Studientag zu frauenspezifischen Fluchtgründen: TERRE DES FEMMES-Referentin Dr.Abir Alhaj Mawas berichtet über geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Kontext von Krieg

v.l.n.r.:  Dr. Abir Alhaj Mawas (TERRE DES FEMMES) mit Christina Engel (Caritasverband Regensburg). Foto: © TERRE DES FEMMESv.l.n.r.: Dr. Abir Alhaj Mawas (TERRE DES FEMMES) mit Christina Engel (Caritasverband Regensburg). Foto: © TERRE DES FEMMESIn Vorbereitung auf den Weltmissionsmonat 2018 hat der Caritasverband für die Erzdiözese Regensburg e.V in Kooperation mit dem Katholischen Hilfswerk missio, TERRE DES FEMMES e.V, SOLDWODI, Campus Asyl, IN VIA, KDFB und der Stadt Regensburg am 13. Oktober 2018 einen Studientag zu frauenspezifischen Fluchtgründen, Fluchtbiographien und neuen Aufbrüchen veranstaltet.

Das ganztätige Event bot Interessierten ein breitgefächertes Angebot an Vorträgen und Workshops zu diesem Thema. Die ReferentInnen verfügten über unterschiedliche berufliche Hintergründe und Expertisen. Es informierten RechtsanwältInnen sowie MitarbeiterInnen der Caritas oder NGO’s über die Situation geflüchteter Frauen sowie deren Kinder.

Das Event sollte alle Facetten der Flucht beleuchten, von Gewalterfahrungen in Ihren Heimatländern, über Missbrauch während der Flucht bis hin zu der Lebenssituation der Frauen in den Flüchtlingscamps in Entwicklungsländern und bei uns vor Ort. Frau Dr. Abir Alhaj Mawas von TERRE DES FEMMES e.V eröffnete den Studientag mit einem Vortrag über „geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und Mädchen im Nahen Osten im Kontext von Flucht & Krieg“.

In Gebieten mit bewaffneten Konflikten wird sexualisierte Gewalt vermehrt als Kriegswaffe eingesetzt und Frauen und Mädchen sehen sich Grausamkeiten wie Vergewaltigung, sexueller Versklavung oder Zwangsverheiratung ausgesetzt. Junge Frauen, die keinen Schutz von Verwandten erhalten, werden in Kriegsregionen zu Kriegsarbeit und Prostitution gezwungen. Um diesem Schicksal zu entkommen, lassen sie ihre Heimat hinter sich und begeben sich auf die Flucht, in der Hoffnung anderswo ein besseres Leben aufbauen zu können.

Die Frauen, die vor politischer Verfolgung, Krieg und Terror fliehen, werden auf ihrem Weg mit vielen Problemen konfrontiert, die sie häufig nicht allein bewältigen können. Nachdem ihnen ihre Familien, Freunde und ihr Zuhause genommen wurde, widerfahren ihnen nun weitere traumatische Erlebnisse wie Vergewaltigung und Folter. Die schwache Position, in der sie sich befinden, wird von Männern (z. B von Schleppern) ausgenutzt und ein Abhängigkeitsverhältnis geschaffen, in dem die Frauen unterdrückt, misshandelt und zu Zwangsarbeit genötigt werden.

Aus Angst und Schamgefühl sprechen die Frauen nicht über die traumatischen Erfahrungen und isolieren sich in ihren Ankunftsländern. Einige von ihnen richten die erlebte Gewalt gegen sich selbst und manche nehmen sich selbst das Leben, da sie der Abwärtsspirale, in der sie sich befinden, nicht entkommen können.

Insgesamt zielte die Veranstaltung darauf ab zu zeigen, dass der Weg der Frauen aus dem Herkunftsland bis zu uns nach Europa, nicht nur körperlich und finanziell zermürbend ist, sondern auch seelisch an ihnen nagt. Deswegen ist es unsere Aufgabe, sensibel mit ihnen umzugehen, um sie erfolgreich in unsere Gesellschaft zu integrieren und ihnen letztendlich ein gleichberechtigtes, selbstbestimmtes und freies Leben zu ermöglichen.

 

Stand: 10/2018

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