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CHANGE Agent Evariste Kapnang Tchaptchet sensibilisiert in Flüchtlingsunterkunft zu weiblicher Genitalverstümmelung

Foto: © TERRE DES FEMMESAm Samstag, den 13. Mai 2017 fand in der Flüchtlingsunterkunft in Charlottenburg-Wilmersdorf eine sog. Verhaltensänderungsaktivität (behaviour change activity) von unserem CHANGE Agent Evariste Franz Kapnang Tchaptchet statt. Seit 2015 gibt es dort eine Notunterkunft für geflüchtete Menschen, betrieben von dem Arbeiter-Samariter-Bund Landesverband Berlin e.V.

Um mit den BewohnerInnen der Unterkunft in Kontakt zu kommen, veranstaltete Evariste am Nachmittag ein Grillfest. Viele Männer und Frauen folgten bei schönem Wetter der Einladung zu einem gemeinsamen Essen. Anschließend klärte unser CHANGE Agent Evariste Franz Kapnang Tchaptchet aus Kamerun mit Unterstützung seiner Frau Tiranke Diallo und ihrem Bruder Souleymane Diallo aus Guinea im Rahmen des CHANGE Plus Projekts (www.change-agent.eu) zum Thema weibliche Genitalverstümmelung auf.

TDF-Fachreferentin Dr. Idah Nabateregga war ebenfalls vor Ort und konnte sich mit den SozialarbeiterInnen der Flüchtlingsunterkunft über den professionellen Umgang mit Betroffenen austauschen. Sie klärte über das Angebot von TERRE DE FEMMES und unsere Aktivitäten zum Thema auf. Infomaterialien über FGM (female genital mutilation), unter anderem die Broschüre „Wir schützen unsere Töchter“ auf Arabisch, Tigrinya, Somali, Kiswahili, Englisch, Französisch und Deutsch sind vor Ort als Aufklärungsmaterialien verteilt worden.

Foto: © TERRE DES FEMMESGerade in Flüchtlingseinrichtungen ist es besonders notwendig die Problematik präsent zu machen. Oftmals sind die BewohnerInnen mit ganz anderen Problemen, wie z. B. Aufenthaltsstatus, Arbeits- und Ausbildungsplatzsuche usw. konfrontiert, weswegen weibliche Genitalverstümmelung als Thema in den Hintergrund rückt. Wir allerdings sind überzeugt, dass die Problematik der weiblichen Genitalverstümmelung besonders was die Integration Neuankommender angeht, genau so dringend ist wie andere Themen, um Präventionsmaßnahmen für gefährdete Kinder und Unterstützungsangebote für betroffene Frauen hier in Deutschland zu gewährleisten. Denn besonders in Flüchtlingsunterkünften bleiben die Communities oft unter sich und sind isoliert von der neuen Gesellschaft. Für die meisten ist das, was „draußen“ passiert, und welche Angebote überhaupt existieren, schwierig zu erreichen.

Die Veranstaltung in der Flüchtlingsunterkunft ist Evaristes zweite Veranstaltung zum Thema FGM im Rahmen von CHANGE Plus. Seine erste Aktivität fand am 29. April 2017 statt, zu der überwiegend Männer und ein paar Frauen kamen und angeregt diskutierten. Evariste klärt die Communities engagiert und sensibel zu den Auswirkungen der Praktik auf und stößt so eine Verhaltensänderung in den Communities an.

Wir bedanken uns für seinen Einsatz!

 

Stand: 05/2017

 

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