Laut einer 2011 veröffentlichen Studie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums zur Zwangsverheiratung in Deutschland (PDF-Datei) waren knapp ein Drittel der Personen, die 2008 Unterstützung wegen einer drohenden oder vollzogenen Zwangsverheiratung suchten, minderjährig. Zwangsverheiratungen werden in Deutschland überwiegend religiös/sozial geschlossen.

Bis zum Stichtag im Juli 2016 lebten in Deutschland ca. 1475 verheiratete minderjährige AusländerInnen (darunter 1152 minderjährige Ehefrauen). 361 waren unter 14 Jahre alt. und 664 syrische StaatsbürgerInnen bilden dabei die Mehrheit. Das zeigen Zahlen des Ausländerzentralregisters aus dem Jahr 2016.

In der Nacht vom 1. auf den 2. Juni 2017 hat der Bundestag ein Gesetz zur Bekämpfung von Frühehen (PDF-Datei) verabschiedet, das Betroffene besser schützen soll. Bisher gab es noch eine Ausnahmeregelung, mit der man ab 16 Jahren heiraten konnte. Mit dem Beschluss des neuen Gesetzes wurde das Mindestheiratsalters in Deutschland auf 18 Jahre ohne Ausnahme festgelegt. Zudem werden Ehen, die im Ausland mit Minderjährigen geschlossen werden, zukünftig in Deutschland nicht mehr anerkannt bzw. aufgehoben: Ehen, die unter 16 geschlossen werden, in Deutschland nichtig. Ehen, die im Alter von 16 und 17 Jahren eingegangen werden, sollen in der Regel aufgehoben werden.

Außerdem ist nun klargestellt, dass Jugendämter minderjährig Verheiratete (vorläufig) in Obhut nehmen müssen. Die Entscheidung, ob der Kontakt zum „Ehepartner“ zum Wohl der Minderjährigen ist, soll weiter im Einzelfall entschieden werden.

Detaillierte Stellungnahme von TERRE DES FEMMES zu dem Gesetzentwurf vom 15.05.2017 (PDF-Datei)

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