17.06.2005: Gegen häusliche Gewalt:BODY SHOP und TERRE DES FEMMES appellieren an dt. Unternehmen

Anita Roddick, Gründerin von THE BODY SHOP, besucht Deutschland anlässlich der gemeinsam von THE BODY SHOP und TERRE DES FEMMES durchgeführten Kampagne “Stoppt Häusliche Gewalt". Anita Roddick, die 1976 in Brighton, England, THE BODY SHOP gründete, ist heute eine der erfolgreichsten Frauen Englands und Botschafterin der britischen Wirtschaft.

Bei einem Presselunch am 15.06.05 in Hamburg appelliert sie gemeinsam mit Christa Stolle, Geschäftsführerin von TERRE DES FEMMES, an deutsche Unternehmen, sich mehr dem Thema häusliche Gewalt zu widmen. Ziel ist es, eine Allianz “Gemeinsam gegen häusliche Gewalt - Unternehmen handeln" zu bilden, bei der sich mehrere Unternehmen in einer Art Netzwerk gegen häusliche Gewalt engagieren. Dadurch sollen die menschlichen und wirtschaftlichen Folgen von häuslicher Gewalt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt werden. Schätzungen zufolge sind 25% der Arbeitsplatzprobleme von Frauen wie Abwesenheit, verminderte Produktivität und Krankschreibungen auf häusliche Gewalt zurückzuführen. Ziel muss es sein, ein Arbeitsumfeld zu schaffen, in dem ArbeitnehmerInnen praktische Unterstützung, Information und Rat finden.

Die geplante Allianz ist Teil der Kampagne “Stoppt häusliche Gewalt", die TERRE DES FEMMES und THE BODY SHOP 2004 in Deutschland starteten. Im März 2005 konnte THE BODY SHOP Deutschland TERRE DES FEMMES nach einer Spendenaktion 40.000 EUR zur Verfügung stellen. Mit diesem Geld wird eine Stelle zu häuslicher Gewalt bei TERRE DES FEMMES finanziert, die in Zusammenarbeit mit den Frauenhäusern den Schutz der Frauen gewährleisten soll. Es soll unter anderem erreicht werden, dass sich die Bundesregierung endlich zuständig für die Finanzierung der Frauenhäuser fühlt. Ein zusätzliches Problem ergibt sich durch Hartz IV, weil sich Unklarheiten in der Finanzierung der Frauenhäuser ergeben. Teilweise weigern sich die Herkunftsgemeinden der Frauen als auch die Standortgemeinden der Frauenhäuser die Kosten zu übernehmen. TERRE DES FEMMES fordert, dass die Herkunftsgemeinden die Kosten der Frauenhausaufenthalte übernehmen.

Häusliche Gewalt gilt als eines der größten Gesundheitsrisiken für Frauen und rangiert noch vor Verkehrsunfällen und Krebserkrankungen. Sie kostet die Solidargemeinschaft jährlich 14,8 Milliarden Euro. In 95 Prozent der Fälle sind Frauen die Opfer und Männer die Täter. 45 000 Frauen flüchten jährlich in Frauenhäuser als letzte Möglichkeit. Doch in vielen Bundesländern droht den Frauenhäusern die Schließung, weil die Zuschüsse im Rahmen des allgemeinen Sozialabbaus gekürzt werden. Christa Stolle von TERRE DES FEMMES schlägt vor, “dass sich staatliche Institutionen und Krankenkassen den angerichteten Schaden durch Schadenersatzforderungen an die Täter zurückholen".

Deswegen fordert TERRE DES FEMMES:

  1. Unternehmen müssen sich mehr dem Thema häusliche Gewalt widmen.

  2. Im Sozialgesetzbuch II (SGB) muss eine Pflicht zur Finanzierung des Frauenhausaufenthaltes für die Herkunftsgemeinde fest geschrieben werden.

  3. Es muss eine staatliche Pflichtaufgabe werden, Frauenhäuser ausreichend und pauschal zu finanzieren. Durch konsequente Schadensersatzverfahren soll sich der Staat das Geld bei den Tätern wiederholen.

  4. Migrantinnen müssen unabhängig von ihrem Aufenthaltsstatus dieselben Hilfen und Schutzmöglichkeiten gewährleistet werden.

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v.l.n.r.: Christa Stolle, Geschäftsführerin TERRE DES FEMMES und

           Anita Roddick, Gründerin von THE BODY SHOP

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