Podium 3: Jungfräulichkeit

Podiumsteilnehmerinnen (v.l.n.r.): Natallia Heuser (Dolmetscherin), Umida Akhmedova, Dr. Anke Bernau, Chantal Louis (Moderatorin), Dr. Christine Klapp, Sibylle Schreiber. Foto © Silke HelmerdigPodiumsteilnehmerinnen (v.l.n.r.): Natallia Heuser (Dolmetscherin),
Umida Akhmedova, Dr. Anke Bernau, Chantal Louis (Moderatorin),
Dr. Christine Klapp, Sibylle Schreiber.
Foto © Silke Helmerdig

Podium 3: Jungfräulichkeit (Kurzfassung)

Podiumsteilnehmerinnen:

Umida Akhmedova, Fotografin und Filmemacherin aus Usbekistan, deren Dokumentation „The Burden of Virginity“ zu einer Anklage und Verurteilung führte (Beleidigung und Verunglimpfung ihres Landes, Verletzung der religiösen Werte)
Dr. Anke Bernau, lehrt an der Universität von Manchester und forscht zur Geschichte der weiblichen Jungfräulichkeit im westlichen Kulturkreis. Autorin von “Mythos Jungfrau – die Kulturgeschichte weiblicher Unschuld (2007)
Dr. Christine Klapp, ist Gynäkologin an der Charite und arbeitet in gynäkologischen Präventionsprojekten an Schulen, im Verbund mit der ÄGGF (Ärztliche Gesellschaft zur Gesundheitsförderung der Frau e.V.), ein Zusammenschluss von rund 100 Ärztinnen, die an Schulen Sexualaufklärung für Jugendliche betreiben
Sibylle Schreiber, Sozialwissenschaftlerin und TERRE DES FEMMES Fachbereichsleiterin, die Jungfräulichkeit als Thema für Aufklärungs- und Lobbyarbeit auf die Tagesordnung gesetzt hat.

Der gesellschaftliche „Wert“ von Jungfräulichkeit steht im direkten Zusammenhang mit der Unterdrückung der sexuellen Selbstbestimmung von Frauen.

Hymenrekonstruktion und andere Methoden, die beispielsweise durch Farbkapseln eine Blutung simulieren sollen, erhalten den Mythos. Es ist eine Doppelmoral, solche Maßnahmen zu fördern und es wird eine profitorientierte Maschinerie damit unterstützt.

Es darf bei dem ganzen Diskurs nicht vergessen werden: „Man soll auch warten dürfen.“ Es geht um absolute Wahlfreiheit und auch gegen eine Sexualisierung Minderjähriger (zum Beispiel die Darstellung von Mädchen/Frauen in den Medien). Mädchen bekommen sonst das Gefühl „nie gewinnen zu können.“

Schulbücher beziehen das Thema Jungfräulichkeit (Beschaffenheit des Hymens etc.) nicht ein, dabei ist das Wissen um den eigenen Körper eine wichtige Voraussetzung für eine selbstbestimmte Sexualität. Aufklärungskampagnen sollten auch Mütter ansprechen (Multiplikatorinnen). Sexualkunde an Schulen muss weiter ausgebaut werden und auch die LehrerInnen müssen besser aufgeklärt werden. Es gibt auch Tandem-Modelle, bei denen LehrerInnen gemeinsam mit ÄrztInnen unterrichten.

Jungfräulichkeit muss als gesellschaftliches Problem wahrgenommen werden und nicht als kulturelles Problem einzelner Gruppen.

Das Recht und Gefühl der eigenen Körperlichkeit ist die Basis, um ein freies Leben zu führen.

Im Gespräch über Jungfräulichkeit (v.l.n.r.): Natallia Heuser (Dolmetscherin), Umida Akhmedova, Dr. Anke Bernau, Chantal Louis (Moderatorin), Dr. Christine Klapp, Sibylle Schreiber. Foto © Silke HelmerdigIm Gespräch über Jungfräulichkeit (v.l.n.r.): Natallia Heuser (Dolmetscherin), Umida Akhmedova, Dr. Anke Bernau, Chantal Louis (Moderatorin),
Dr. Christine Klapp, Sibylle Schreiber.
Foto © Silke Helmerdig

Podium Jungfräulichkeit (v.l.n.r.): Natallia Heuser (Dolmetscherin), Umida Akhmedova, Dr. Anke Bernau, Chantal Louis (Moderatorin), Dr. Christine Klapp, Sibylle Schreiber. Foto © Silke HelmerdigPodium Jungfräulichkeit (v.l.n.r.): Natallia Heuser (Dolmetscherin),
Umida Akhmedova, Dr. Anke Bernau, Chantal Louis (Moderatorin),
Dr. Christine Klapp, Sibylle Schreiber.
Foto © Silke Helmerdig

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