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„Wir schaffen das!“ – Die Geschichte von Fatma* aus Van

Ferda und Fatma baten darum, unerkannt zu bleiben. Hier sitzen sie mit YAKA-KOOP vor ihrem Haus. Foto: © Birgitta HahnFerda und Fatma baten darum, unerkannt zu bleiben. Hier sitzen sie mit YAKA-KOOP vor ihrem Haus. Foto: © Birgitta Hahn

Auf unserer Dienstreise in der Türkei sprechen wir auch mit Ferda, 37, einer siebenfachen Mutter aus einem südosttürkischen Dorf in der Nähe von Van. Ihre Tochter Fatma, 8, wurde 2016 von einem Mann aus dem eigenen Dorf vergewaltigt. Die TDF-Partnerorganisation YAKA-KOOP begleitet die Familie seit der Anzeigenerstattung, unterstützt sie mit rechtlicher und psychologischer Beratung und vertrat sie bei ihrem Prozess auch anwaltlich vor Gericht.

Der Prozess und das Leben der Familie heute - TDF-Koordinatorinnen Dilek Okur und Birgitta Hahn im Gespräch mit Ferda

 

Die Tat

Ein typischer Sommertag in der Region Van: Gleißendes Sonnenlicht und sengende Hitze versetzen das Dorfleben in Zeitlupe. Ferda, 37, schickt ihren Sohn Murat, 12, und ihre Tochter Fatma, 7, zu den Feldern am Rande des Dorfes, wo ihr Mann Gemüse erntet. Sie sollen ihm das Mittagessen bringen. Pfeifend machen sich die Kinder auf den Weg. An einer Futtertränke für Tiere machen sie Halt, um sich im Schatten auszuruhen und den Tieren zuzuschauen. Plötzlich stürzt sich ein breitschultriger, bulliger Mann aus ihrem Dorf, 28, auf die Kinder und schlägt sie nieder. Er fesselt und knebelt Murat. Dann zwingt er Fatma, die langsam wieder das Bewusstsein erlangt, ihre Kleider auszuziehen, und vergeht sich vor den Augen des Bruders an ihr. Murat schafft es noch während der Tat, sich von den Fesseln zu befreien, und rennt zurück ins Dorf. Er schreit die Nachbarsmänner zusammen, ihm zu Hilfe zu kommen. Gemeinsam eilen sie zur Futtertränke zurück. Der Täter hat bereits von Fatma abgelassen, wäscht sich jedoch noch unbekümmert im nahe gelegenen Fluss. Die Nachbarn nehmen ihn in Gewahrsam, bis die Polizei kommt. Fatma blutet stark und wird nach Hause zurückgebracht. Die Mutter erstattet am Tag nach der Tat Anzeige. Dies ist nach einer solchen Tat nicht selbstverständlich: Die Angst, dass die eigene Tochter einem Ehrverbrechen zum Opfer fallen könnte, wenn die Tat bekannt wird, ist groß.

 

 

Bitte unterstützen Sie die Arbeit von YAKA-KOOP in der Türkei! Spenden Sie jetzt, damit Mädchen in Not wie Fatma Hilfe bekommen!

 

*Alle Namen wurden geändert.

 

Stand: 07/2018