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Ereignisse aus dem Jahr 2002

Januar
Das Gewaltschutzgesetz tritt in Kraft, Verbesserung der zivilrechtlichen Schutzmöglichkeiten für Opfer Häuslicher Gewalt (Wohnungszuweisung, Kontakt- und Näherungsverbote). Es folgen Erweiterungen der polizeilichen Eingriffsbefugnisse durch Änderung der Polizeigesetze der Länder und/oder entsprechender Durchführungsbestimmungen. Paradigma-Wechsel: „Wer schlägt, der geht!“, aussagekräftiges ärztliches Attest der Verletzungen wird wichtiges Mittel zur Durchsetzung der zivilrechtlichen Schutzanordnungen (z. B zur Glaubhaftmachung im Rahmen des Antrages auf Erlass einer einstweiligen Anordnung). Die 12. Konferenz der Gleichstellungs- und Frauenministerinnen,- minister, -senatorinnen und –senatoren der Länder beschließt am 23./24.5. 02, sich einzusetzen „für eine stärkere Sensibilisierung der im Gesundheitswesen Beschäftigten, die Vernetzung der beratenden und behandelnden Hilfesysteme und die Verankerung der Problematik in der gesundheitlichen Versorgung.“ Sie bittet • die Ärztekammern der Länder darauf hinzuwirken, dass Fortbildungen angeboten werden, • die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften Leitlinien zur Diagnostik und Versorgung gewaltbetroffener Frauen zu erarbeiten,

  • die Bundesministerin für Gesundheit, bei der BzgA Informationsmaterial zum Thema gesundheitliche Folgen von Gewalt und gesundheitliche Versorgung gewaltbetroffener Frauen zu erarbeiten,
  • die Bundesärztekammer darauf hinzuwirken, das Thema im Rahmen der Überarbeitung der Weiterbildungsordnung in geeigneter Weise zu berücksichtigen. Der 105. Deutschen Ärztetag am 28-31.5.2002 in Rostock beschließt die Unterstützung der „Deklaration gegen Gewalt“ des European Women’s Health Network (EWHNET) und „fordert die deutschen Ärztinnen und Ärzte auf, sich an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen für deren konsequente Umsetzung zu engagieren.“ Es werden mehrere Anträge zur stärkeren Integration des Themas „Häusliche Gewalt“ in die Aus-, Fort- und Weiterbildung der MedizinerInnen und die Forschung eingebracht und zur weiteren Beratung an die Bundesärztekammer überwiesen. Die 10. Sitzung der Bund-Länder-AG „Häusliche Gewalt“ am 19.6.2002 behandelt das Thema „Sensibilisierung zu Gewalt gegen Frauen im Gesundheitsbereich“ Erstellung von Leitfäden zum ärztlichen Umgang mit gewaltbetroffenen Patientinnen in einigen Bundesländern (Berlin, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Rheinland-Pfalz) auf Initiative von Interventionsprojekten, Landesvereinigungen für Gesundheitsförderung und engagierten ÄrztInnen. Verteilung über die kassenärztlichen Vereinigungen an alle niedergelassenen ÄrztInnen und (nicht überall) an Krankenhäuser. Kassenärztliche Vereinigung München verschickt als Rundbrief an ihre ÄrtztInnen eine Telefonliste von Hilfs- und Beratungsangeboten zur qualifizierten Weitervermittlung.

Interdisziplinäre bzw. fachspezifische Tagungen zu gesundheitlichen Folgen von Gewalt in Bremen, Schleswig-Holstein und Hessen.

Netzwerk Gewaltintervention im Gesundheitswesen in Hessen gegründet (angesiedelt im Sozialministerium).

Die 75. Konferenz der für das Gesundheitswesen zuständigen Ministerinnen und Minister, Senatorinnen und Senatoren der Länder am 20./21.6. bittet

  • die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften, einen Leitfaden und qualitätssichernde Standards für die Diagnostik und Versorgung für von Häuslicher Gewalt betroffene Frauen und Kinder zu erarbeiten,
  • die Ärztekammern, das Thema im Rahmen der Überarbeitung der Weiterbildungsordnung zu berücksichtigen,
  • die Bundesministerin für Bildung und Forschung, die medizinische (auch psychosoziale) Versorgung der von Häuslicher Gewalt betroffenen Frauen und Kinder zu einem Forschungsschwerpunkt zu machen und vermehrt entsprechende Forschungsaufträge zu vergeben.

Oktober
Die Weltgesundheitsorganisation WHO legt den „1. Weltbericht über Gewalt und Gesundheit“ vor zum Auftakt des „Jahres der Gewaltprävention“. Der Bericht enthält Fakten, Analysen und Empfehlungen zu verschiedenen Bereichen, u. a. Kindesmisshandlung, häusliche Gewalt, sexuelle Gewalt.

Bielefeld: erster Implementationsworkshop der BKF in Kooperation mit der Universität Osnabrück zur Optimierung der gesundheitlichen Versorgung gewaltbetroffener Frauen.