Gute Neuigkeiten aus Somalia

Avaaz WebseiteIn Somalia, wo 98% der Mädchen und Frauen von Genitalver­stüm­melung betroffen sind, haben AktivistInnen prominente Unterstützung in ihrem Kampf gegen diese Praktik erhalten. Premierminister Omar Abdirashid Ali Sharmarke hat eine Petition unterschrieben, die die somalische Regierung dazu aufruft, einen Gesetzesentwurf zu verabschieden, der landesweit jede Form von weiblicher Genitalver­stümmelung verbietet und unter Strafe stellt. Ein solches Verbot ist in der Verfassung zwar verankert, aber bisher wurde noch kein Gesetz erlassen, das auf nationaler Ebene genauere Bestimmungen festlegt. Die AutorInnen der Petition berufen sich jedoch auf den autonomen Teilstaat Puntland, dessen Regierung bereits 2014 alle Formen von weiblicher Genitalverstümmelung gesetzlich verboten hat, und rufen die Regierungsmitglieder dazu auf, dieses Gesetz in die nationale Gesetzgebung zu überführen.

Neben dem Premierminister unterstützt auch die Ministerin für Frauen und Familie, Sahra Samatar, die Kampagne. Diese öffentliche Unterstützung durch Regierungsmitglieder ist umso wichtiger, als dass weibliche Genitalverstümmelung von der Bevölkerung überwiegend befürwortet wird. Laut UNICEF sind lediglich 33% der 15-49jährigen somalischen Frauen und Mädchen, die von weiblicher Genitalverstümmelung gehört haben (und fast ausnahmslos davon betroffen sind), der Meinung, dass die Praktik aufgegeben werden sollte. Ein gesetzliches Verbot allein wird deshalb nicht ausreichen, um einen dauerhaften Bewusstseinswandel in der Bevölkerung herbeizuführen. In Guinea beispielsweise, im internationalen Vergleich nach Somalia das Land mit der zweithöchsten Verbreitungsrate (97%), wurde weibliche Genitalverstümmelung bereits 1965 verboten, aber die Zustimmungsrate unter den Mädchen und Frauen ist dort die höchste weltweit (76%). Daher ist es ein weiterer Erfolg der Kampagne, dass Ifrah Ahmed, eine somalisch-irische Aktivistin, die maßgeblich zum Erfolg der Petition beigetragen hat, zur Beraterin von Premierminister Sharmarke ernannt wurde und nun an der Ausarbeitung des nationalen Strategieplans zur Beendigung von weiblicher Genitalverstümmelung beteiligt ist.

Die Petition, die diese vielversprechenden Entwicklungen angestoßen hat, wurde mittlerweile von mehr als 1,3 Millionen Menschen unterschrieben. Das Ziel der AktivistInnen ist es, den Druck auf die Regierung aufrechtzuerhalten, bis der Gesetzesentwurf vom Parlament beschlossen wird.

Wenn auch Sie diese wichtige Kampagne mit Ihrer Stimme unterstützen wollen, unterschreiben Sie!

 

Stand 05/2016

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