Abschlussbericht zur Abschlusskonferenz des CHANGE-Projektes: „Weibliche Genitalverstümmelung in Europa überwinden“

Podumsdiskussion am 28.01.2015: v.l.n.r.: Fana Habteab (RISK), Toks Okeniyi (FORWARD UK), Mirjam Gehrke, Zahra Naleie (FSAN), Linda Ederberg (TERRE DES FEMMES). Foto: © TERRE DES FEMMESPodumsdiskussion v.l.n.r.: Fana Habteab (RISK), Toks Okeniyi (FORWARD UK), Mirjam Gehrke, Zahra Naleie (FSAN), Linda Ederberg (TERRE DES FEMMES). Foto: © TERRE DES FEMMESAm 28. Januar 2015 fand die internationale Abschlusskonferenz des CHANGE Projektes in den Räumlichkeiten der Europäischen Kommissionsvertretung in Deutschland statt. Seit zwei Jahren widmet sich CHANGE der Aufgabe, weibliche Genitalverstümmelung in Europa zu bekämpfen. Das Projekt wird im Rahmen des Daphne-Projektes von der Europäischen Kommission finanziert.

Weiterführende Informationen zum CHANGE-Projekt und einen detaillierten Konferenzbericht finden Sie auf unserer englischen Projekthomepage:

Ebenfalls online abrufbar ist eine kurze Projektdarstellung:

Um die weltweite schwere Menschenrechtsverletzung weibliche Genitalverstümmelung zu überwinden, bedarf es verstärkter europaweiter Kooperationen. 2013 initiierte TERRE DES FEMMES deshalb das zweijährige EU-Projekt CHANGE mit dem Ziel, einen Wandel in den afrikanischen Diaspora­gemeinschaften zu bewirken, der langfristig zu einer Überwindung der Menschenrechtsverletzung führt – und dies in enger Zusammenarbeit mit den Communities.

Zahra Naleie, Senior FGM Project Manager, FSAN. Foto: © TERRE DES FEMMESZahra Naleie, Senior FGM Project Manager, FSAN.
Foto: © TERRE DES FEMMES
Auf der Konferenz CHANGE brachte TERRE DES FEMMES deshalb ExpertInnen aus Praxis, Politik und Wissenschaft aus Europa zusammen. Die Ergebnisse des EU-Präventionsprojektes CHANGE wurden präsentiert und nationale und europäische Strategien zur Überwindung weiblicher Genitalverstümmelung erörtert. Dabei waren die Partnerorganisationen des Projektes: Plan International in Deutschland, FSAN in den Niederlanden, RISK in Schweden und FORWARD in Großbritannien. Sie wurden begleitet von den MultiplikatorInnen (sogenannte CHANGE-Agents) aus Äthiopien, Mali, Somalia und Sudan und deren TrainerInnen. Insgesamt 48 Agents wurden ausgebildet und führten bis Ende 2014 über 150 Aufklärungsveranstaltungen gegen Genitalverstümmelung in ihren afrikanischen Communities durch.

Die Konferenz wurde von Mirjam Gehrke, Journalistin bei der Deutschen Welle, moderiert und war mit 100 Teilnehmern aus verschiedenen europäischen Ländern gut besucht. Nach der Begrüßung durch Christa Stolle, TERRE DES FEMMES-Geschäftsführerin, und Nina Hoss, Schauspielerin sowie TERRE DES FEMMES Botschafterin, ging das Wort an Dr. Daniela Bankier. Als Beauftragte für Gleichberechtigung der Europäischen Kommission gab Frau Bankier einen Einblick in das Engagement der Kommission zur Bekämpfung von weiblicher Genitalverstümmelung. Es folgten zwei Podiumsdiskussionen, in welchen zum einen ProjektkoordinatorInnen Resultate und Erfolge präsentierten und zum anderen CHANGE-Agents Einblick in ihre Arbeit und Schwierigkeiten gaben. Anschließend stellte Dr. Anja Stuckert einige methodologische Grundlagen und das im Rahmen des Projektes entstandene Handbuch vor. Der Gynäkologe Dr. Christoph Zerm sprach über die Rolle von Berufsgruppen, welche mit Betroffenen in Kontakt stehen, wie z.B. Ärzte.

Gwladys Awo (Plan International), Nina Hoss, Marie Christine Hanne (CHANGE Agent Germany). Foto: © TERRE DES FEMMESGwladys Awo (Plan International), Nina Hoss, Marie Christine Hanne (CHANGE Agent Germany).
Foto: © TERRE DES FEMMES
Über Mittag fand eine Pressekonferenz statt, an der auch Nina Hoss und eine CHANGE-Agent teilnahmen. Nach einer kurzen Mittagspause wurde die Konferenz in vier Diskussionsgruppen unterteilt, welche sich verschiedenen Themen widmeten, wie man gegen weibliche Genitalverstümmelung in Europa angehen kann:

  1. Rechtliche und Gesundheitliche Aspekte
  2. Politische/Strategische Aspekte
  3. Bedürfnisse innerhalb der Gemeinschaften
  4. Evaluierung und Nachweis von Fortschritten

Im Anschluss sprachen Christoph Strässer, Menschenrechtsbeauftragte der Bundesregierung, und Caren Marks, parlamentarische Staatssekretärin bei der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, um Deutschlands Position im Kampf gegen die schwere Menschenrechtsverletzung weibliche Genitalverstümmelung darzulegen. Ihnen folgte Christian Papaleontiou, Mitarbeiter des britischen Innenministeriums, der einen Überblick über britische Maßnahmen gab.

Abgeschlossen wurde die Konferenz durch eine Zusammenfassung der Ergebnisse von Katharina Kunze, TERRE DES FEMMES-Fachreferentin zu weiblicher Genitalverstümmelung und Sibylle Schreiber, Fachbereichsleiterin von TERRE DES FEMMES.

TERRE DES FEMMES dankt allen Mitwirkenden und Beteiligten herzlich für diesen erfolgreichen Abschluss des CHANGE Projektes!

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