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Projekttag zu Menschenrechtsverletzungen an der Werkrealschule Bonndorf

Ergebnisse des Workshops. Foto: © Melanie BollErgebnisse des Workshops. Foto: © Melanie BollTERRE DES FEMMES-Mitfrau und ehemalige Referentin des Referats „Weibliche Genitalverstümmelung“ Katharina Kunze erarbeitete im Rahmen eines Projekttages am 23. September 2016 mit NeuntklässlerInnen und ihrer Lehrerin Melanie Boll das Thema „Weibliche Genitalverstümmelung“. Die Ursachen, Auswirkungen und Tabuisierung der weiblichen Genitalverstümmelung waren Schwerpunkte dieses Tages.

Zuerst wurde die Arbeit von TERRE DES FEMMES als frauenspezifische Menschenrechtsorganisation vorgestellt; im Anschluss daran stellte sich Katharina Kunze Fragen der Jugendlichen. Sie stellten auch Fragen, mit denen sich die Referentin bisher noch nicht auseinandergesetzt hatte – zum Beispiel was passiere, wenn ein Mädchen während der Genitalverstümmelung stirbt.

Die 17 Jungs und acht Mädchen hatten ihrer Lehrerin selbst vorgeschlagen, das Buch „Wüstenblume“ von Waris Dirie gemeinsam im Unterricht zu lesen. Dadurch hatten sie alle ein gutes Vorwissen und arbeiteten sehr aktiv mit. Die SchülerInnen bereiteten gemeinsam ein Rollenspiel vor, in dem verschiedene Sichtweisen von einer Betroffenen und ihren Eltern, einer Beschneiderin, einer Ärztin und einer Beratungsstelle aufgezeigt wurden. Nach der Auswertung wurden Präventionsstrategien und Gesetzeslagen in den jeweiligen Ländern vorgestellt und wieso die Abschaffung der Weiblichen Genitalverstümmelung trotz allen guten Argumenten so schwer ist.

Darüber hinaus interessierten sich die SchülerInnen dafür, was man konkret in Deutschland gegen Weibliche Genitalverstümmelung machen könne: Eine Schärfung des Bewusstseins sowie eine Vertiefung des Wissens von KinderärztInnen, GynäkologInnen, MitarbeiterInnen von Jugendämtern uvm. ist nötig.

Auch beim Umgang mit diesem Thema in der Schule wird Sensibilität großgeschrieben. Die Vorarbeit von Melanie Boll fand die TERRE DES FEMMES-Mitfrau lobenswert. "Wenn Schüler pädagogisch so gut an dieses Thema herangeführt werden, ist es das ideale Alter, sich damit auseinanderzusetzen. Die Jugendlichen können Empathie für andere Lebenssituationen entwickeln und sexuelle Selbstbestimmung als Wert anerkennen. Sie lernen, ‚Nein‘ zu sagen."

In Zukunft wird es hoffentlich noch viele solcher erfolgreicher Projekttage in Schulen geben.

Teilnehmende Schülerinnen und Schüler. Foto: © Melanie Boll.Teilnehmende Schülerinnen und Schüler. Foto: © Melanie Boll.

Zwei Journalistinnen der Lokalpresse haben den Projekttag ebenso begleitet:

 

 

Stand: 09/2016

 

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