "Vandalismus mit Methode" handelt.

Beispielmotive: Großflächenplakat gegen Steinigung von Heymann Schnell für TERRE DES FEMMES

Zusätzliche Infos und abdruckfähiges Bildmaterial erhalten Sie von:
Anna Hansen & Holger Wetzel, Stilblüte Kommunikation, 030-69568484, hansen@stilblüte.com

Für Nachfragen und Interviewwünsche stehen wir gerne zur Verfügung. Bitte wenden Sie sich an: TERRE DES FEMMES, Myria Böhmecke, Tel. 07071/79 73-0,
E-Mail: eilaktion@frauenrechte.de.

Alle Urheberrechte der in der E-Mail angehängten Motive sind der Heymann Schnell Werbeagentur AG vorbehalten.

Verwendung dieser Motive ist unter Nennung des Urhebers für die Presse kostenfrei gestattet. Veränderungen der Motive sind nicht gestattet. Fotos in größerer Auflösung und zusätzliche Infos finden Sie unter www.heymann-schnell.de.