29.10.2007: Kanzlerin Merkel fordert Straftatbestand zu Zwangsheirat

Auf dem Bundesdelegiertentag der Frauen Union in Braunschweig am Samstag, 27.10.2007 verlangte Bundeskanzlerin Angela Merkel ein schärferes Vorgehen gegen Zwangsehen. Sie unterstützt die Forderung nach einem eigenen Straftatbestand.

Christa Stolle, Geschäftsführerin der Frauenrechtsorganisation TERRE DES FEMMES, begrüßt den Vorstoß der Kanzlerin: “Ein eigener Straftatbestand gegen Zwangsheirat ist dringend notwendig. Den Tätern und Täterinnen muss signalisiert werden, dass eine Zwangsheirat keine Privatsache oder ein Kavaliersdelikt ist, sonder eine schwere Menschenrechtsverletzung". Allerdings kritisiert Frau Stolle die Vernachlässigung des Opferschutzes innerhalb der Reform des Zuwanderungsgesetzes durch die Bundesregierung scharf: “Die Betroffenen von Heiratsverschleppung ins Ausland verlieren noch immer ihren Aufenthaltstitel innerhalb von sechs Monaten. Ohne ein vereinfachtes oder verlängertes Rückkehrrecht für die Betroffenen ist der Kampf gegen Zwangsheiraten nicht zu führen und der Vorstoß von Frau Merkel nur halbherzig".

Für Nachfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Bitte wenden Sie sich an TERRE DES FEMMES, Sibylle Schreiber oder Rahel Volz, Tel. 07071/7973-0 oder per Mail an ehrverbrechen@frauenrechte.de