Ereignisse aus dem Jahr 2010

Workplace Policy

Im Mittelpunkt der Arbeit von TERRE DES FEMMES im Bereich „Häusliche Gewalt“ stand 2010 weiterhin die Workplace Policy (WPP). Dieses Konzept greift die Tatsache auf, dass Häusliche Gewalt laut Statistik rund 20% der Krankmeldungen von Frauen in Betrieben verursacht. Mit der Workplace Policy verpflichten sich ArbeitgeberInnen, sich am Arbeitsplatz gegen Häusliche Gewalt zu positionieren und betroffenen MitarbeiterInnen zur Seite zu stehen. TERRE DES FEMMES ist hierzulande die einzige Organisation, die dieses Konzept vermittelt und verzeichnete im vergangenen Jahr wachsendes Interesse.

Mit Unterstützung der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen in Berlin erstellte TERRE DES FEMMES eine Studie zu den ersten Ansätzen und Erfolgen der Umsetzungen der WPP und präsentierte die Ergebnisse mit einem Projektspot auf dem 15. Deutschen Präventionstag am 10./11. Mai 2010 in Berlin.

In Kooperation mit der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Frauen, sowie der Hotline der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen organisierte TERRE DES FEMMES im November 2010 eine Aktionswoche zur Workplace Policy in Berlin.

Außerdem hat die Landesarbeitsgemeinschaft der bezirklichen Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in Berlin das Bundesfamilienministerium aufgefordert, TERRE DES FEMMES finanzielle Mittel für die Verbreitung des Konzepts bereitzustellen und unterstützt so die Workplace Policy.

Kooperation mit „Project Kesher“ in Russland

Kooperation mit dem russischen „Project Kesher“, Workshop im Mai 2010 in WolgogradKooperation mit dem russischen „Project Kesher“, Workshop im Mai 2010 in WolgogradEin von der EU finanzierter Erfahrungsaustausch gelang bei zwei Besuchen von TERRE DES FEMMES bei dem russischen „Project Kesher“. Unter dem Programmtitel „Building Civil Society through Women’s Coalition“ besuchte die TDF-Referentin Serap Altinisik als Expertin für Häusliche Gewalt vom 22. bis 31. Mai 2010 Frauenorganisationen in fünf verschiedenen Städten Russlands. Neben Vorträgen zur Geschichte der Frauenbewegung in Deutschland fand ein intensiver Austausch mit engagierten Frauenrechtlerinnen statt. Weitergeführt wurde die Kooperation durch eine zweite Reise der TDF-Mitarbeiterin Ingrid Jäkel im Dezember 2010. Im Zentrum des Aufenthalts stand ein Intensivworkshop mit Studierenden in Nizhny Novgrad zur Frage des Umgangs mit Betroffenen von Häuslicher Gewalt.

Nach dem Workshop fand eine Abschlusskonferenz in den Räumlichkeiten der Europäischen Kommission statt, die mit ihrem EuropeAid Programm das zweijährige Projekt finanziert hatte. VertreterInnen aus allen fünf beteiligten Städten berichteten über ihre Arbeit an der Basis, verschiedene Personenkreise zum Thema Häusliche Gewalt zu schulen und zu informieren um zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken. TERRE DES FEMMES und „Project Kesher“ wünschen eine Fortsetzung der Kooperation.

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Jugendmusiktheater

Szene aus dem Jugendmusiktheater „Du bist unschlagbar“. Foto ©: David BoucherieSzene aus dem Jugendmusiktheater „Du bist unschlagbar“. Foto ©: David BoucherieDas Jugendmusiktheaterstück „Du bist unschlagbar“, das im Jahr 2006 vom Spielwerktheater EUKITEA in Kooperation mit TERRE DES FEMMES entwickelt wurde, tourt weiterhin erfolgreich durch Deutschland. Es soll Jugendliche für das Thema „Häusliche Gewalt“ sensibilisieren und Aufklärungsarbeit zu der Problematik in Schulen und Jugendeinrichtungen leisten. Bisher wurden in knapp 80 Aufführungen rund 12.000 SchülerInnen erreicht. TERRE DES FEMMES informiert über das Theaterstück und Veranstaltungstermine auf der Homepage von TDF und leitet Anfragen an das Spieltheater EUKITEA weiter. Im Jahr 2010 wurde das Theaterstück im Rahmen von Projekttagen 20 Mal an Schulen und Freizeiteinrichtungen aufgeführt.

 

 

Lobbyarbeit und Vernetzung

TERRE DES FEMMES fordert seit Jahren eine pauschale und bedarfsgerechte Finanzierung von Frauenhäusern und Beratungsstellen, um von Gewalt betroffenen Frauen und Kindern sofortige Hilfe bieten zu können. Die Bundesregierung reagierte auf die im Bundestag eingegangene Forderung mit einer Analyse zur Situation von Zufluchtsorten, die 2010 abgeschlossen werden konnte. Zusammen mit der Landesarbeitsgemeinschaft Autonomer Frauenhäuser in NRW unterstützte TERRE DES FEMMES die Forderung nach kostenloser und bedarfsgerechter Hilfe für betroffene Frauen in NRW und forderte die Bundesregierung auf, sich diesem Vorhaben anzuschließen.

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