Studienbesuch einer Delegation der Europäischen Kommission und des Netzwerks END FGM in Berlin

Am 22. November 2017 fand ein Studienbesuch von Anne van Nistelrooij (Europäische Kommission) und Chiara Consentino (End FGM Netzwerk) statt, der von TDF geplant wurde. Die Delegation besuchte gemeinsam mit der TERRE DES FEMMES Referentin zu weiblicher Genitalverstümmelung Dr. Idah Nabateregga, TDF Fachbereichsleiterin Maja Wegener und TDF Vorstandsfrau Godula Kosack sowie Dr. med. Dan O’Dey (Luisenhospital Aachen) und Gwladys Awo (Plan Hamburg) das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und tauschten sich mit Anne Dahlbüdding vom BMFSFJ aus.

Austausch mit VertreterInnen des medizinischen Sektors bei TERRE DES FEMMES während des Studienbesuchs der Europäischen Kommission und des Netzwerks END FGM. Foto: © TERRE DES FEMMESAustausch mit VertreterInnen des medizinischen Sektors bei TERRE DES FEMMES während des Studienbesuchs der Europäischen Kommission und des Netzwerks END FGM.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Anne Dahlbüdding stellte die Arbeit des BMFSFJ zu FGM vor, u.a. ihre Unterstützung bei einer Studie zu FGM und die geplante Zusammenarbeit für ein Projekt mit Geflüchteten Frauen mit Plan Hamburg.  Es folgte ein geschäftliches Mittagessen, bei dem sich die Gruppe mit Rakieta Poyga, der Gründerin von der Association Bangr Nooma (ABN), und Irma Bergknecht (Projektkoordinatorin von ABN) austauschen konnte. Nach diesem Termin traf sich die Delegation mit den CHANGE Agents des Projekts CHANGE Plus aus Hamburg und Berlin, um mit ihnen über Erfahrungen, Herausforderungen und Probleme in der Arbeit als CHANGE Agent zu sprechen.

Anschließend konnte sich die Delegation ein Bild von der Fachberatungsstelle von TERRE DES FEMMES machen. An diesem Termin nahm neben der Delegation auch Stephanie Florquin von GAMS und Dr. med. Flora Graefe von Balance teil. TERRE DES FEMMES Diplom Psychologin Alexandra Kampe und Diplom Pädagogin Ayfer Schultz stellten ihre Arbeit in der Fachberatungsstelle vor. Sie erklärten, zu welchen Schwerpunktthemen sie beraten und dass die Fachberatungsstelle telefonische und persönliche Beratung und auch Beratung per E-Mail anbietet – und dass Anfragen sowohl direkt aus Berlin, als auch aus ganz Deutschland und z.T. sogar aus dem Ausland kommen. Sie berichteten außerdem über statistische Details, z.B. wie viele Anfragen pro Monat gestellt werden, zu welchen Themen und aus welchen Herkunftsländern die AnfragenstellerInnen kommen. Die Delegation war sehr interessiert und als Herausforderung wurde deutlich, dass es in Deutschland bisher nur wenige spezifische Beratungsangebote gibt.

Nach der Vorstellung der Fachberatungsstelle fand ein Austausch der Delegation mit VertreterInnen des medizinischen Sektors statt. Zu der Gruppe hinzu kamen Dr. Lissa Masumbuku vom Evangelischen Elisabeth Krankenhaus Berlin und Dr. med. Dan O’Dey vom Luisenhospital Aachen. Dr. O’Dey hielt einen Vortrag über seine Arbeit, in dem er seine Operationsmethoden zur Rekonstruktion weiblicher Genitalien vorstellte. Der Vortrag enthielt neben der Darstellung der Rechtfertigung von Rekonstruktionen auch Erklärungen zur Anatomie und den Rekonstruktionsoperationen sowie der Ziele von Rekonstruktion, wie die Wiederherstellung der Funktion und Form zur Erreichung eines psychophysischen Gleichgewichts. Dr. O’Dey erklärte die von ihm entwickelten OP-Verfahren und beantwortete viele Fragen. Als Herausforderung wurde deutlich, dass die Warteliste für eine Rekonstruktionsoperation nach weiblicher Genitalverstümmelung sehr lang ist – dabei stellte Dr. O’Dey heraus, wie wichtig es dennoch ist, so vielen Frau zu helfen wie möglich & zwar mit der besten Operation und Lösung die möglich ist – auch wenn diese aufwendig sein mag.

Vortrag von Dr. med. O'Dey im Rahmen des Studienbesuchs der Europäischen Kommission und des Netzwerks END FGM. Foto: © TERRE DES FEMMESVortrag von Dr. med. O'Dey im Rahmen des Studienbesuchs der Europäischen Kommission und des Netzwerks END FGM.
Foto: © TERRE DES FEMMES

Nach diesem spannenden Vortrag ließ die Gruppe den Tag bei einem gemeinsamen Abendessen ausklingen, bei dem aber auch noch weiter über Hilfsangebote und Projekte zu weiblicher Genitalverstümmelung diskutiert wurde. Bei allen Terminen an diesem Tag ging es für die Delegation darum zu erfahren, wie zu FGM gearbeitet wird, wo es noch Probleme und Herausforderungen gibt und wie die EU und das Netzwerk END FGM dabei unterstützen könnte.

Wir freuen uns über den tollen Austausch und möchten uns herzlich bei allen TeilnehmerInnen bedanken!

 

Stand: 11/2017

 

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