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Guineische-senegalesische-ivorische Communities in Berlin gegen weibliche Genitalverstümmelung

Am Sonntag, dem 25.06.0217, am Tag des muslimischen Zuckerfestes, klärte unsere Multiplikatorin von Mama Afrika Verein - Tiranke Diallo aus Guinea in Zusammenarbeit mit der Senegalesin FGM Aktivistin sowie Urban Soul und Hip Hop Musikerin Fatou Diatta „Sister Fa“ über FGM auf. Anlässlich des Eid al-Fitr, Zuckerfest zum Ende des Ramadans lud Sister Fa die Westafrikanische Communities zu sich zu Hause ein. Zusammen mit Tiranke Diallo nutzten sie die Gelegenheit, um in Anwesenheit aller Gäste die Problematik der weiblichen Genitalverstümmelung an jungen Mädchen und Frauen anzusprechen und eine Diskussion anzuregen.

Viele nahmen das Thema gerne auf, um ihre Erfahrungen zu teilen und über weitere Strategien zur Überwindung nachzudenken. Dabei kam es zu einem interessanten Austausch zwischen den drei Communities. Während im Senegal und auch in der Elfenbeinküste die Tendenz in der Bevölkerung eher zu einem Rückgang der Beschneidungsrate geht, scheint sie in Guinea immer noch gleich zu bleiben. Guinea gilt mit einer Rate von über 80% als das Land mit der zweithöchst gemessenen Verbreitungrate der Welt. Ein Gast berichtete, dass in der Elfenbeinküste die Regierung sich mehr und mehr dafür einsetzt, neue Gesetze zu erlassen und diese auch mit Strafen durchsetzt. Durch diesen offiziellen Umschwung, geht auch die allgemeine Meinung zur Weiterführung der Praxis in der Bevölkerung zurück.

Allerdings ist es zur Zeit in Guinea noch schwieriger, die Tradition der weiblichen Genitalverstümmelung zu überwinden. Sie ist so tief verankert, dass es einer großflächigen Aufklärung und Sensibilisierung auf mehreren Ebenen, von den Dorfoberhäuptern, LehrerInnen, Kindern, Frauen jeder Altersklasse und auch Männern bedarf, um ein Umdenken zu erreichen. Oftmals wird dadurch auch ein Generationenkonflikt provoziert, wenn vor allem ältere Frauen und Männer an Traditionen festhalten wollen, und jüngere eine Weiterentwicklung fordern, so die Teilnehmenden aus Guinea.

Mit dem CHANGE Plus Projekt - kofinanziert durch das Rights, Equality and Citizenship Programm der Europäischen Union, setzt sich TERRE DES FEMMES zusammen mit anderen EU Partnerorganisationen für die Überwindung von weiblicher Genitalverstümmelung in praktizierenden Communities in der EU ein. Letztes Jahr bildete unsere Fachreferentin Dr. Idah Nabateregga Schlüsselpersonen als MultiplikatorInnen in Berliner Communities aus. Nachdem die MultiplikatorInnen, sog. „CHANGE Agents“ ein intensives Training zu verschiedenen Aspekten weiblicher Genitalverstümmelung absolviert haben, implementieren sie dieses Jahr nun Sensibilisierungsaktivitäten innerhalb ihrer eigenen Community.

Außerdem schaffen sie mehr Aufmerksamkeit für das Thema durch eine Social Media Kampagne.

TERRE DES FEMMES ist sehr dankbar für dieses einzigartige Engagement!

 

Stand 06/2017