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Uganda

© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2014. Country Profile: Uganda.© UNICEF Data: Monitoring the Situation of Children and Women. 2014. Country Profile: Uganda.Vorkommen

Im ganzen Land liegt die FGM-Rate unter 10%. 1% der Mädchen (0-14 Jahre) sind genitalverstümmelt. In Uganda und Kamerun (FGM-Rate ebenfalls bei 1%) ist die Praktik unter allen afrikanischen Ländern am wenigsten verbreitet.

Traditionell werden die Mädchen in Uganda zwischen ihrem zwölften und fünfzehnten Lebensjahr genitalverstümmelt, da sie dann als erwachsen und bereit für die Ehe gelten. Nur wenige Ethnien in Uganda praktizieren FGM. Zu diesen gehören: die Sabiny in den Distrikten Kapchorwa, Kween und Bukwa wie auch die Pokot in Tepeth und Budama, in Amudat, Nakapiripirit und Moroto sowie der Karamoja Region. Da FGM in Uganda ein Initiationsritus ist, muss das Mädchen ihre Reife, Stärke und andere „erwachsene“ Tugenden unter Beweis stellen. Darum wird die Genitalverstümmelung grundsätzlich ohne Betäubung durchgeführt.

Die Beschneidungen der Sabiny finden seit Jahrzehnten an vielen Mädchen gleichzeitig bei Zeremonien in jedem geraden Kalenderjahr im Dezember statt. Erst in neuerer Zeit, seit dem Gesetz gegen Genitalverstümmelung, gibt es Abweichungen von dieser Regel und die Mädchen werden vermehrt nachts und zu Hause verstümmelt.

Zahlen

Betroffene: 1% der Mädchen (0-14 Jahre) und unter 0% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)
Befürworterinnen: 9% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre)

Formen

Die Formen der Genitalverstümmelung unterscheiden sich jeweils nach der Ethnizität der Mädchen und Frauen. Während die Sabiny vor allem die Klitoris und die inneren Labien entfernen (Typ II), ist es bei den Pokot üblich, die Vulva zu einer glatten Fläche zu vernähen (Typ III).

Begründungsmuster

Bei den Sabiny und den Pokot werden als Begründungen für weibliche Genitalverstümmelung angegeben, dass dieser Eingriff Frauen treu und fruchtbar machen würde, dass es sich für eine Ehefrau so gehöre und sie sonst kränklich würde und dass es eine Jahrtausende alte Tradition ihres Volkes sowie Wille der Ahnen sei. Die Genitalverstümmelung erfolgt als Übergangsritual, wenn ein Mädchen zur Frau wird (Initiation). Zusätzlich begründen auch ökonomische Aspekte die Praktik: Die Genitalverstümmelung ist relevant für die Berechnung des Brautpreises und die Familie profitiert außerdem auch davon, dass die Mädchen bei ihrer Beschneidung üblicherweise reich beschenkt werden.

Gesetzliche Lage

Seit dem 9. April 2010 ist die weibliche Genitalverstümmelung in Uganda verboten und wird mit bis zu 10 Jahren Gefängnis bestraft. Stirbt das Mädchen bei dem Eingriff, kann auch eine lebenslängliche Haftstrafe verhängt werden. Das gleiche gilt bei Infektion mit HIV/AIDS, langfristiger Behinderung und wenn der Täter/die Täterin eine Fürsorgeperson des Opfers bzw. eine medizinische Fachkraft ist. Auch die Einwilligung der Betroffenen ändert nichts an dem Strafmaß für das Verbrechen. Bis zum Juli 2012 wurden 20 Personen aufgrund dieses neuen Gesetzes verhaftet und eine Verurteilung ausgesprochen.

Haltung und Tendenzen

Zwischen 2006 und 2011 ist die Menge der Befürworter von weiblicher Genitalverstümmelung in der Gesamtbevölkerung Ugandas von 0,6% auf 1,4% gestiegen. Kurz darauf, 2012, verkündeten 51 Gemeinschaften im Nordosten Ugandas, FGM fortan nicht mehr praktizieren zu wollen. 83% der Mädchen und Frauen (15-49 Jahre) sind zudem der Meinung, dass weibliche Genitalverstümmelung stoppen muss.

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Stand 09/2016

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