20.09.2007: Kinder in Deutschland brauchen Schutz - auch vor drohender Genitalverstümmelung

Bei einer öffentlichen Anhörung im Familienausschuss des Bundestags forderte TERRE DES FEMMES gestern von der Bundesregierung mehr Anstrengungen gegen weibliche Genitalverstümmelung. Weltweit wird alle elf Sekunden ein Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt - die meisten davon in Afrika. Doch auch in Deutschland sind nach Berechnungen von TERRE DES FEMMES über 4.000 Mädchen gefährdet.

“Es gibt Hinweise, dass Mädchen hierzulande oder während der Ferien in Afrika genital verstümmelt werden", so Franziska Gruber von TERRE DES FEMMES. Die Organisation fordert, ErzieherInnen, LehrerInnen und KinderärztInnen zum Thema zu sensibilisieren und die Eltern gefährdeter Mädchen verstärkt aufzuklären. Ärztliche Vorsorgeuntersuchungen sollten für alle Kinder - unabhängig von Geschlecht und Herkunft - zur Pflicht gemacht werden. So könnten nicht nur Fälle von weiblicher Genitalverstümmelung, sondern auch von sexuellem Missbrauch an Kindern entdeckt werden.

Bislang ist Genitalverstümmelung in Deutschland als Körperverletzung strafbar. TERRE DES FEMMES fordert einen eigenen Straftatbestand, damit die Tat auch dann geahndet werden kann, wenn sie im Ausland stattgefunden hat.

“Die Bundesregierung muss dafür sorgen, dass Mädchen in Deutschland endlich wirksam vor dieser Gewalt, geschützt werden", so Gruber zum heutigen Tag des Kindes.