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Capacity Building zum Thema „Genitalverstümmelung und Asyl“ bei End FGM

Linda Ederberg, zuständig für die EU-Projekte im Referat FGM, hat vom 1.-2. Juni 2016 an einem Seminar zum Thema Asyl und weibliche Genitalverstümmelung (FGM) teilgenommen. Das Europäische Netzwerk End FGM, in dem TERRE DES FEMMES seit Anfang diesen Jahres Mitglied ist, hat im Rahmen seines aktuellen Schwerpunktthemas Asyl zu diesem zweitägigen Capacity Building Workshop nach Brüssel eingeladen.

Das Flüchtlingshilfswerk der Vereinten Nationen (UNHCR) geht davon aus, dass jährlich 20.000 Mädchen und Frauen aus Ländern, in denen weibliche Genitalverstümmelung weit verbreitet ist, in Europa Asyl suchen. Laut dem UNHCR sind 71% dieser Asylsuchenden bereits von FGM betroffen und viele weitere geben als Grund für ihren Asylantrag die Furcht vor einer drohenden Genitalverstümmelung an. Sowohl für betroffene als auch für gefährdete Mädchen und Frauen können der ohnehin schon kräftezehrende Asylprozess und die Ankunft in einem neuen Land eine besondere Zerreißprobe darstellen. Daher ist es wichtig, dass Institutionen, die auf den Bereich FGM spezialisiert sind, in der Lage sind, sie während dieses Prozesses professionell und kompetent zu unterstützen.

Der Workshop, an dem Frau Ederberg nun teilnehmen konnte, verfolgte das Ziel, die Mitglieder des Netzwerks in genau dieser Hinsicht zu schulen. Somit wurden sie einerseits ausführlich über die aktuelle legale Situation und die drei asylpolitischen Richtlinien der EU, die in Verbindung mit FGM stehen, informiert und andererseits erhielten sie praktische Hinweise dazu, wie sie dieses Wissen in ihrer politischen Lobbyarbeit nutzen können. Außerdem sollte die Fähigkeit der Mitgliedsorganisationen verbessert werden, mit zentralen Akteuren im Asylprozess in Dialog zu treten und sie ebenfalls zum Thema FGM zu sensibilisieren. Eine vorläufige Liste entsprechender Akteure wurde während des Seminars erarbeitet und verschiedene Sensibilisierungsansätze zum Thema FGM im Kontext von Asylverfahren erörtert.

Nicht nur das Referat FGM, sondern auch die Arbeit in der Beratungsstelle und dem neu geschaffenen Referat Frauen und Flucht (Arbeitstitel), wird von der Teilnahme unserer Kollegin an diesem Seminar profitieren. In der täglichen Arbeit kommt der Erfahrungsaustausch mit anderen Organisationen oft zu kurz, und auch für ausführliche Recherchen fehlt häufig die Zeit. Der Workshop von End FGM war daher eine hervorragende Gelegenheit, vorhandenes Wissen aufzufrischen, neue Kenntnisse über sehr komplexe und spezielle Sachverhalte zu erlangen und diese mit kompetenten Partnern zu diskutieren.

 

Stand: 06/2016